Dietikon
Dietikons Zentrum soll sichtbarer werden

Die neue Strategie für Dietikon steht in groben Zügen. Der Stadtrat hat drei Handlungsfelder bestimmt. Man will Stärken ausbauen, statt sich nur auf Schwächen zu konzentrieren. Das Ambiente im Zentrum soll besser und das Angebot grösser werden.

Bettina Hamilton-IRvine
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Das Dietiker Zentrum soll mehr Laufkundschaft anlocken. BHI

Das Dietiker Zentrum soll mehr Laufkundschaft anlocken. BHI

Eins ist klar: Dietikon wird nie zu einem Bern werden, das mit einer spektakulären Altstadt locken kann – und es wird auch nie zu einem Zürich werden, das Passanten mit einem riesigen Angebot an Einkaufsmöglichkeiten anzieht.

Unbestritten ist auch, dass sich das Stadtzentrum nicht auf Knopfdruck verändern lässt, so wie sich das manch einer wünschen würde. Wenn er mit Detaillisten spreche, sagt Stadtpräsident Otto Müller, höre er immer wieder auch unrealistische Forderungen. Zuerst einmal müsse die BD-Bahn unter den Boden, heisst es dann zum Beispiel.

Passantenströme fehlen

Das geht natürlich nicht – oder zumindest nicht von heute auf morgen. Trotzdem ist klar, dass sich im Dietiker Zentrum etwas ändern muss. Die Probleme sind seit vielen Jahren dieselben. Und sie haben sich in letzter Zeit eher noch verstärkt: Die Passantenströme fehlen, der Branchenmix ist nicht ausgewogen, die Detaillisten klagen über schwindende Kaufkraft.

Schuld daran sind einerseits neue Einkaufsgewohnheiten der Leute – Stichwort Onlinekauf – und die veränderte demografische Zusammensetzung. Aber auch hohe Mietpreise im Zentrum und die Lage zwischen den Einkaufsparadiesen Zürich und Spreitenbach machen vielen Ladenbesitzern das Leben schwer. Zudem ist das Zentrum zu gross mit zu vielen Lücken, wie Müller sagt: «Man kann nicht von der Überbauung Trio bis zur ‹Krone› flanieren.»

Trotzdem hat das Dietiker Zentrum durchaus Potenzial, davon ist Müller überzeugt. Es sei gerade am Abend als Treffpunkt sehr beliebt, biete ein gutes Angebot an Gastronomie und Dienstleistungsbetrieben und könne mit seiner Lage punkten. Zudem konzentriert sich viel Unverzichtbares im und ums Zentrum: Bahnhof, Post, Banken, Kirche, Märkte und die Stadtverwaltung. Für Müller ist daher klar: «Wir müssen die Stärken ausbauen, statt uns nur auf die Schwächen zu konzentrieren.»

Das war auch einer der Schlüsse, die eine Gruppe von zwölf Experten aus den Bereichen Planung, Immobilien und Detailhandel zum Thema zog. Sie hatten sich Ende letzten und Anfang dieses Jahres in zwei Workshops getroffen, um sich mit der Zukunft des Dietiker Zentrums auseinanderzusetzen.

Im Juli hat sich der Stadtrat mit den Resultaten dieser Arbeit beschäftigt und begonnen, eine Zentrumsstrategie zu skizzieren. Wie Müller gegenüber der Limmattaler Zeitung sagt, wurden drei Handlungsfelder bestimmt, auf die sich die Stadt konzentrieren wird. So will der Stadtrat erstens die Besitzer von Liegenschaften im Zentrum zu Auffrischungen animieren – und auch dazu, ihre Vermietpraxis gegebenenfalls zu überdenken. Druck könne man nicht machen, sagt Müller, aber die Besitzer motivieren, indem man sie in den Prozess einbeziehe und ihnen aufzeige, wie sie auch selber von einem Wandel profitieren können.

Zentrum soll erkennbarer werden

Zweitens soll das Zentrum sichtbarer und das Ambiente verbessert werden. «Man soll merken, dass man nun im Zentrum ist», sagt Müller. Geschehen könnte dies unter anderem über Signalisationen, einheitliche Hinweisschilder, Bodenbeläge, Bepflanzung oder ebenfalls Bänke. Details werden in einem Konzept erarbeitet.

Drittens, und das ist wohl die grösste Herausforderung, will der Stadtrat das Angebot verbessern. Hier müsse man sich realistische Ziele setzen, sagt Müller: «Wir können nicht drei Metzger und zwei Bäcker ins Zentrum holen.» Möglich sei aber beispielsweise, die entstehende Konzentration an Angeboten im Gesundheitsbereich weiter auszubauen und den Frischmarkt zu stärken.

Müller ist vom gewählten Ansatz überzeugt: «Diese Ziele sind realistisch. Wir haben immer gesagt, die Zentrumsstrategie muss eine ganz konkrete Flughöhe haben.» Bis im September will der Stadtrat den Prozess konkretisieren, die Verantwortlichkeiten definieren und über die Mittel befinden. Kommentar rechts

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