Dietikon
Entlastung fürs Zentrum: Die Stadt will ab 2022 ein Parkleitsystem testen

In der Testphase beschränkt sich die Stadt Dietikon auf Parkhäuser. Im Frühling 2023 sollen erste Erkenntnisse vorliegen. Gemeinderat Michael Segrada (FDP), der das Anliegen in einer Interpellation angeregt hatte, hofft auf eine raschere Umsetzung und eine Ausweitung auf normale Parkfelder.

Florian Schmitz
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Einfahrt zur Tiefgarage Kirchplatz: In einer ersten Testphase sollen die Ein- und Ausgänge einiger Parkhäuser erfasst werden.

Einfahrt zur Tiefgarage Kirchplatz: In einer ersten Testphase sollen die Ein- und Ausgänge einiger Parkhäuser erfasst werden.

Ruedi Burkart

Mit seiner Anregung, Parkplätze im Dietiker Zentrum effizienter zu nutzen, hat Gemeinderat Michael Segrada (FDP) beim Stadtrat offene Türen eingerannt: «Dietikon hat gute Voraussetzungen dafür, ein modernes Parkleitsystem zu etablieren.» Zumal mit dem Stromversorger EKZ und der Digitalparking AG zwei in diesem Bereich führende Unternehmen in der Stadt ansässig seien. Dies schreibt der Stadtrat in seiner kürzlich veröffentlichten Antwort auf die Interpellation von Segrada und 13 Mitunterzeichnern aus FDP, SVP, CVP, EVP und SP. Im Vorstoss hatte er die Einführung eines Parkleitsystems angeregt, um Suchverkehr im Zentrum zu reduzieren.

Ab 2022 will die Stadt in einer Testumgebung erste Erfahrungen mit einem relativ einfach gehaltenen Park- und Verkehrsleitsystem sammeln, wie es in der Antwort heisst. Dieses wird voraussichtlich primär die Ein- und Ausfahrten in die Parkhäuser erfassen. Der Stadtrat legt Wert darauf, dass das System zentral steuerbar und in allen Belangen erweiterbar ist. Der Aufbau eines Parkleitsystems gehört zur Smart City, einem gemeinsamen Projekt von Stadt und EKZ, im Rahmen dessen in Dietikon Lösungen für eine intelligente städtische Infrastruktur ausprobiert werden sollen.

Erst ausprobieren, dann entscheiden

Die Dauer des Tests sei noch offen, schreibt der Stadtrat weiter. Aufgrund eines regelmässigen Controllings sollen ab Herbst 2022 oder spätestens Frühjahr 2023 erste Erfahrungsberichte vorliegen. Diese sollen auch genutzt werden, um das System anzupassen und weiterzuentwickeln. Basierend auf den Erkenntnissen aus der Testphase könnte er sich eine etappierte Erweiterung des Parkleitsystems auf das Stadtgebiet grundsätzlich vorstellen, schreibt der Stadtrat weiter. Und er präzisiert: «Wenn das Kosten- und Nutzenverhältnis gegeben ist.»

Gemeinderat Segrada freut sich grundsätzlich über die stadträtliche Antwort und bezeichnet sie als Schritt in die richtige Richtung. Nur den Zeithorizont würde er sich etwas sportlicher wünschen: «Jetzt sollen ja nur schon zwei Jahre vergehen, bis erste Erfahrungsberichte vorliegen. Wenn die Stadt das Anliegen schon so positiv einschätzt, sollte sie auch aufs Tempo drücken», sagt er. «Und es wäre gut, wenn der Test nicht nur auf Parkhäuser beschränkt wird.» In der Interpellation erkundigte er sich deshalb auch, ob und wie viele oberirdische Parkfelder bereits mit Sensoren ausgestattet sind, die für ein künftiges Leitsystem genutzt werden können.

Kaum Parkfelder mit Sensoren ausgerüstet

Solche Sensoren werden auf der EKZ-Insel getestet. Innerhalb der Stadt seien Sensoren auf Parkfeldern aber noch kaum verbreitet, schreibt der Stadtrat in seiner Antwort. Zudem beschränke sich das vorgesehene Testsystem auf die Ein- und Ausfahrten bei Parkhäusern und es sei kein separater Test mit Sensoren vorgesehen. Eine solche Lösung sei aber nicht ausgeschlossen, wenn die Stadt im Rahmen der Projektentwicklung auf zweckmässige und preiswerte Angebote stosse.

Auf der Grien-Insel testet EKZ auf Parkfeldern eingebaute Sensoren.

Auf der Grien-Insel testet EKZ auf Parkfeldern eingebaute Sensoren.

Alex Spichale

Die Parkplatzsituation im Stadtzentrum sei ein dringendes Problem, findet Segrada. Dietikon befinde sich zurzeit im Umbruch. Die vielen Baustellen könnten auch eine Gelegenheit sein, gleichzeitig möglichst effizient Parkplatzsensoren zu verbauen. Der Zusatznutzen sei so gross, dass man nicht nur die Kosten betrachten dürfe. Er fügt an:

«Ein umfassendes Parkleitsystem würde nicht nur die Parkplatzsuche vereinfachen, sondern das Zentrum insgesamt verkehrstechnisch entlasten.»

Würden die bestehenden Parkplätze deutlich effizienter genutzt, benötige man in Zukunft vielleicht irgendwann mal insgesamt weniger Parkplätze in der Stadt.

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