Dietikon
Eben gelesen: «Sie lässt einem über das Wichtige und Unwichtige nachdenken»

Die Geschichte der kleinen Mafalda, die erblindet, hat es Susanne Fortunato von der Bibliothek Dietikon angetan. Es ist das erste Buch der Autorin Paola Peretti.

Agnes Matt*
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Die Dietiker Bibliothekarin Susanne Fortunato empfiehlt «In der Nacht hör’ ich die Sterne» all jenen, die leise Töne lieben.

Die Dietiker Bibliothekarin Susanne Fortunato empfiehlt «In der Nacht hör’ ich die Sterne» all jenen, die leise Töne lieben.

Bild: zvg

Susanne Fortunato arbeitet seit elf Jahren als Bibliothekarin in der Bibliothek Dietikon. Sie liebt die Arbeit mit Büchern, das Lesen querbeet und den Kontakt mit den Menschen. Sie ist oft in der Natur und in ihrem Garten anzutreffen und pflegt sehr gerne ihren Freundeskreis. Heute stellt sie ihr derzeitiges Lieblingsbuch vor: «In der Nacht hör’ ich die Sterne», ein wunderschönes, poetisches Buch-Début von Paola Peretti.

Warum hast Du zu diesem Buch gegriffen?

Susanne Fortunato: Das Cover und der Titel haben mich angesprochen. Vor Augen hatte ich einen sonnigen Tag, meinen Liegestuhl unter dem Apfelbaum und eben dieses Buch!

Wurden Deine Erwartungen erfüllt?

Es war genau das Richtige. Es ist in schöner Sprache geschrieben, die Geschichte berührt und lässt einem über das Wichtige und Unwichtige im Leben nachdenken. Ausserdem fühlt man mit der Protagonistin, der neunjährigen Mafalda mit.

Worum geht es in der Geschichte?

Eine kleine Stadt irgendwo in Italien. Mafalda ist neun Jahre alt, als sie erfährt, dass sie spätestens in sechs Monaten blind sein wird. Sie leidet an einer seltenen Augenkrankheit. Sie flüchtet auf den Kirschbaum im Schulhof, ihren magischen Ort, zu dem sie eine besondere Beziehung hat. Sobald sie morgens in die Strasse zur Schule einbiegt, kann sie von dort aus den Kirschbaum sehen. Dann sind es noch 140 Schritte, bis sie die raue Rinde an ihrer Wange spürt, doch mit jeder Woche werden es weniger. Bevor es vollkommen dunkel um sie herum sein wird, arbeitet Mafalda ihre Liste ab, auf der steht, was sie noch alles sehen oder machen will. Zum Beispiel die Sterne am Nachthimmel zählen oder Papierbällchen im Papierkorb versenken. Und dann gibt es noch ihre Freundin Estella, die rumänische Hausmeisterin in der Schule, die Mafalda dabei helfen möchte, ihr Schicksal eigenständig zu meistern, und die ihr zeigt, dass das Wesentliche im Leben für die Augen unsichtbar ist.

Wem würdest Du dieses Buch empfehlen?

All denen, die leise Töne lieben und die die Geschichten, die das Leben schreibt, bevorzugen.

Buchtipp:

Paola Peretti, «In der Nacht hör’ ich die Sterne». dtv Verlag, München 2018

*Agnes Matt ist die Leiterin der Stadt- und Regionalbibliothek Dietikon

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