Dietikon
Dietiker Gemeinderat kritisiert Stolperfallen bei den neuen Randsteinen der Limmattalbahn – Stadtrat findet diese Beurteilung «schwierig»

Martin Christen (Mitte) stört es, dass die Bordsteinabsenkungen der neuen Limmattal-Übergänge nicht einheitlich daherkommen. Der Stadtrat relativiert.

Lukas Elser
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Die ersten Gleise im Dietiker Zentrum wurden im Sommer 2020 verlegt. Gemeinderat Martin Christen (Mitte) wundert sich, wieso die Bordsteinabsenkungen zum Überqueren der Strasse nicht einheitlich erstellt wurden.

Die ersten Gleise im Dietiker Zentrum wurden im Sommer 2020 verlegt. Gemeinderat Martin Christen (Mitte) wundert sich, wieso die Bordsteinabsenkungen zum Überqueren der Strasse nicht einheitlich erstellt wurden.

Cynthia Mira/ Limmattaler Zeitung

Die Arbeiten für den Bau von Limmattal- und den Ausbau der Bremgarten-Dietikon-Bahn sind in vollem Gang. Der Dietiker Mitte-Gemeinderat Martin Christen beobachtet die Arbeiten genau – und ist besorgt. Anfang Mai hatte er eine Kleine Anfrage eingereicht. Darin will er vom Stadtrat wissen, wieso die Höhen der Randsteine, die im Rahmen der Limmattalbahn-Arbeiten neu gesetzt werden, so verschieden ausfallen würden.

Er hält fest, «dass Strassenquerungen und Bordsteinabsenkungen in verschiedenster Art erstellt werden». Seiner Meinung nach hat das Auswirkungen auf die Sicherheit der verschiedenen Verkehrsteilnehmer. Für Fussgänger, die die Strasse queren, und für Velofahrer, die dort abbiegen müssten.

Er fragt deshalb kritisch: «Nach welchen Kriterien erstellt die Limmattalbahn barrierefreie Übergänge?»

Stadtrat vertraut auf die Normen

Inzwischen liegt die Antwort des Stadtrats vor. Er weist darauf hin, dass für die Gestaltung der Randsteine klare Normen bestünden. Zudem richte man sich dabei auch nach dem neuen Behindertengleichstellungsgesetz.

Der Stadtrat unterstreicht, dass die betroffenen Gruppen beim Planungsprozess mehrfach angehört wurden: «Im Rahmen der Projektierung der Limmattalbahn wurden die Parteien und Interessenvertreter von Beginn der Planung einbezogen und es bestand die Möglichkeit, Anliegen und Fragen in den ‹Runden Tisch Limmattalbahn› einzubringen.»

Man habe unter anderem mit der Schweizerischen Fachstelle für barrierefreien öffentlichen Verkehr, der Behindertenkonferenz Kanton Zürich und Pro Velo Kanton Zürich zusammengearbeitet. Der nächste runde Tisch finde am 9. September statt, schreibt der Stadtrat.

Weiter weist er darauf hin, dass die aktuelle Bauphase nicht dem endgültigen Zustand entspricht. Insbesondere sei eine Beurteilung der Bordsteinhöhen zum jetzigen Zeitpunkt schwierig, unter anderem, weil teilweise noch die Deckbelagsschicht fehle. Sein Fazit:

«Der Endzustand der Querungen ist noch nicht erkennbar.»

Christen wirft Stadtrat zu wenig Ernsthaftigkeit vor

Gemeinderat Christen sieht das anders. Er glaubt nicht, dass sich die Problematik im Endzustand entschärfen wird, wie es der Stadtrat in seiner Antwort anklingen lässt. «Man sieht an den bereits gesetzten Randsteinen, dass die Absätze auch nach dem Einbringen des tatsächlichen Strassenbelags als Hindernis bestehen bleiben.»

Dem Stadtrat wirft er vor, das Problem nicht genügend ernst zu nehmen:

«Ich habe nicht den Eindruck, dass sich der Stadtrat die problematischen Strassenquerungen und Abzweiger vor Ort angeschaut oder sich bei der Limmattalbahn über die Sachlage erkundigt hat.»

Nur auf Normen und Gespräche mit den Interessengruppen zu vertrauen, genüge nicht, sagt Christen.

Aufgrund von Fragen aus der Bevölkerung habe er sich vor Ort ein Bild gemacht. Christen bleibt bei seiner Grundkritik: «Es gibt noch zu viele Unklarheiten bei den Veloabzweigungen und Strassenquerungen.» Die Mehrheit der Randsteine würden eine Höhe von drei Zentimeter aufweisen und seien nicht abgeschrägt, meint er. «Für ältere Personen mit Rollator oder Gehbehinderte ist das einfach zu hoch.»

Diese Fussgängerquerung beim Hairshop Hickenbick ist für Christen problematisch. Der Drei-Zentimeter-Abstand bleibe auch nach Fertigstellung der Arbeiten noch bestehen.

Diese Fussgängerquerung beim Hairshop Hickenbick ist für Christen problematisch. Der Drei-Zentimeter-Abstand bleibe auch nach Fertigstellung der Arbeiten noch bestehen.

Zvg/Limmattaler Zeitung

Zudem verweise der Stadtrat in seiner Antwort explizit auf die Möglichkeit von abgeschrägten Randsteinen.

Diesen Randstein bei der Badenerstrasse findet Christen gut, weil er abgeschrägt ist.

Diesen Randstein bei der Badenerstrasse findet Christen gut, weil er abgeschrägt ist.

Zvg/Limmattaler Zeitung

Der Gemeinderat hofft, dass jetzt auch Vertreter aus den anderen Fraktionen auf das Thema aufspringen. Er selbst werde die weitere Entwicklung mit wachem Auge weiterverfolgen und nötigenfalls zusätzlichen politischen Druck aufsetzen.