Dietikon
Dietiker Stadtpräsident Otto Müller will nicht mehr zweigleisig fahren

Der Stadtpräsident ist nicht mehr Verwaltungsrat der BD-Bahn, Grund ist sein Mandat bei der Limmattalbahn. Der Dietiker Gemeinderat zeigt sich erstaunt und erschrocken zugleich.

Lucien Fluri
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(Archivbild)

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Dietikon ist nicht mehr im Verwaltungsrat der Bremgarten-Dietikon-Bahn vertreten. Stadtpräsident Otto Müller (FDP) hat sein Verwaltungsratsmandat im Juni niedergelegt - und damit im Dietiker Gemeinderat Fragen aufgeworfen. «Ich bin erschrocken, als ich das im Protokoll der BDWM-Generalversammlung gelesen habe», sagt Trudi Frey (SVP). Denn im neu gewählten Verwaltungsrat sitzt kein Dietiker mehr.

In einer Kleinen Anfrage wollte die Gemeinderätin mehr über die Hintergründe des Rücktritts erfahren. Sie fürchtet, dass die Bahn ohne Einsitz eines Dietikers den Lärm- und Sicherheitsanliegen der Stadt nicht mehr genügend Rechnung trägt.

Limmattalbahn steht im Weg

In seiner Antwort nennt Otto Müller jetzt den Grund für den Rücktritt: Der Stadtpräsident ist auch Verwaltungsrat der geplanten Limmattalbahn. Hätte er sein Mandat bei der BD-Bahn behalten, wäre es möglicherweise zum Interessenkonflikt gekommen.

Denn im nächsten Jahr beginnen die Vorarbeiten für das Submissionsverfahren, das bestimmt, wer dereinst die Limmattalbahn betreiben wird. Die BD-Bahn hat schon länger klargemacht, dass sie den Auftrag gerne hätte: «Die Limmattalbahn würde unser Einzugsgebiet stark erweitern», sagte BDWM-Direktor Severin Rangosch im Juni an der Generalversammlung. Seit Juli 2012 ist Müller Verwaltungsrat der Limmatttalbahn, im BD-Gremium sass er seit August 2011.

«Einfluss gesichert»

Angst, dass die Interessen Dietikons bei der BD-Bahn jetzt nicht mehr genügend berücksichtigt werden, hat der Stadtrat nicht: «Der nötige Einfluss ist gesichert, denn es besteht ein reger Austausch bezüglich allen gemeinsamen Schnittstellen», schreibt der Stadtrat und verweist auf Doppelspur, Fahrplan, Lärm und Sicherheit. - Nur ein Satz später relativiert er seine Aussage jedoch gleich wieder: Denn eigentlich möchte der Stadtrat bald wieder einen Sitz im Verwaltungsrat der BD-Bahn: «Es ist aus Sicht des Stadtrates wichtig, dass wieder eines seiner Mitglieder in den Verwaltungsrat gewählt wird», heisst es in der Antwort. «Der Stadtrat wird im Hinblick auf die nächsten Verwaltungsratswahlen für den in Aussicht gestellten Sitz einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten.»

Für Gemeinderätin Trudi Frey bleibt die Frage offen, weshalb nicht bereits heute ein anderer Dietiker Stadtrat im BDWM-Verwaltungsrat sitzt. «Es hätte noch andere Stadträte, die Dietikon im Verwaltungsrat vertreten könnten», sagt Frey.

Stadtpräsident Otto Müller sagt auf Anfrage, dass die Verwaltungsräte bestimmte fachliche Kompetenzen mitbringen müssten und nicht einfach von Behörden abdelegiert würden. In Dietikon gäbe es zwar mit Stadtrat Heinz Illi (EVP) einen entsprechenden Mann. Illi ist allerdings bei den VBZ angestellt. «Dadurch hätte sich aus Sicht der BDMW wiederum ein Interessenkonflikt ergeben, da sich die VBZ ebenfalls für die Übernahme des Betriebes bewerben werden», erklärt Otto Müller den Verzicht weiter.

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