2er-Tram

Die Schlieremer fahren auf ihr Tram ab – doch den guten Passagierzahlen steht ein Todesfall gegenüber

Das 2er-Tram im Schlieremer Zentrum. Das 2er-Tram fährt nun seit rund einem Jahr durch das Zentrum. Aufgenommen am 31. August 2020.

Das 2er-Tram im Schlieremer Zentrum. Das 2er-Tram fährt nun seit rund einem Jahr durch das Zentrum. Aufgenommen am 31. August 2020.

Seit einem Jahr verkehrt der Zweier vom Farbhof in Zürich Altstetten zur Geissweid in Schlieren. Die Verantwortlichen ziehen eine mehrheitlich positve Bilanz.

Seit dem 2. September 2019 fährt mit dem 2er – 60 Jahre nach dem legendären «Lisebethli» – wieder ein Tram durch das Schlieremer Zentrum. Nun, gut ein Jahr später, ziehen Schlieren und die Betreiberin der Linie eine positive Bilanz. «Das 2er-Tram ist ein Segen für Schlieren», sagt der Schlieremer Stadtrat Pascal Leuchtmann (SP), der dem Ressort Sicherheit und Gesundheit vorsteht. Dies höre er immer wieder, sowohl von älteren als auch jüngeren Personen. Negative Rückmeldungen seien die Ausnahme geblieben.

Einzig die grosse Asphaltfläche zwischen den Haltestellen Zentrum/Bahnhof und der Geissweid stosse auf Kritik: «Dies hat aber wenig mit dem Tram an sich zu tun.» Während es wegen getunten Autos immer wieder zu Lärmklagen komme, seien wegen des Trams keine entsprechenden Reklamationen eingegangen. Es sei ja auch viel leiser, hält Leuchtmann fest.

Auch die Betreiberin zieht ein positives Fazit zum ersten Betriebsjahr: «Die Akzeptanz der neuen Tramlinie ist hoch. Es wird kaum mehr unterschieden zwischen der alten und der neuen Tramstrecke», heisst es bei den Verkehrsbetrieben Zürich (VBZ). Zudem mache das Grüntrasse auf der Strecke zwischen dem Farbhof in Altstetten und dem Schlieremer Zentrum bereits nach einem Jahr Betrieb einen sehr guten Eindruck.

Tram glänzt mit Pünktlichkeit

An Werktagen nutzten laut der VBZ dieses Jahr durchschnittlich etwa 5000 Personen die Tramhaltestellen auf Schlieremer Boden. An Wochenenden waren es rund 4000 Personen. Das sind, wenn der negative Einfluss durch die Coronapandemie berücksichtigt wird, sehr gute Zahlen. Sie entsprechen in etwa den Passagierzahlen, wie sie im Jahr 2016 der Bus 31 auf derselben Strecke aufgewiesen hatte. Die Betriebskosten fallen wie von der VBZ erwartet aus. Und auch bezüglich Pünktlichkeit hat die VBZ an ihrer verlängerten Linie durchaus Freude.

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2019 ist das Tram zu 94 Prozent pünktlich. In Schlieren liegt die Pünktlichkeit sogar bei 95 Prozent. Als pünktlich gilt ein Fahrzeug, wenn dessen Abfahrt im Vergleich zum Fahrplan zwischen einer Minute zu früh oder zwei Minuten zu spät erfolgt. Aber auch hier gilt, dass diese Zahlen noch nicht sonderlich aussagekräftig sind, da der Lockdown einen Einfluss hatte.

Zu einer Unfallserie, wie sie von vielen befürchtet wurde, kam es auf der Strecke bisher nicht. Doch der eine Unfall am 12. Juni 2020 endete tödlich. Das 83-jährige Opfer erlag einige Tage nach dem Unfall seinen Verletzungen.

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