Schlieren
Die Quartierentwicklung von Schlieren wird konkret

Die Quartierforscher des Stadtentwicklungsprojekts Schlieren Südwest formulierten erste konkrete Verbesserungsvorschläge, nachdem sich Vertreter der Bevölkerung über mögliche Nutzungsszenarien im Zentrum ausgetauscht haben.

Florian Niedermann
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Während der Präsentation der Erkenntnisse konsultierte das Team «Begegnungsorte» den Stadtplan, um zu verorten, wovon man sprach. fni

Während der Präsentation der Erkenntnisse konsultierte das Team «Begegnungsorte» den Stadtplan, um zu verorten, wovon man sprach. fni

Die Partizipationsprozesse zur städtebaulichen Entwicklung Schlierens nehmen immer konkretere Formen an: Nachdem sich Vertreter der Bevölkerung über mögliche Nutzungsszenarien im Zentrum ausgetauscht haben (Ausgabe vom 28. Juni), formulierten die Quartiererforscher des Stadtteilentwicklungsprojekts Schlieren Südwest erste konkrete Verbesserungsvorschläge. An einem Austauschtreffen sprachen die forschenden Quartierbewohnerinnen und -bewohner über die Erkenntnisse ihrer Arbeit, die Schwierigkeiten, die sich bei der Umsetzung von Ideen stellen könnten und Synergien, die untereinander genutzt werden könnten.

«Ich bin extrem beeindruckt vom Einsatz, den die Quartiererforscher bereits leisteten», sagte Barbara Emmenegger, die Projektleiterin der Hochschule für Soziale Arbeit Luzern, am Ende der Veranstaltung. Die Idee hinter dem Treffen sei es, zu klären, wo man stehe und wo man nicht weiter komme, um danach besser weiterarbeiten zu können.

30 Freiwillige, 7 Gruppen

In Schlieren verteilen sich die rund 30 freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Bevölkerung auf sieben inhaltlich definierte Gruppen: Verkehr, Kesslerplatz, Jugend, Senioren, Begegnungsorte, Färberhüsliwiese und Kinderspielplätze. Einige Gruppen konnten aus Quartierbegehungen, Interviews mit Bewohnern, Workshops und anderen Forschungsmethoden bereits erste Schlüsse ziehen und konkrete Verbesserungsvorschläge definieren.

Die Gruppe «Jugend» suchte etwa gemeinsam mit Jugendlichen in Workshops nach Bedürfnissen, die im Quartier nicht gedeckt werden. Dabei kam heraus, dass sie ein Jugendcafé vermissen, dass sie zumindest teilweise auch selbst führen könnten, oder dass ein gedeckter Treffpunkt an zentraler Lage ein Anliegen ist. Besonders elaboriert waren die Vorschläge der Gruppe «Kesslerplatz», die eine Umgestaltung der Verkehrskreuzung zu einem Platz mit Verkehrskreisel, Tempo-30-Limit und Parkstrukturen vorschlugen. Nicht nur dokumentierten sie ihr Projekt bereits mit professionell anmutenden Visualisierungen (Bild rechts), sie hatten bereits im Vorfeld die Migros am Kesslerplatz davon überzeugen können, dass sie ihr Parkfeld für ein solches Projekt hergeben würde.

Anlass zu Diskussionen bot die Präsentation der Gruppe «Verkehr». Die Referenten erklärten, dass sie sich bei ihrer Arbeit im Kreis drehen würden, weil das Projekt «Limmattalbahn» noch nicht ausgereift genug sei, um die späteren Auswirkungen auf die Gesamtverkehrssituation abschätzen zu können.

Studer stellt Kontakt zu Stadt her

Der administrative Leiter des Projekts aufseiten der Stadt Schlieren, Martin Studer, erklärte am Ende der Veranstaltung, er werde helfen, die entsprechenden Ansprechpersonen bei der Stadt zur Abklärung rechtlichen und planerischen Rahmenbedingungen zu vermitteln. Emmenegger sagte, dass die Vernetzung der Gruppen untereinander zu einem zentralen Thema der weiteren Arbeit werde. Nur so könnten Zweigleisigkeiten vermieden und Synergien genutzt werden. Ausserdem wies sie darauf hin, dass die Projekte an einem öffentlichen Anlass am 26. Oktober präsentiert würden. «So können wir sie auch auf dem Willen einer breiten Öffentlichkeit abstützen», erklärte sie.

Das Projekt «Stadtteilentwicklung Schlieren Südwest» initiierte die Stadt Schlieren. Der Bund unterstützt es im Rahmen der «Projets Urbains», deren Ziel es ist, die Lebensqualität in Quartieren mit besonderen Anforderungen nachhaltig zu verbessern und günstige Voraussetzungen für die gesellschaftliche Integration zu schaffen.