Bergdietikon

Die Bewohner kämpfen für den Erhalt ihrer Poststelle

Für Willy Egger kommt die Schliessung der Poststelle wegen ihrer grossen Rolle im Dorf nicht infrage.

Für Willy Egger kommt die Schliessung der Poststelle wegen ihrer grossen Rolle im Dorf nicht infrage.

Das Bürgerforum sammelt vorsorglich Unterschriften gegen eine Schliessung der Postfiliale in Bergdietikon. Bisher haben sie schon 300 Unterschriften zusammen.

In eine gut funktionierende Gemeinde gehört einfach eine Post», sagt Willy Egger. Als Mitglied des Bürgerforums Bergdietikon sammelt er Unterschriften gegen die Schliessung der kleinen Poststelle im Dorf. «Wir haben bisher 300 Unterschriften zusammen. Im Januar wollen wir die Petition einreichen. Bis dann rechnen wir mit 500 Unterschriften», so Egger.

In vielen kleineren Gemeinden wurden die Poststellen in den letzten Jahren wegen mangelnder Nachfrage und Rentabilität geschlossen. Im Limmattal waren Aesch und Oetwil davon betroffen. In Bergdietikon möchte man das mit allen Mitteln verhindern.

Kündigung des Poststellenleiters

Dass die Poststelle geschlossen werden soll, ist bisher jedoch nur eine Vermutung. Grund dafür ist die Kündigung des Poststellenleiters. Willy Egger: «Wenn ein Poststellenleiter geht, überprüft die Post oft, ob es sich lohnt, diese Filiale weiterhin zu betreiben.» Das hätten sie aus anderen Gemeinden gehört. Möglicherweise würde die Post zum Schluss kommen, dass das in Bergdietikon nicht der Fall ist.

Die Post bestätigt, dass man den Zeitpunkt der Schliessung einer Geschäftsstelle gegebenenfalls mit einer Pensionierung oder Kündigung zusammenlegt. «Ausschlaggebend für einen Entscheid sind aber die Nutzung, die Situation am Standort sowie das Umfeld. Die Weiterentwicklung des Poststellennetzes ist eine Daueraufgabe.», so Mediensprecher Bernhard Bürki.

Mit der Petition will man, noch bevor die Post eine Schliessung überhaupt erwägt, zeigen, wie wichtig die Poststelle für die Bürger ist und wie gross der Wunsch, sie zu erhalten. Er verstehe zwar die betriebswirtschaftlichen Überlegungen der Post, sagt Egger, aber die Post sei eben mehr als nur ein Geschäft. «Sie ist ein Ort der Begegnung. Man wird persönlich begrüsst und freundlich bedient, es wird auf die individuellen Bedürfnisse eingegangen. Gerade für ältere Menschen ist das heute, wo Geschäfte zunehmend elektronisch abgewickelt werden, wichtig.»

Zudem sei eine Poststelle Teil des Service Public und eine Standortaufwertung. «Bergdietikon hat Wachstumspotenzial, es wird viel gebaut. Aber es ist natürlich schwierig, eine Gemeinde zu fördern und attraktiver zu machen, wenn solche Angebote verloren gehen», so Egger.

Ein Zeichen setzen

Wird eine Poststelle geschlossen, so bietet die Post ihre Dienste weiterhin an, entweder als Hausservice oder als «Post im Dorfladen». Als einziges Geschäft käme in Bergdietikon dafür der Volg infrage. «Dort wären dann aber die Bareinzahlungen nicht mehr möglich, die bei uns häufig genutzt werden», so Egger.

Gemeindeschreiber Patrick Geissmann erklärt, dass sich auch der Gemeinderat für die Erhaltung der Poststelle einsetze: «Wir werden das Anliegen des Bürgerforums gegen aussen vertreten.» Rechtlich und politisch sei zwar mit der Petition nicht viel zu erreichen, sagt Egger. «Aber wir wollen ein Zeichen setzen und hoffen, dass die Post darauf reagiert.»

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