Schlieren
«Der Wald ist kein Rummelplatz»: Holzkorporation spricht über abgelehnte Freizeitprojekte

Die Holzkorporation erklärt ihre Ablehung zum Bike- und Kletterpark-Projekt.

Alex Rudolf
Merken
Drucken
Teilen
Die Waldbesitzer wehrten sich gegen zusätzliche Nutzungen.

Die Waldbesitzer wehrten sich gegen zusätzliche Nutzungen.

Senada Haralcic

Wie viel Mensch verträgt die Natur? Dabei handelt es sich um eine der brennenden Fragen unserer Zeit und mit ihr hatte sich kürzlich auch der Schlieremer Stadtrat zu befassen. Zwei unabhängige Vorstösse aus den Reihen der städtischen FDP und des Quartiervereins forderten die Prüfung eines Freizeitangebots im Schlieremer Wald. Dies nachdem der geplante Skaterpark im Zelgliquartier wegen zusätzlicher Kosten von mehreren hunderttausend Franken vom Parlament bachab geschickt worden war. Doch auch der gewünschte Seilpark (FDP) und der Bike-Trail (QV) waren keine Optionen. Neben offenen Fragen bezüglich Betrieb und Kosten verwies der Stadtrat auch darauf, dass die Besitzerin des Waldes, die Holzkorporation Schlieren, nicht gewillt sei, ein solches Angebot zuzulassen.

Es gehe um das Ökosystem

In einem Leserbrief, verfasst vom Präsidenten der Holzkorporation, Alfred Füllemann, wird nun deutlich, dass die Holzkorporation nicht als Spielverderber gesehen werden will. «In keiner Weise geht es uns um die Verhinderung von Freizeiteinrichtungen», schreibt Füllemann. Es gehe den 32 Eigentümern des Schlieremer Waldes lediglich darum, das empfindliche Ökosystem zu schützen und für künftige Generationen zu erhalten.

Die Widerstände seien heute schon gross genug. «Eine Besonderheit ist die faktische Zweiteilung durch die stark befahrene Uitikonerstrasse», so Füllemann. So werde entlang der Strasse immer wieder Müll illegal entsorgt. Zudem seien bereits verschiedene Freizeiteinrichtungen vorhanden, wie etwa der Regelkindergarten, die beiden Waldkindergärten, der Vita-Parcours und der Lauftreff mit Start und Ziel in Zürich Altstetten. Zudem leben im Schlieremer Wald Reh, Fuchs, Dachs und auch vereinzelt Rotwild. «Unzählige Vogelarten haben hier ebenfalls ihren Platz. Eine gesunde Fauna braucht auch Ruhe.»

Handeln im Interesse der Natur

Es liege somit auf der Hand, dass die verschiedenen Ansprüche an den Schlieremer Wald sich teils in die Quere kommen, heisst es im Leserbrief weiter. «Daher erachtet es die Holzkorporation als ihre Aufgabe, zu einer möglichst breiten Ausgewogenheit beizutragen. Ein Ausbau des Waldes zu einem Rummelplatz wäre ein Schritt in die falsche Richtung.» Dies hätten auch die Gespräche mit dem Stadtrat gezeigt und den Vorstand in seiner Haltung bestärkt. «Wir sind überzeugt, im Interesse der Natur und verantwortungsvoll zu handeln.»

Ob und inwiefern negative Reaktionen aus der Bevölkerung die Korporation zur Veröffentlichung dieser Mitteilung veranlasst haben, war auf Nachfrage nicht zu erfahren. Auch nicht, ob die Vertreter der Korporation finden, die Formulierung in den stadträtlichen Antworten auf die Vorstösse würden sie in ein schiefes Licht rücken. Man wolle den Leserbrief so für sich stehen lassen und keine weiteren Auskünfte dazu erteilen.