Uitikon
Der Verein «Pro Üetliberg» reicht Rekurs gegen die Verkehrsanordnung ein

Der Verein Pro Üetliberg moniert, dass die Kontrollpraxis der Autofahrten auf den Üetliberg noch zu lasch sei.

Alex Rudolf
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Zwar wurden seit April rund 800 fehlbare Autolenker verzeigt, Pro Üetliberg, Fussverkehr Schweiz und Anwohner haben am neuen System jedoch einiges auszusetzen.

Zwar wurden seit April rund 800 fehlbare Autolenker verzeigt, Pro Üetliberg, Fussverkehr Schweiz und Anwohner haben am neuen System jedoch einiges auszusetzen.

Alex Rudolf

Die neue Verkehrsanordnung für Autofahrten auf den Üetliberg steht in der Kritik. Vergangene Woche – anlässlich der Mitgliederversammlung des Vereins Pro Üetliberg – gab Präsidentin Margrith Gysel bekannt, dass gemeinsam mit dem Fachverband Fussverkehr Schweiz sowie Anwohnern Rekurs dagegen eingereicht werde, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Erst am Freitag verstrich die Frist dafür.

Im vergangenen April wurde der Betrieb des neuen Regimes mit einer Videokamera an der Üetlibergstrasse auf Höhe Schülerheim sowie einem Online-Bewilligungssystem aufgenommen. Bislang wurden so rund 800 Autolenker, die unerlaubterweise den Berg befuhren, verzeigt und 1200 Einzelbewilligungen sowie 350 Dauerbewilligungen erteilt. Dies gab der Uitiker Sicherheitsvorstand und treibende die Kraft hinter dem neuen Kontrtollsystem, Patrik Wolf (FDP), im vergangenen Oktober bekannt.

Zeitgleich veröffentlichte die Kantonspolizei im gemeinsamen Auftrag mit der Stadt Zürich sowie den Gemeinden Uitikon und Stallikon die Verkehrsanordnung, mit der das System nun definitiv eingeführt werden sollte.

Konflikt mit Gestaltungsplan?

Für Gysel ist das neue Kontrollsystem jedoch nicht weitgehend und verbindlich genug. «Die Anzahl der Ausnahmebewilligungen ist viel zu hoch und die Kriterien, eine solche zu erhalten, sind zu lasch», sagt sie auf Anfrage. Auch den Umstand, dass Touristen mit Mietautos, die ohne eine Bewilligung den Berg befahren, noch nicht gebüsst werden können, findet sie stossend.

Das grösste Problem sieht sie jedoch im Zusammenhang mit dem kantonalen Gestaltungsplan Uto Kulm, den der Regierungsrat bis Ende dieses Jahres veröffentlichen will. Im Gestaltungsplan würden dann etwa die erlaubte Anzahl Fahrten wie auch die Anzahl und der Umfang der Veranstaltungen auf dem Üetliberg festgehalten, sagt Gysel. «Die neue Verkehrsanordnung könnte diesem vorgreifen», so Gysel.

Die Nutzung des Üetlibergs ist seit Jahren umstritten. Während Anwohner und der Verein Pro Üetliberg ihn als Naherholungsgebiet nutzen möchten, zieht das Uto Kulm des umtriebigen Gastrounternehmers Giusep Fry viel Publikum auf den Berg. Bereits in der Vergangenheit sorgten etwa unerlaubte Erweiterungen des Restaurant-Betriebs für Aufregung bei Anwohnern.

Als Kritik an der Arbeit von Patrik Wolf will Gysel den Rekurs jedoch nicht verstanden wissen. «Er hat die Sache an die Hand genommen und einen Vorschlag präsentiert. Das war im Grunde sehr erfreulich», sagt sie. Nun hoffe sie jedoch, dass eine klare, strengere Lösung ausgearbeitet werde, die endlich zu einem Ende der Querelen führen würde.

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