Schlieren

Der Stadtplatz ist der entscheidende Mosaikstein für die Stadtentwicklung

Im Modell: Der künftige Stadtplatz in Schlieren.  zvg

Im Modell: Der künftige Stadtplatz in Schlieren. zvg

Der Stadtrat will nicht nur das Verkehrsproblem lösen, sondern ein zukunftsgerichtetes Stadtzentrum gestalten. Mit der Präsentation des Projekts für den Stadtplatz nimmt der Stadtkern Schritt für Schritt Gestalt an.

Der Schlieremer Stadtrat hat einen langen Atem. 2002 startete er eine intensive Debatte darüber, wie Schlierens Zukunft aussehen soll. Schnell einmal wurde ihm bewusst: Die Stadt lässt sich nur dann positiv gestalten, wenn sie einen neuen, urbanen Stadtkern erhält. Anders ausgedrückt: Schlieren muss von innen heraus erstrahlen, will die Stadt aussen glänzen.

Eine von Geduld und Verhandlungsgeschick geprägte Dekade später präsentiert der Stadtrat nun das Projekt für den Stadtplatz (Artikel unten), der bis Frühling 2015 erstellt werden soll. Damit ist ein wichtiger Meilenstein erreicht, jedoch noch nicht das Ziel.

Der Stadtplatz ist im Grunde ein Verkehrsknotenpunkt und ein Umsteigeplatz. Eine Fläche zwischen den Einkaufszentren Lilie und Parkside wird von einem einspurigen Kreisverkehr umfahren. Im Innenraum befinden sich unter einem modernen Flügeldach dereinst die Haltestelle der Limmattalbahn und nördlich und südlich davon die Bushaltestellen. Überall gilt: Fussgänger haben Vortritt.

Vom Verkehrsknotenpuntk zum sozialen Stadtkern

Dass der Stadtrat den Stadtplatz als modernen Verkehrsknoten anpreist, hat seine Logik. Der Stadtrat folgt den Zielen des schweizerischen Städteverbands, dessen Mitglied er ist. Dessen Charta, die der Schlieremer Stadtrat am 23. August 2010 unterschrieben hat, hält fest, dass in dicht besiedeltem Gebiet wie Stadtzentren, der öffentliche Verkehr sowie der Fussgänger- und Radfahrerverkehr einen grossen, wenn nicht den grössten Teil der Personentransporte abwickeln müssen.

Der Stadtplatz übernimmt jedoch nur die verkehrstechnische Funktion des Schlieremer Zentrums. Ein Kulturplatz für Veranstaltungen und als Treffpunkt soll dereinst in Richtung Dietikon daran anschliessen. Mit der Einweihung des Parkside-Gebäudes wurde 2011 bereits ein städtebaulicher Akzent im Gebiet zwischen Bahnhof und der heutigen Zürcher-/Badenerstrasse gesetzt. Damit nimmt der Stadtkern Schritt für Schritt Gestalt an.

Das alles ist nicht selbstverständlich. Schlierens Stadtrat - im speziellen Jean-Claude Perrin als Ressortvorstand Bau und Planung, sowie in den letzten zehn Jahren die Stadtpräsidenten Peter Voser und heute Toni Brühlmann-Jecklin, mussten viel Detail- und Überzeugungsarbeit leisten, um Skepsis und Kritik begegnen und überwinden zu können. Es ist ihnen nie restlos gelungen, aber bislang entscheidend.

Wirtschaft und Gewerbe fürchten den Stau

Zuletzt wurde anlässlich eines Runden Tisches die Frage behandelt, ob der Stadtplatz nicht vielmehr Fluch, denn Segen darstellen wird. Vor allem bei Wirtschaft und Gewerbe ging die Angst vor Stau und damit einer Lähmung des Stadtzentrums um.

Neuste Verkehrssimulationen der SNZ Ingenieure und Planer AG mit neuem Datenmaterial zeigen nun offenbar, dass der Verkehr flüssig gehalten werden kann. Der Grund: Der Verkehr wird stetig auf die nördlich gelegene Bernstrasse verlagert. Kapazität ist gemäss der Berechnung auf Jahre hinaus vorhanden.

Trotzdem ist gemäss Stadtingenieur Manuel Peer beim dafür zuständigen Kanton Zürich ein Projekt angestossen, das nach 2005 erneut einen Ausbau der Engstringerkreuzung vorsieht. Verfolgt wird die alte Idee einer Unterführung der Bernstrasse unter die Engstringerstrasse hindurch.

Die Entwicklung der Stadt im Blick

Die Planung des Schlieremer Stadtrats im Zentrum ist keine örtlich begrenzte Massnahme. Sie ist eingebettet in das 2005 verabschiedete Stadtentwicklungskonzept, in dem Wohnen, Arbeiten, Verkehr und Freizeit sowie Naherholung aufeinander abgestimmt sind. Mit dem nun erstmals klar umrissenen Stadtplatzprojekt geht der Stadtrat das wohl wichtigste Teilprojekt an.

Denn 2002 hat er sich mit dem Willen an die Arbeit gemacht, den stinkenden und tosenden Verkehr aus dem Stadtkern zu verbannen. Zehn Jahre später legt er dank langem Atem die Lösung dafür vor. Als nächstes muss der Stadtrat im Sommer auch das Parlament von seiner Idee überzeugen.

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