Oberengstringen

Der Dorfplatz von Oberengstringen soll neu gestaltet werden: Studenten stellen grosse Ideen vor

Studenten liefern Inputs, wie die Gemeinde Oberengstringen ihren Dorfplatz gestalten könnte. Am Freitag stellten sie ihre Konzepte vor.

Es war keine einfache Aufgabe, die die Landschaftsarchitektur-Studenten erhalten hatten: In ihrem dritten Semester an der Hochschule für Technik in Rapperswil sollten sie der Gemeinde Oberengstringen aufzeigen, wie deren Dorfplatz modern, bedarfsgerecht und als zentraler Raum neu gestaltet werden könnte. Andrea Cejka, die Professorin der 48 Studentinnen und Studenten, verwies am Freitagabend an der Vernissage der Projektstudien darauf, dass gemäss Auftrag der Gemeinde auf dem Dorfplatz einerseits viele verschiedene Nutzungen möglich sein sollen, die von Bikertreffen über Jugendanlässe bis hin zum alltäglichen Einkaufsweg reichten. Andererseits sei der zur Verfügung stehende Platz zwischen den dominanten Bauten Einkaufszentrum, Gemeindehaus und Kirche beschränkt und weise wegen der darunterliegenden Tiefgarage Höhenunterschiede auf.

Trotz der schwierigen Ausgangslage haben die Studentinnen und Studenten 17 Lösungen gefunden, die alle auf verschiedenen Ansätzen beruhen. Einig waren sich die Teams aber in einem Punkt: Der Dorfplatz ist heute nicht sichtbar, er liegt versteckt und abgeschottet in einem Innenhof. Alle Teams schlagen deshalb vor, dass zumindest die Mauer in der Ecke zwischen Gemeindehaus und Zentrumsgebäude abgerissen wird. So würde sich eine Öffnung des Dorfplatzes zur Kreuzung und Bushaltestelle hin ergeben. Dort liesse sich auch ein Vorplatz realisieren, sind sich mehrere Teams einig; eines will mit zwei markanten Bäumen eine Art Tor markieren, ein anderes vor diesem neuen Zugang zum Dorfplatz erste Sitzgelegenheiten ermöglichen.

Wird die grosse Kreuzung ein Teil des Dorfplatzes?

Wie der eigentliche Dorfplatz gestaltet werden soll, lösen alle Teams völlig unterschiedlich. Dabei legen einige Wert darauf, dass der Platz weiterhin für Grossanlässe verwendet werden kann und damit über eine zusammenhängende Fläche verfügt, auf der ein Festzelt aufgestellt werden kann. Andere legten den Schwerpunkt eher auf der Nutzung des Raums als alltäglicher sozialer Treffpunkt. Dabei wird in vielen Projektstudien auch über den Platz hinaus geblickt; sie erkennen in umliegenden Freiflächen beispielsweise Potenzial, weitere für die Bevölkerung nutzbare Räume zu schaffen. Und ein Team regt gleich an, doch auch die grosse Strassenfläche beim Zentrum in die Überlegungen einzubeziehen – bei einem Grossanlass der Gemeinde sollen der Verkehr umgeleitet und das Festzelt statt auf dem Dorfplatz mitten auf der Kreuzung aufgestellt werden.

Nach der gestrigen Vernissage werden die Projektstudien nun im Zentrum ausgestellt; im ehemaligen Tiefenbacher-Schuhladen können Interessierte die Pläne, Visualisierungen und dazugehörigen Erläuterungen bis im März begutachten.

Die in acht Wochen erstellten Projektstudien werden nicht direkt weiterbearbeitet. Doch dürften verschiedene darin vorgeschlagene Elemente in die weitere Arbeit einfliessen, sagte Gemeindepräsident André Bender (SVP) am Freitag. Es seien viele wertvolle Inputs erfolgt. In der Gemeinde soll die Diskussion nun weitergeführt werden, und die eingesetzte Arbeitsgruppe wird weiter tätig sein. Das Ziel ist gemäss Bender, dass an der Gemeindeversammlung im November eine Dorfplatz-Vorlage traktandiert werden könne.

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