Coronavirus

Der Corona-Einsatz der Limmattaler Zivilschützer ist vorbei: Das Schlimmste blieb aus

Die Zivilschutzorganisationen Gubrist, Region Dietikon und Limmattal Süd ziehen eine positive Bilanz. Während der Coronakrise fusionierten sie zu einer Organisation. Die Zusammenarbeit hat funktioniert.

An diesem Wochenende geht der lange Corona-Einsatz der Limmattaler Zivilschützer voraussichtlich zu Ende. Falls keine zweite Welle erfolgt, stehen in den kommenden Tagen nur noch die Abbau- und Aufräumarbeiten an, wie der Schlieremer Stadtrat Pascal Leuchtmann (SP) sagt. Der Ressortvorsteher Sicherheit und Gesundheit zieht, nachdem mehr als 400 Zivilschützer rund 3000 Diensttage geleistet haben, eine erste positive Bilanz: «Die Zivilschutzorganisationen haben gezeigt, dass sie in kurzer Zeit viel Manpower aktivieren können.»

Der Schlieremer Stadtrat Pascal Leuchtmann zieht eine positive Bilanz.

Der Schlieremer Stadtrat Pascal Leuchtmann zieht eine positive Bilanz.

Der Zivilschutz Limmattal agiere flexibel und schnell, heisst es auch in einer Medienmitteilung der Truppe. «Für Einsätze wird nur aufgeboten, wer tatsächlich gebraucht wird.» Innert Stunden hätten die erforderlichen Ressourcen jeweils bereitstehen können. Daran erinnert sich auch Thomas Brack, der Direktor des Spitals Limmattal. Das Limmi hatte von Beginn der Coronakrise an auch auf Zivilschützer gesetzt. «Es war beeindruckend, wie rasch es funktioniert hat», sagt Brack. Nach seinem Anruf beim Zivilschutzkommandanten seien nur drei Stunden vergangen, dann seien bereits die ersten Zivilschützer beim Spital aufgetaucht und hätten Aufgaben übernommen.

Die Limmattaler Zivilschützer hatten am 4. März ihre ersten Einsätze geleistet. Sie wurden damals bei der Hotline der Kantonspolizei eingesetzt, welche für Fragen von Veranstaltern und Behörden eingerichtet worden war. Am selben Tag erbrachten sie auch die ersten Unterstützungsdienste im Spital Limmattal. In der Folge gelangten sie unter anderem auch beim Schlieremer Altersheim Sandbühl und beim Oberengstringer Almacasa zum Einsatz. Zudem übernahmen sie Fahrdienste fürs Rote Kreuz.

Zehn Gemeinden, eine Zivilschutzorganisation

Aufgeboten wurden dabei für einzelne und manchmal für mehrere Einsätze Zivilschützer aus dem gesamten Limmattal. Denn die Zivilschutzorganisationen hatten zu Beginn des Corona-Einsatzes ihre Strukturen angepasst: Die drei eigenständigen Organisationen Limmattal Süd (Aesch, Birmensdorf, Schlieren und Urdorf), Region Dietikon (Dietikon, Geroldswil und Oetwil) und Gubrist (Oberengstringen, Unterengstringen und Weiningen) haben vorübergehend zur Zivilschutzorganisation Limmattal fusioniert.

Diese befristete Zusammenlegung erfolgte insbesondere aus organisatorischen Überlegungen, wie Pascal Leuchtmann erklärt: «Angesichts der Bilder aus Italien, die wir alle sahen, mussten wir anfänglich damit rechnen, dass unser Gesundheitssystem an die Grenzen gelangt.» Die Zivilschutzorganisationen hatten sich deshalb unter anderem darauf eingestellt, dass sie bei der Spitex aushelfen müssten, wie Leuchtmann weiter ausführt.

«Die Spitex-Organisationen und die Zivilschutzorganisationen verfügen aber nicht über deckungsgleiche Gebiete.» Eine einzige Zivilschutzorganisation hätte so gleich zwei Spitex-Gebiete zumindest teilweise abdecken müssen, eine andere hätte gebietsweise dazwischengefunkt. Um die Planung für den Ernstfall zu vereinfachen, hätten sich die drei Zivilschutzorganisationen deshalb unkompliziert zum temporären Zusammenschluss entschlossen.

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«Dieses Zusammengehen erleichterte uns auch den langandauernden und grossen Einsatz beim Spital», sagt Leuchtmann. «Ohne Fusion hätte ihn die Zivilschutzorganisation Limmattal Süd alleine bestreiten müssen.» So habe man auf mehr Kräfte aus dem ganzen Limmattal zählen können. «Wir leben Solidarität», wird Zivilschutzkommandant Urs Kümmerli diesbezüglich in der Medienmitteilung zitiert. «Wir konnten die Synergien aller drei Organisationen gezielt nutzen und die entstandene Kraft erfolgreich einsetzen.» Die Zivilschützer hätten bewiesen, dass eine organisationsübergreifende Zusammenarbeit sehr gut funktioniere. Auch Pascal Leuchtmann stuft die vorübergehende Fusion insgesamt als erfolgreich ein. «Die Zusammenarbeit, gerade auch unter den Mannschaften und im Kader, klappte sehr gut.»

Aus dem Corona-Einsatz die Lehren ziehen

Die drei Zivilschutzorganisationen Limmattal Süd, Region Dietikon und Gubrist werden nun bald wieder ihre eigenen Wege gehen. «Wir wollen und müssen aber unsere Lehren aus den vergangenen Wochen ziehen», sagt der Schlieremer Sicherheitsvorstand. «Wie die verschiedenen Sicherheits- und Gesundheitsorganisationen im Limmattal künftig strukturiert werden sollen, sollte in naher Zukunft nochmals vertieft analysiert werden.» Dabei dürften aber nicht nur die Zivilschutzorganisationen alleine betrachtet werden. Die Spitex und ­Sicher- heitsorganisationen wie Feuerwehr und Polizei müssten ebenfalls in diese Überlegungen einbezogen werden.

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