Der tierische Jahresrückblick, Teil III

Der Biber eroberte gefrässig die Limmat zurück

Ein Kater mit hohem Militärrang, Enten, die schneckengeplagten Zürchern zu Hilfe eilen, und Biber, die das Limmatufer in Beschlag nehmen: 2016 war für das Limmattal ein tierisches Jahr. Die Nachkommen der Biber-Population, die einst an der Aare ausgesetzt wurde, fühlen sich in den Auen des Limmattals heimisch.

Das Biber-Fieber hatte das Limmattal vergangenes Jahr fest im Griff. Zum ersten Mal, seit in den 1950er-Jahren eine norwegische Biber-Population an der Aare ausgesetzt wurde, drang ein Biber bis auf die Höhe des Bahnhofs Glanzenberg vor. Auch beim waghalsigen Sprung in die Limmat wurde er schon beobachtet.

Inzwischen hausen dort sogar zwei Biber, wie Fotos von Lesern der Limmattaler Zeitung zeigen. Man wisse jedoch nicht, ob es sich um ein Elterntier mit Jungem oder um ein Paar handle, sagt Beat Hartman, Ranger für die Dietiker und Geroldswiler Auen.

Der Biber wird beim Fressen unweit des Bahnhofs Glanzenberg beobachtet.

Der Biber wird beim Fressen unweit des Bahnhofs Glanzenberg beobachtet.

«Der Biber hat sich am Limmatufer mehrere Behausungen eingerichtet», sagt Hartmann, der von April bis Oktober dreimal wöchentlich im Naturschutzgebiet an der Limmat unterwegs ist. Aber auch wer den Biber selbst nicht zu sehen bekommt, erkennt seine Spuren am Flussufer zwischen den Bahnhöfen Dietikon und Glanzenberg auf den ersten Blick. Helle Stellen abgefressener Rinde an Baumstämmen, zu gefährlichen Spitzen genagte Äste und geknickte Weidenbäume sind Zeugen seines Werkens. «Der Biber nagt nur so lange an einer Weide, bis diese ihm mittels Aussondern von Bitterstoffen signalisiert, dass ein Weiterfressen zu ihrem Tod führen würde. Der Baum stirbt so nicht ab», sagt Hartmann.

In Zürich angekommen

Inzwischen hat einer der Limmat-Biber (insgesamt dürften sich im Zürcher Limmattal bis drei Exemplare aufhalten) die Stadtgrenze zu Zürich überschwommen, an der Werdinsel die ersten Bäume zum Knicken gebracht und bereits Spuren am Sihlufer beim Platzspitz hinterlassen, wie Forstingenieur Tobias Liechti weiss. «Gerade in der jetzigen Jahreszeit sind am Sihlufer die Nagespuren an Weiden gut sichtbar, da sich der Biber im Winterhalbjahr hauptsächlich von Rinde und Ästen ernährt.» Im Sommer frisst er sich Fettreserven an, die er in seinem dicken Schwanz, Kelle genannt, speichert, um durch den Winter zu kommen.

Ein weiteres tierisches Highlight: Limmattaler Kühe geniessen die Frühlingsgefühle

Zebu Dexter Kreuzungen

Zebu Dexter Kreuzungen

Zum ersten Mal besuchte 2016 ein buckliger Zebu-Stier die Kuhdamen, die alljährlich auf der Bergdietiker Weide von Heinz und Beatrice Schneider übersommern. Seine Gene sorgen für resistentere Kälber. Die jungen Halb-Zebus aus dem Stelldichein mit dem mächtigen Zuchtstier werden im Frühsommer auf die Welt kommen.

Ein kleines Kälbchen erblickte das Licht der Welt.

Ein kleines Kälbchen erblickte das Licht der Welt.

Während der Sommerreportage «24 Stunden in Oetwil» im August gebar Benjamin Bühlers Kuh Fee einen kleinen Stier. Er erinnere sich noch gut daran, sagt Bühler heute. Als Kalb einer Fleischrasse ist dem Stier aber nur ein kurzes Leben bestimmt. Bauer Bühler verkaufte ihn einem Kollegen im Bernbiet, wo er aktuell gemästet wird. (GAH)

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