Spitalpersonal
Das Spital Limmattal gibt seinen Mitarbeitern mehr Ferien

Fünf Wochen Ferien haben die Angestellten des Spitals Limmattal und sie arbeiten bis 65 – das ist zeitgemäss und trotzdem verspätet.

Lina Giusto
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Der Frauenanteil der Ärzteschaft steigt in den nächsten Jahren weiter an. SEN

Der Frauenanteil der Ärzteschaft steigt in den nächsten Jahren weiter an. SEN

Senada Haralcic

Das Spital Limmattal in Schlieren setzt mit der Anpassung des Personalreglements ein längst überfälliges und zeitgemässes Zeichen: Seit 1. Juli erhalten alle Mitarbeitenden eine zusätzliche Ferienwoche. Damit können die Spitalangestellten nun - wie bereits branchenüblich - fünf Wochen Ferien im Jahr beziehen. Matthias Gehring, Leiter Human Resources, sagt: «Wir setzen damit ein Zeichen, dass uns auch die Erholung unserer engagierten Mitarbeitenden wichtig ist.»

Damit zieht das Spital Limmattal mit den Zürcher Spitälern gleich. Laut Orsola Vettori, Direktorin des Spitals Zollikerberg, gewähren sie ihren Mitarbeitenden bereits seit längerem einen fünfwöchigen Jahresurlaub. Genau so ist die Handhabe im Spital Bülach: «Seit Januar 2014 stehen unseren Mitarbeitenden mindestens 25 Ferientage pro Jahr zur Verfügung», sagt Claudia Binder, Kommunikationsverantwortliche des Spitals Bülach.

Gleichheit für alle

Zudem werden die 1250 Angestellten des Schlieremer Spitals nun gleichgestellt. Männer wie Frauen werden gemäss Arbeitsvertrag nun im Alter von 65 Jahren pensioniert. Für Frauen galt bis anhin noch die Rente mit 64 Jahren. «Für alle ist eine frühere Pensionierung ab 60 wie bis anhin möglich, indem Betroffene das Arbeitsverhältnis von sich aus auf den gewünschten Zeitpunkt auflösen», sagt Gehring. Mit der Gleichstellung des Rentenalters von Mann und Frau trägt das Spital Limmattal dem Aspekt der alternden Gesellschaft schrittweise Rechnung. «Im gegenseitigen Einvernehmen haben Mitarbeitende die Möglichkeit, über das Pensionierungsalter hinaus bei uns tätig zu sein», sagt Orsola Vettori.

Auch die fixen Kündigungsfristen wurden für alle Arbeitnehmer des Spitals Limmattal nun einheitlich geregelt. Im ersten Dienstjahr gilt eine Kündigungsfrist von einem Monat und ab dem zweiten Dienstjahr eine Frist von drei Monaten; ausser diese wird im Einzelarbeitsvertrag anders geregelt. Das gilt auch bereits in anderen Spitälern der Region.

Für Mitarbeiter des Spitals Limmattal gibt es noch eine dritte Änderung: Werdende Väter erhalten seit diesem Monat zwei zusätzliche Tage Vaterschaftsurlaub. Insgesamt umfasst dieser nun fünf freie Arbeitstage. Laut Gehring sei dies branchenüblich. Allgemein seien die Anpassungen zeitgemäss und würden damit die Konkurrenzfähigkeit des Spitals Limmattal als Arbeitgeber fördern. Und generell ist im Ärzteberuf ein Umdenken im Gange: Wegen dem steigenden Frauenanteil im Ärzteberuf und dem Bedürfnis, Familie und Beruf vereinen zu können, ist ein gesellschaftlicher Wandel unabwendbar. Der Verband Schweizerischer Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte (VSAO) bestätigt diesen Trend. Umfragen der FMH Swiss Medical Association aus dem Jahr 2012 zeigen, dass der Wunsch nach Teilzeitarbeit unter der Ärzteschaft vorhanden ist – unabhängig vom Geschlecht. Gemäss der Ärztestatistik 2014 der FMH Swiss Mediccal Association sind rund 60 Prozent der Ärzteschaft Männer und 39 Prozent Frauen. Der Anteil der Ärztinnen ist seit 1990 jährlich um 4,8 Prozent gestiegen. Bei der Aus- und Weiterbildung von Ärzten zeigt sich ein deutlicher Trend - der Frauenanteil der berufstätigen Ärzteschaft wird in den kommenden Jahren weiter steigen.

«Unsere Vertragsverhältnisse liegen in der Bandbreite anderer Spitäler; damit sind wir als Arbeitgeber absolut attraktiv», sagt Gehring. Das Spital Bülach geht beim Vaterschaftsurlaub noch einen Schritt weiter: «Per Januar 2016 verdoppeln wir die Dauer des Vaterschaftsurlaubes und den frischgebackenen Vätern stehen 10 Tage zu», sagt Binder. Zur Zeit noch erhalten werdende Väter, die im Bülacher Spital arbeiten, fünf Arbeitstage Urlaub bei Familienzuwachs.

Regelmässige Anpassungen

Für die Revision, die per 1. Juli in Kraft getreten ist, gab die Delegiertenversammlung am 22. April grünes Licht. Die 11 Anwesenden haben die Vorlagen einstimmig angenommen. Gehring sagt: «Wir orientieren uns an den Vertragsverhältnissen anderer Spitäler, damit wir als Arbeitgeber attraktiv bleiben.» Änderungen im Personalreglement gibt es regelmässig. So überarbeitet das Spital Zollikerberg gerade das ihrige aufs Neue.

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