Dietikon
Das Gateway-Limmattal soll in Etappen realisiert werden

Das Containerterminal Basel-Nord geniesst neu höhere Priorität. Im Mediationsverfahren zwischen der SBB Cargo und der Verladeindustrie einigte man sich darauf, dass die Umsetzung im Limmattal etappenweise realisiert werden soll.

Sandro Zimmerli
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Option für Realisierung des Gateway Limmattal wird offengehalten.wul

Option für Realisierung des Gateway Limmattal wird offengehalten.wul

Gateway: Der bisherige Plan sieht die Eröffnung für 2018 vor

Gemäss Plangenehmigungsverfahren plant SBB-Cargo beim Rangierbahnhof Limmattal (RBL) auf 2018 ein sogenanntes Gateway - einen Umsteigebahnhof für Container - zu eröffnen. Es soll auf der Südseite an den RBL angebaut werden und kommt zwischen der zu verlegenden Südumfahrung des RBL sowie der bestehenden Wagenreparatur zu liegen. Das Gateway besteht aus 735 Meter langen Bahngleisen und einer Ladestrasse, über denen zwei (später drei) Portalkräne liegen. 80 Prozent der täglich 600 ankommenden Container müssen gemäss Zürcher Richtplan beim Gateway per Bahn weiter transportiert werden, 20 Prozent können für die Feinverteilung auf Lastwagen umgeladen werden. Das Projekt ist auf 160 Millionen Franken veranschlagt.

Das Gateway beim Rangierbahnhof Limmattal geniesst bei den Planungen der Terminallandschaft in der Schweiz nicht oberste Priorität. Im Mediationsverfahren zwischen SBB Cargo und der Verladeindustrie haben sich die Parteien darauf geeinigt, dass die Option für die Realisierung des Containerterminals im Limmattal offen gehalten werden soll. Bei der Umsetzung steht ein etappenweises Vorgehen im Vordergrund, das sich nach den Marktbedürfnissen richtet, gab das Bundesamt für Verkehr (BAV) am Dienstag bekannt. Weiter habe man sich darauf geeinigt, dass die Vorgabe des kantonalen Richtplans, wonach im Sammel- und Verteilverkehr mindestens 80 Prozent der Container mit der Bahn zu transportieren sind, zu berücksichtigen und ins Produktionskonzept einzubeziehen sei.

Basel Nord wird gebaut

Unbestritten ist der neue Grossterminal Basel-Nord. «Er soll realisiert und im Endausbau wie geplant trimodal ausgestaltet werden», heisst es in der Mitteilung. Dies bedeute einen Umschlag zwischen Schiene, Strasse und Rheinschifffahrt.

Nötig wurde die vom BAV organisierte Mediation, weil selbst die Verladeindustrie das Projekt der SBB Cargo ablehnte. Das BAV lud deshalb Ende April zu einer ausserordentlichen Terminalkonferenz. Als Mediator wurde der Krisenmanager und Berater Erwin Rutishauser eingesetzt. Das Limmattal, wo das Gateway von den Standortgemeinden Dietikon und Spreitenbach, den Anrainergemeinden, Parteien und Limmattaler Organisationen wegen befürchtetem Mehrverkehr und Lärmzunahme bekämpft wird, war an der Terminalkonferenz nicht vertreten.

Gestern ging die zweite Terminalkonferenz über die Bühne. Die Transport- und Logistikbranche seien dabei in weiteren Punkten übereingekommen, so das BAV. Die Akteure sein sich einig, dass im Import- und Exportverkehr von Containern Wachstumsraten von einem bis zwei Prozent über dem Wirtschaftswachstum realistisch seien. Weiter sei klar, dass die bestehenden Terminals bei der Planung der künftigen Terminallandschaft einbezogen werden müssten.

Zudem sei die Frage zu vertiefen, «wie der diskriminierungsfreie Zugang zu den Terminals optimal gewährleistet werden kann», heisst es in der Mitteilung. Ebenfalls genauer geprüft werden müsse die Frage, wie die Betreibergesellschaften der Terminals am besten organisiert werden.

Laut Mitteilung sieht das BAV vor, die Weiterentwicklung der Terminallandschaft in den kommenden Monaten zu konkretisieren. Die Branche soll periodisch über den Fortschritt im Rahmen einer Konferenz informiert werden.

Plangenehmigung geht weiter

Bei SBB Cargo begrüsst man die Resultate des Mediationsverfahrens, wie es in einer Mitteilung heisst. «Die Terminalstrategie der SBB wurde durch den Bund und die Branche bestätigt, insofern halten wir an unseren Planungen fest», sagt SBB-Mediensprecherin Lea Meyer auf Anfrage. Die genaue Etappierung des Gateway Limmattal werde man in den nächsten Monaten mit der Branche nochmals aufnehmen. Dennoch werde das eingeleitete Plangenehmigungsverfahren aktiv weitergeführt.

Ganz anders wird die Lage bei den Gegnern des Terminals beurteilt. «Die heutige Terminalkonferenz hat deutlich gezeigt, dass die vom BAV eingesetzte Mediation zur Rettung des Projekts Gateway Limmattal als gescheitert betrachtet werden muss», schreibt die CVP des Bezirks Dietikon.

Die präsentierten Ergebnisse seien nichtssagend und weitgehend substanzlos. Die potenziellen Kunden sowie die möglichen Betreiber eines Terminals im Limmattal hätten sich durch den eng mit der SBB verbundenen Mediator nicht beirren lassen. «Die CVP begrüsst die Zurückstufung des unsinnigen Projekts», heisst es. Nur die endgültige Streichung des Gateways aus dem kantonalen Richtplan ermögliche dem Limmattal, sich weiterhin angemessen zu entwickeln. Ähnlich äussert sich das Komitee «Gateway, so nicht».

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