Im Rahmen eines Pfingstlagers 2011 ereignete sich der tödliche Unfall: Ein achtjähriges Mädchen prallte bei der Benutzung einer Seilbahn ungebremst in einen Baum und verstarb. Die Staatsanwaltschaft Winterthur-Unterland verurteilte zwei Leiter des Cevi Geroldswil zu einer bedingten Geldstrafe und einer Busse. Den beiden Beschuldigten wird vorgeworfen, bei der Planung, beim Bau sowie beim Betrieb einer Seilbahn unsorgfältig gehandelt zu haben. Hinzu kamen mangelnde Kontrolle und Organisation vor Ort durch die Beschuldigten. 

Der Cevi Schweiz bedauert den Unfall. Es handle sich um einen tragischen Einzelfall, schreibt der drittgrösste Jugendverband der Schweiz auf seiner Website. Er hatte nach dem Unfall Lehren gezogen und die Regeln verschärft. Er investiere viel in die Ausbildung der Leiter - «eine sichere Durchführung der Aktivitäten ist uns wichtig». Verschiedenste Ausbildungskurse sollen zur Minimierung von Risiken beitragen, so würden Sicherheit und Verantwortung geschult und sensibilisiert. 

Nur noch eine Seilbahn bauen darf, wer eine entsprechende Ausbildung absolviert habe, sagte Marketing- und Kommunikationschef Felix Furrer. Die einschlägigen Jugend-und-Sport-Standards für Seiltechnik wurden laut Furrer verschärft und für verbindlich erklärt. So müssen «alle sicherheitsrelevanten Elemente zweifach vorhanden» sein, es gilt das Vier-Augen-Prinzip, und die Seilbahn-Verantwortlichen müssen eine umfassende Risikoanalyse machen, in die sie auch die Umgebung einbeziehen.

«Ein Risiko bleibt immer bestehen»

Aufgrund des Strafbefehls sollen derzeit keine weiteren Anpassungen im Sicherheitsdispositiv des Verbandes vorgenommen werden. Regelmässig werde aber geprüft, ob es neue Massnahmen brauche. Risiken zu minimieren sei laut Cevi Schweiz natürlich primär anzustreben, ein Restrisiko bleibe jedoch immer bestehen.

Der fehlbare Leiter ist laut Furrer nach wie vor bei der Cevi tätig. (az/sda)