Birmensdorf
Nachfolge von Annegret Grossen: Eine Frau und zwei Männer wollen in den Gemeinderat

Mit den beiden Parteilosen Anja Fenner-Zimmermann und Dominik Mahrer erhält der FDP-Kandidat Patrick Vogel starke, tief in der Gemeinde verwurzelte Konkurrenz.

Alex Rudolf
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Wollen in den Birmensdorfer Gemeinderat: Patrick Vogel (FDP), Anja Fenner-Zimmermann und Dominik Mahrer (beide parteilos).

Wollen in den Birmensdorfer Gemeinderat: Patrick Vogel (FDP), Anja Fenner-Zimmermann und Dominik Mahrer (beide parteilos).

Bilder: zvg

Am 13. Juni entscheiden die Birmensdorferinnen und Birmensdorfer, wer für die zurücktretende Annegret Grossen (FDP) in den Gemeinderat gewählt wird. Patrick Vogel (FDP) stand bereits als Kandidat fest. Nun zeigt sich aber, dass er starke Konkurrenz erhält. Mit der 29-jährigen Anja Fenner-Zimmermann (parteilos) stellt sich eine gebürtige Birmensdorferin zur Wahl, die Korporal in der örtlichen Feuerwehr und Mitglied der Frauenriege ist. Dominik Mahrer, der dritte, ebenfalls parteilose Kandidat, ist nicht in Birmensdorf geboren, wohnt aber bereits seit 19 Jahren in der Gemeinde. Der 43-Jährige engagierte sich während acht Jahren im Vorstand des Elternforums Birmensdorf, ist verantwortlich für Licht und Ton beim Frauenchor Birmensdorf und ist Mitglied im Vogelschutzverein Birmensdorf.

Dass mit Grossen die Sozialvorsteherin den Hut nimmt, dürfte für das Stimmvolk von Interesse sein. Fenner-Zimmermann ist von Beruf Sozialversicherungsfachfrau mit Eidgenössischem Ausweis und wäre - falls das neue Gemeinderatsmitglied Grossens Ressort übernimmt - wohl fachlich sehr geeignet. Sie arbeitet sie als Fachverantwortliche Lohn und Versicherungen auf der Dietiker Stadtverwaltung. «Mein ganzes bisheriges Berufsleben brachte ich auf Verwaltungen entweder im Finanz- oder im Sozialbereich zu. Ich bin daher bestens gerüstet», sagt sie. Für Politik interessiere sie sich schon ihr Leben lang und als Grossens Rücktritt bekannt wurde, sei sie sofort interessiert gewesen. «Da ich aber noch Prüfungsresultate für meinen Fachausweis abwarten musste, meldete ich mich erst während der zweiten Frist.» Weil keine Partei so recht zu ihr passe, sei sie nirgends Mitglied. «Ich würde mich aber links der Mitte verorten», sagt sie.

Fenner-Zimmermann ist Gegnerin der Einheitsgemeinde

Sie setze sich für eine lösungsorientierte Politik ein und wolle die Zusammenarbeit der Gremien stärken. Beispielsweise müsse das von Grossen eingeführte Projekt Birmissimo, das ältere Einwohner vernetzen soll, beibehalten oder gar ausgebaut werden, sagt Fenner-Zimmermann. In einem Leserbrief sprach sie sich im vergangenen Jahr gegen den Zusammenschluss von politischer Gemeinde und Primarschulgemeinde aus. Heute ist sie noch immer dieser Meinung: «Entscheidet sich aber das Stimmvolk für die Einheitsgemeinde, werde ich mich natürlich für eine konstruktive Zusammenarbeit einsetzen.» Fenner-Zimmermann ist verheiratet.

Mahrer ist seit 25 Jahren in der Softwareentwicklung tätig und führt seit 23 Jahren einen eigenen Betrieb. Dabei erhielt er Einblicke in den Finanzdienstleistungssektor, die Metallindustrie und in die Bereiche Transport und Logistik. Er wolle sich für ein lebenswertes Birmensdorf einsetzen, sagt er. Dazu gehöre ein breites Sport- und Kulturangebot, eine intakte und vielfältige Natur sowie verkehrsberuhigte Quartiere. «Stille Wahlen mag ich überhaupt nicht. Weil sich eine solche abzeichnete, entschied ich mich für eine Kandidatur», sagt Mahrer. Bereits bei den letzten Gesamterneuerungswahlen spielte er mit dem Gedanken, anzutreten, wollte die damaligen Kandidierenden aber nicht unnötig konkurrenzieren.

Die Birmensdorfer Sozialvorsteherin Annegret Grossen (FDP) nimmt den Hut. Drei Kandidierende buhlen um ihre Nachfolge.

Die Birmensdorfer Sozialvorsteherin Annegret Grossen (FDP) nimmt den Hut. Drei Kandidierende buhlen um ihre Nachfolge.

Archivbild: Fabio Baranzini

Mahrer ist verheiratet und hat drei Söhne im Alter von 14, 12 und 10 Jahren. «Mit meinem langjährigen Engagement und meinen drei Kindern bin ich in der Gemeinde stark verwurzelt. Viele freuten sich, dass ich mich zur Verfügung stelle.» Politisch verortet er sich weiter links als FDP-Mann Vogel. «Meine Ansichten bewegen sich auf dem politischen Spektrum irgendwo zwischen SP, Grünen, Grünliberalen und CVP», sagt er. Eine Partei, in der er sich wohl fühlen würde, gebe es derzeit noch nicht. Das frei werdende Sozialressort wäre, wenn er wählen könnte, nicht seine Präferenz. «Doch gibt es auch sicher in diesem Ressort spannende Themen.»