Bauarbeiten
Beim Spital Limmattal geht es Schlag auf Schlag: Die Badezimmer sind schon da

Der Rohbau ist fertiggestellt – nun geht es beim Neubauprojekt «LimmiViva» in die heisse Phase.

Sophie Rüesch
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Mit dem Neubau des Spitals Limmattal geht es rasant vorwärts: Der Rohbau ist fertig, zurzeit ist man dem Zeitplan einen Monat voraus.
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Spital Limmattal Neubau
Viel Spielraum hatten Gesamtprojektleiter Nils Eichbaum und sein Team nicht: Hinter dieser Wand befindet sich der Keller des alten Spitalhochhauses. Eichbaum steht im Neubau.
Im künftigen Empfang lassen Innenhöfe und ein mehrstöckiges Treppenhaus im Atriumstil Tageslicht herein
In den oberen Stockwerken stehen schon die fixfertigen Patientenbadezimmer zum Einbau bereit.
Aus den oberen beiden Rohren strömt Erdwärme
In der Tiefgarage gibt es 120 Parkplätze
Überall schauen Kabel aus den Wänden.
Vom Nordeingang her - zurzeit noch ein Loch in der Wand - werden dereinst die Passagiere der Limmattalbahn ins Spital gelangen.
Auch hier sieht man gut, wie nah das neue Spital am alten gebaut wird.
Die Technik im Untergeschoss ist schon weitgehend fertig.
Zurzeit arbeiten täglich rund 250 Arbeiter auf der Baustelle.
Hier wird an den Lüftungen gearbeitet.
Viele raumtrennende Wände sind bereits aufgezogen. Sie können als nächstes tapeziert werden.
Eine noch offen liegende Bodenheizung wartet darauf, mit Beton umgossen zu werden.
Hier werden künftig Helikopter landen und Patienten über die Rampe ins Spital gebracht.
Detail von der Baustelle.
Detail von der Baustelle.

Mit dem Neubau des Spitals Limmattal geht es rasant vorwärts: Der Rohbau ist fertig, zurzeit ist man dem Zeitplan einen Monat voraus.

Fabio Baranzini

Auf der Baustelle des künftigen Spitals Limmattal geht es zurzeit Schlag auf Schlag. Im November wurde der Rohbau fertiggestellt, nun arbeiten täglich rund 250 Arbeiter am Innenausbau. «Jetzt wird es spannend», sagt Gesamtprojektleiter Nils Eichbaum, als er durch den grösstenteils noch nackten Neubau führt. «Der Einbau der ganzen Technik wird noch eine Herausforderung», sagt er. Doch mit Herausforderungen kennen Eichbaum und sein Team sich aus: In nur rund zweieinhalb Jahren ein 200-Betten-Spital für eine ganze Region aus dem Boden zu stampfen, und das bei gleichzeitigem Vollbetrieb – das ist kein

Sonntagsspaziergang.

Umso erfreulicher ist es für Eichbaum, dass bisher alles so gut geklappt hat. Nicht nur hat es auf der Baustelle bisher keine nennenswerten Unfälle gegeben – Eichbaum sucht sich schnell einen Holzstuhl, auf den er klopfen kann, als er das sagt. Gegenüber dem Zeitplan hat der beauftragte Totalunternehmer Losinger Marazzi mittlerweile auch einen Vorsprung von einem Monat gutmachen können, auch dank des milden Wetters, das ein verzögerungsfreies Betonieren erlaubte. In einem Grossteil des Baus wurden bereits die Fenster eingebaut. Dank ihnen und einer Baustellenheizung müssen die Arbeiter dieser Tage auch fast nicht mehr frieren.

Als Nächstes wird tapeziert

Allmählich wird erkennbar, was hier auf den knapp 30 000 Quadratmeter Nutzfläche entsteht. Im ersten und zweiten Stockwerk, wo dereinst unter anderem die Ambulatorien, der Notfall, die Radiologie und der Operationsbereich zu finden sein werden, sind viele raumtrennende Wände bereits aufgezogen; sie können als Nächstes bereits tapeziert werden. Auch Bodendämmung und -heizung sind in weiten Teilen installiert und in den Ansätzen sind auch bereits die kleineren Empfänge und Wartezimmer der einzelnen Abteilungen sichtbar.

Noch etwas mehr Fantasie braucht es, um sich die künftigen Patientenzimmer vorzustellen, die in den oberen drei Geschossen des Gebäudes in den kommenden Monaten entstehen. Orientierungshilfe bieten aber die grossen, plastikgekleideten Blöcke, die in regelmässigen Abständen vor der Fensterfront platziert darauf warten, ausgepackt zu werden:

Nils Eichbaum, Gesamtprojektleiter «Der Einbau der ganzen Technik wird noch eine Herausforderung.»

Nils Eichbaum, Gesamtprojektleiter «Der Einbau der ganzen Technik wird noch eine Herausforderung.»

Fabio Baranzini

Es sind die künftigen Patientenbadezimmer, die fixfertig geliefert wurden und, einmal an den richtigen Ort gerollt, nur noch an Lüftung, Wasser- und Stromleitungen angeschlossen werden müssen.

Die Kabelrohre dafür gucken im ganzen Gebäude bereits aus den Böden und Wänden. Sie kommen aus dem Untergeschoss, wo die Anlagen für Heizung, Lüftung und Wasserversorgung schon weit fortgeschritten sind. Die Heizung läuft sogar schon, wenn auch noch nicht mit Geothermie, die das neue Akutspital dereinst CO2-neutral heizen und kühlen wird. Die knapp 100 Erdsonden, die rund 170 Meter in die Tiefe reichen, wurden zentral gebündelt; nun warten zwei grosse Rohre darauf, ihre Fracht in die Technikräume zu transportieren, von wo aus sie auf das ganze Haus verteilt wird.

In der Tiefgarage, die 120 Parkplätze zusätzlich zu den verbleibenden oberirdischen bietet, fusst noch ein letzter Zeuge der Rohbauarbeiten: Der mit knapp 100 Metern grösste der fünf Baukräne, die am «LimmiViva» gearbeitet haben. Er soll noch die verbleibenden Patientenbadezimmer in die Stockwerke hieven, dann hat auch er hier ausgedient. Vom Untergrund in die Höhe gelangt er durch einen der fünf für Patienten nicht begehbaren Innenhöfe, die alle paar Dutzend Meter Tageslicht einfallen lassen.

Wenige Meter trennen Alt und Neu

Besonders wichtig ist dieser Effekt in der grossen Empfangshalle, wo zudem über mehrere Geschosse reichende, offene Treppenhäuser für eine helle, freundliche Atmosphäre sorgen sollen. Beim nördlichen Eingang, durch den dereinst die Passagiere der Limmattalbahn ins Spital gelangen werden, klafft noch ein grosses Loch in der Wand – und draussen auch im Boden: Ein Stockwerk tiefer wird nämlich neu die Anlieferung abgewickelt. Ein sechs Meter breiter Steg, der die Vertiefung im Boden überbrücken wird, muss erst noch gebaut werden.

Hier, mit Blick Richtung Westen, sieht man auch besonders gut, wie nah am alten Akutspital das «LimmiViva» gebaut wird. Es sind wenige Meter, die die Wände des Neubaus von jenen vom 1970 erbauten Hochhaus trennen. Im Untergeschoss hat es gar eine noch offene Wand im Neubau, hinter der direkt eine Kellerwand des Altbaus zu erkennen ist. Dort läuft der Routinebetrieb des Spitals weiter. «Auf der anderen Seite werden heute noch die Patientenbetten frisch aufbereitet», sagt Eichbaum vor der Wand.

Lange wird das alte Spitalhochhaus nicht mehr stehen. Dem geplanten Bezugstermin des neuen Akutspitals im Oktober 2018 steht aus heutiger Sicht nichts im Weg. Dann geht es zügig mit dem Abbruch des altgedienten Gebäudes weiter: Bis Mitte 2019 soll es weg sein – von oben nach unten mit einem Bagger «abgeknabbert», wie einst schon die Schwesternschule Theodosianum, auf derenGrund nun das neue Spital entsteht.

Neues Fahrzeug für den Rettungsdienst

Der Rettungsdienst des Spitals Limmattal verfügt über seit dem Jahreswechsel über ein neues Notfalleinsatzfahrzeug. Mit dem Spezialfahrzeug, das auf die Bedürfnisse des Rettungsdienstes abgestimmt ist, gelangt das medizinische Personal an seine Einsatzorte.

So sieht das neue Rettungsfahrzeug aus.

So sieht das neue Rettungsfahrzeug aus.

Spital Limmattal

Die umfangreiche medizinische Ausstattung des Allradfahrzeugs von Mercedes ermöglicht die sofortige Einleitung der Erstversorgung – schon vor dem etwaigen Eintreffen eines zusätzlich aufgebotenen Rettungswagens. An Brandorten oder in Tunneln kann das Fahrzeug dank seiner Bauart die erste Einsatzführung übernehmen. Personen werden allerdings nicht befördert. Insgesamt leistet der neue Wagen rund 1300 Einsätze jährlich. (fdu)

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