Weiningen
Bald Nulltoleranz für nachtaktive Biker am Altberg

Jäger prüfen ein härteres Vorgehen gegen Biker, die in der Nacht abseits von Wegen und Strassen durch den Wald am Altberg fahren. Sie drohen fehlbaren Fahreren mit Verzeigungen, sollten sich diese nicht besser an die Regeln halten.

Sandro Zimmerli
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Verboten Ein Biker fährt im Gönhardwald einen Wanderweg hinunter. kus Verboten Ein Biker fährt im Gönhardwald einen Wanderweg hinunter. kus Laut kantonalem Waldgesetz ist das Velofahren im Wald nur auf Wegen und Strassen erlaubt. Sabine Kuster

Verboten Ein Biker fährt im Gönhardwald einen Wanderweg hinunter. kus Verboten Ein Biker fährt im Gönhardwald einen Wanderweg hinunter. kus Laut kantonalem Waldgesetz ist das Velofahren im Wald nur auf Wegen und Strassen erlaubt. Sabine Kuster

Letzte Chance für Biker, die sich nicht an die Regeln halten. Die Jagdgesellschaft Gubrist hat genug von Velofahrern, die in der Nacht abseits von Wegen und Strassen durch den Wald am Altberg fahren. In der jüngsten Ausgabe der «Winiger Ziitig» appelliert sie deshalb an die betroffenen Biker, das nächtliche Treiben zu unterlassen. Sollte dieser Aufruf nicht fruchten, würden zusammen mit dem Forstamt weitere Massnahmen ergriffen und fehlbare Fahrer in Absprache mit der Polizei konsequent verzeigt.

Beobachtet wird das nächtliche Fahren seit ungefähr zwei Jahren, sagt Martin Peter, Jagdaufseher der Jagdgesellschaften Oetwil und Gubrist. «Die Biker sind mit Stirnlampen ausgerüstet, die bis zu 50 Meter weit strahlen. Dabei benutzen sie vorwiegend Trampelpfade», so Peter. Das sei untersagt. So sei im kantonalen Waldgesetz festgehalten, wie sich Radfahrer im Wald zu verhalten hätten. Wie Reiter dürfen sich auch Biker nur auf Wegen und Strassen fortbewegen. «Trampelpfade gelten aber nicht als Wege oder Strassen», hält der Jagdaufseher fest.

Um dieses wilde Fahren quer durch den Wald zu unterbinden, so Peter, habe man auf den Trampelpfaden versucht mittels Holzhaufen und Baumstämmen Hindernisse zu erstellen. «Allerdings werden diese entweder umfahren oder sie werden weggeräumt», erklärt Peter. Wenn er betroffene Biker anhalte und ihnen den Sachverhalt erkläre, würden diese wenig bis kein Verständnis für die Anliegen der Jagdgesellschaft aufbringen.

Mehrheit hält sich an die Regeln

Er sei sich bewusst, sagt Peter, dass es sich den fehlbaren Bikern um eine Minderheit handle. Mit dem grössten Teil der Radfahrer habe man keine Probleme. «Bisher haben wir am Tag sogar beide Augen zugedrückt, wenn sich Biker auf Trampelpfaden bewegten. In der Nacht können wir das aber unmöglich tolerieren», sagt der Jagdaufseher. Sollte der erneute Appell ebenfalls nichts nutzen, werde eine Null-Toleranz-Strategie zur Anwendung kommen. Man sei dann gezwungen, die Trampelpfade mit Forstmaterial komplett aufzufüllen, sodass sie ganz verschwinden würden. «Eine temporäre Sperrung der Trampelpfade nur in der Nacht ist zu aufwändig und kommt deshalb nicht infrage», hält Peter fest.

Mit dem energischen Vorgehen gegen nächtliche Velofahrten will die Jagdgesellschaft in erster Linie das Wild schützen. «Viele Tiere, die im Wald leben, sind nachtaktiv. Durch diese grellen Lichtquellen und die zum Teil sehr schnell fahrenden Biker werden sie gestresst und gestört», so Peter. Das Reh beispielsweise sei früher im Feld zu Hause gewesen. Heute verbringe es seine Zeit im Wald und trete erst nach Einkehr der Ruhe vielfach nach Mitternacht, wieder auf die Wiese, um Nahrung aufzunehmen.

Mehr Wildschäden registriert

Die wilden Fahrten durch den Wald, so Peter, hätten zum Beispiel im vergangenen Jahr dazu geführt, dass die Wildschäden an den landwirtschaftlichen Kulturen stark zugenommen hätten, weil das Wild durch die Biker aufgescheucht worden sei.

Ein weiterer wichtiger Punkt sei die Bejagung des Schwarzwildes. «Zum Schutze der landwirtschaftlichen Kulturen wird es vom 1. März bis 30. Juni im Wald nicht bejagt. Dies hat zur Folge, dass die Sauen ihr Futter vornehmlich im Wald suchen, da sie dort von der Jagd nicht gestört werden», erklärt Peter. Damit könne erreicht werden, dass sie die Nahrungssuche auf dem Feld vermieden und dort keine Schäden anrichteten. Dies funktioniere sehr gut und die Kulturschäden in diesen Zeitperioden seien bis im vergangenen Jahr gering. «Durch die Störungen der nachtaktiven Biker wird nun aber genau das Gegenteil erreicht», so Peter, «die Schäden am Winterweizen sind im Frühjahr 2011 deutlich gestiegen.»

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