Dietikon
Armee-Chef André Blattmann: «Es geht um die Sicherheit»

Die SVP Urdorf organisierte am Samstag im reformierten Kirchgemeindehaus eine Informationsveranstaltung mit hochkarätigen Referenten. Das Thema «JA zum Gripen-Fonds-Gesetz» wurde äusserst geschickt behandelt.

Daniel Diriwächter
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Armee-Chef André Blattmann bei seiner Rede in Dietikon.

Armee-Chef André Blattmann bei seiner Rede in Dietikon.

Von Daniel Diriwächter

Es geht um viel an diesem Samstagmorgen: Die SVP Urdorf lud unter der Leitung ihres Präsidenten Markus Binder zur Informationsveranstaltung mit dem Thema «JA zum Gripen-Fonds-Gesetz» ein. Die Stimmung der Anwesenden ist locker, auch wenn eine gewisse Spannung spürbar ist: Unter den Referenten wird auch Korpskommandant André Blattmann, Chef der Schweizer Armee, erwartet.

Ein «Ja» für den Gripen wird jüngsten Umfragen zufolge äusserst knapp. Die teilweise negative Berichterstattung tut ihr Übriges, deshalb ist es umso wichtiger für die Befürworter, nun zu kämpfen. Eröffnet wird der Anlass von SVP-Nationalrat Hans Egloff, der das Publikum begrüsst und die Referenten kurz vorstellt. Im Anschluss folgt Markus Binder, der die Gelegenheit nutzt, das Publikum auf eine Zeitreise in die Geschichte der Schweiz und des Limmattals mitzunehmen. Dabei bleiben weder die Schlacht bei Dietikon unerwähnt noch die Situation der Schweiz im Zweiten Weltkrieg.

Hier setzt Markus Binder an und schildert das damalige Vorgehen der Schweizer Luftwaffe und wie es ihr gelang, in der Luft der Deutschen Armee Einhalt zu gebieten. Er schliesst seine Rede mit einem Zitat vom US-amerikanischen Philosophen und Schriftsteller George Santayana: «Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.»

Es folgt der Auftritt von Grenadier Offizier Fabio Bosch, der mit seinen 22 Jahren voll des Lobes für die Schweizer Armee ist. Sichtlich stolz erzählt er von seiner Rekrutierung («Ein top organisierter Anlass») und über die «grosse Kameradschaft», die er so noch nie erlebt habe. Und Fabio Bosch zeigt sich weiter besorgt, da der Landesverteidigung immer weniger finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. «Wir haben ein Recht auf Schutz und benötigen eine glaubwürdige Luftwaffe», so der Grenadier Offizier in seinem Schlusswort. Spätestens jetzt zeigt sich, wie clever der Anlass aufgebaut wird. Der «Gripen» wird mit seinem Namen nur beiläufig erwähnt, allerdings zeigt sich zwischen den Zeilen, wie wichtig ein «Ja» für die Befürworter ist.

André Blattmann geht nach demselben Muster vor. Und er bringt in seiner starken Rede auch die Ukraine ins Spiel. Er zitiert dabei einen Artikel aus der NZZ, der noch im Januar zehn Krisen nannte, die die Welt in diesem Jahr beschäftigen würden. Die Ukraine wurde dort noch mit keinem Wort erwähnt.

Der Kern seiner Botschaft ist deutlich: Es wäre fatal, wenn die Schweiz unvorbereitet bleibt, denn Sicherheit und Freiheit werden in der Schweiz grossgeschrieben. Die Armee hat die Aufgabe, diese zu gewährleisten. Den Gripen spricht er nur am Schluss an. Die Gründe für ein «Ja» liegen in seinen Augen auf der Hand. «Wir sind auf der Zielgeraden», so André Blattmann mit Hinblick auf die bevorstehende Abstimmung. Ein Blick auf sein Publikum zeigt, dass er hier auf viele «Ja»-Stimmen zählen kann.

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