Limmattal
Am Welt-Jugendmusik-Festival musizieren die Jungen kräftig mit

Am Welt-Jugendmusik-Festival sind die Stadtjugendmusik Dietikon und die Jugendmusik rechtes Limmattal dabei.

Daniel Diriwächter
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Die offiziellen Medienfotos zum Festival zeigen viele der Dietiker Musizierenden. Hier auf dem Bild: Rebecca Warth und Emily Westman.

Die offiziellen Medienfotos zum Festival zeigen viele der Dietiker Musizierenden. Hier auf dem Bild: Rebecca Warth und Emily Westman.

Zur Verfügung gestellt

Es war im doppelten Sinn ein heisser Donnerstag für die Stadtjugendmusik Dietikon: Nicht nur, weil es ein tropisch anmutender Tag war, sondern auch, weil eine öffentliche Probe stattfand. Bald werden die jungen Künstlerinnen und Künstler am Welt-Jugendmusik-Festival in Zürich teilnehmen und das Programm ist dicht, Wettbewerb inklusive. Im grossen Saal vom Pfarreizentrum St. Agatha musste der Dirigent Marco Nussbaumer vor Beginn der Probe die Töne vieler Instrumente überprüfen, da warme Temperaturen die Tonhöhe steigern. Weiter war ein Experte anwesend, der das Dargebotene beurteilen sollte.

Ernst gilt es dann in zwei Wochen, wenn für das Festival über 80 Orchester aus aller Welt die Limmatstadt musikalisch bereichern; rund 3700 Jugendliche werden erwartet, die sich in den Kategorien Konzert, Parademusik, Hallenshow, Perkussion und Big Band beweisen wollen. Als Preise winken Pokale. Eine Fülle von Extra-Konzerten begleiten die Wettbewerbe.

«Das Festival ist ein Kraftakt und geniesst in Zürich hohes Ansehen», sagt Pia Siegrist-Felber nicht ohne Stolz. Sie ist im Vorstand des Vereins des Festivals, der 1985 gegründet wurde, sowie Präsidentin der Stadtjugendmusik Dietikon. Das sei aber kein Interessenskonflikt, versichert sie. Für das Festival, das seither sechs Mal stattfand, haben sie und ihre Mitstreiter schon vor drei Jahren mit der Planung begonnen. Rund 400 Freiwillige ermöglichen die Durchführung.

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Musik und Emotionen

Die Stadtjugendmusik Dietikon wird sich am Tambouren-, am Parademusik- und am Konzertwettbewerb des Bläserkorps der Konkurrenz stellen. Letzterer findet in der Zürcher Hochschule der Künste statt und für diesen fand die eingangs erwähnte öffentliche Probe im Pfarreizentrum statt. Zwei Stücke stehen auf dem Programm: Zum einen das vom Festival vorgegebene Stück «Redwood Ouverture», das alle Teilnehmenden spielen müssen und das Nussbaumer vor vier Jahren selbst komponierte. «Ich habe einen guten Agenten», scherzte der Dirigent über die glückliche Auswahl. Zum anderen das selbst gewählte Stück «Appalachian Legacy» von Robert Sheldon. «Musik soll Emotionen rüberbringen», so Nussbaumer. In der Tat bieten beide Kompositionen eine mitreissende Melodie.

Die Auftritte der Limmattaler

Jugendmusik rechtes Limmattal

Samstag, 8. Juli:
Festumzug Zürcher Bahnhofstrasse, 10 Uhr
Konzertwettbewerb Zürcher Hochschule der Künste, 17.15 Uhr

Sonntag, 9. Juli:
Marschmusikparade, Stadthausquai, 11.30 Uhr

Stadtjugendmusik Dietikon

Samstag, 8. Juli:
Festumzug Zürcher Bahnhofstrasse, 10 Uhr
Freies Konzert, Münsterhof.
14.15 Uhr
Tambourenwettbewerb,
Schulhaus Birch, 17.35 Uhr

Sonntag, 9. Juli:
Parademusikwettbewerb, Stadthausquai, 9.40 Uhr
Konzertwettbewerb Zürcher Hochschule der Künste, 14.30 Uhr

Welt-Jugendmusik-Festival

6. bis 10. Juli 2017:
Eintritte zu allen Konzerten und Wettbewerben sind kostenlos.
Programm unter www.wjmf.ch

Für die Stadtjugendmusik galt die Beurteilung des Experten als Herausforderung an diesem Abend. Der Luzerner Kevin Sütterlin, der heute als Professor für Orchester-Symphonien am Concordia College in Fargo, North Dakota amtet, hörte sich beide Stücke sehr genau an. «Sicher werde ich streng sein, aber gerade Jugendliche sind in der Lage, Feedback schnell umzusetzen», so der Experte. Sütterlin reiste aber nicht extra für das Festival in die Schweiz, sondern befindet sich auf seinem alljährlichen Heimaturlaub. Er fühle sich aber geehrt, dass er mit der Stadtjugendmusik zusammen arbeiten darf. In der Pause folgte dann seine nicht öffentliche Kritik. Im zweiten Teil des Konzerts folgten spielte die Stadtjugendmusik dieselben Stücke nochmals unter Berücksichtigung von Sütterlins Anregungen.

Die Dietiker geben nicht nur musikalisch Vollgas – sind auch optisch sehr präsent: Als im vergangenen Sommer die Werbe-Fotos für das Festival gemacht wurden, war während der Sommerferien laut Siegrist-Felber nur die Stadtjugendmusik zur Stelle, um als Aushängeschild zu posieren. Tausende Flyer oder grosse Plakate mit den Dietiker Musikerinnen und Musiker sind bald oft zu sehen.

Feuertaufe am Jahreskonzert

Auch die Jugendmusik rechtes Limmattal befindet sich mitten in den Proben für das Festival. Im Verein spielen Kinder und Jugendliche aus Oberengstringen, Unterengstringen, Weiningen, Geroldswil und Oetwil, aber auch anderen Gemeinden. Sie werden in der gleichen Kategorie wie die Dietiker antreten. Ihr selbst gewähltes Stück nennt sich «Gullivers Travel». «Wir sind alle etwas chribelig», sagt Präsidentin Karin Engeli. Die Teilnahme am Festival war für sie Ehrensache. «Schliesslich ist es fast ein Heimspiel, auch wenn wir ein kleiner Fisch sind.» Man werde das erste Mal international gemessen und hoffe, im Wettbewerb gut abzuschneiden. Vor dem Festival steht heute Abend noch das Jahreskonzert der Jugendmusik in Unterengstringen an, wo die beiden Wettbewerbsstücke ebenfalls gespielt werden». Es wird also auch eine Feuertaufe vor Publikum für die jungen Musikerinnen und Musiker werden.

Die Stadtjugendmusik Schlieren wird am Festival hingegen nicht auftreten. Die Präsidentin Susanne Dalcher sagte auf Anfrage der Limmattaler Zeitung, dass man sich in diesem Jahr auf einige wenige Auftritte konzentrieren wolle, nicht aber auf das Festival.

Trotzdem wird am Event viel Musik aus dem Limmattal erklingen. Denn neben den bereits erwähnten Wettbewerben treten beide Gruppen an weiteren Anlässen auf, etwa am Festumzug oder auf dem Münsterhofplatz, der ebenfalls in diesen Tagen vom Festival vereinnahmt wird. Ein sicherer Höhepunkt ist das Eröffnungsfest im Hallenstadion. «Der Einzug in die Halle wird wie an einer Olympiade sein», verspricht Siegrist-Felber. Die Gruppe wird mit wehenden Fahnen in das Stadion einziehen.

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