Dietikon
«Alter Bären»: Umbau soll schon 2016 fertig sein

Nachdem es jahrelang unklar war, was mit dem «Alten Bären» auf dem Dietiker Kronenplatz geschehen soll, geht es plötzlich zackig vorwärts. Der Investor, der das historische Gebäude im Dezember gekauft hat, will schon 2016 mit dem Umbau fertig sein.

Bettina Hamilton-Irvine
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Im denkmalgeschützten «Alten Bären» werden Mietwohnungen gebaut – Baustart soll bereits im Sommer sein.

Im denkmalgeschützten «Alten Bären» werden Mietwohnungen gebaut – Baustart soll bereits im Sommer sein.

Bettina Hamilton-Irvine

Jahrelang ging es mit dem Bauprojekt auf dem Dietiker Kronenareal nicht mehr vorwärts: Probleme mit einem Rekurs, der Bau- und Zonenordnung und Gewässerabständen brachten die Stadt ins Schleudern und das Projekt ins Stocken. Ursprünglich plante die Stadt, die von Architektin Tilla Theus entworfenen Mehrfamilienhäuser und den Umbau der historischen Gebäude Zehntenscheune und «Alter Bären» Ende 2012 fertiggestellt zu haben. Mittlerweile ist klar, dass es mindestens acht Jahre später wird.

Doch zumindest in einem Bereich kommt nun Bewegung in die Sache: Schon im Sommer 2016 könnte der «Alte Bären» fertig renoviert sein. Spätestens Anfang März wolle man die Baueingabe machen, im Idealfall sei mit einem Baubeginn im Sommer und einem Jahr Bauzeit zu rechnen, sagte Markus Ehrat, Inhaber der Dietiker Firma Ehrat Immobilien AG, gestern auf Anfrage. Ehrat hat das denkmalgeschützte Gebäude Mitte Dezember von der Stadt Dietikon gekauft, um darin sechs Mietwohnungen zu erstellen. Die alte Bausubstanz bleibt bestehen, während das Haus innen komplett ausgehöhlt wird, wie Ehrat sagt.

Um Jahre früher fertig

Der ambitionierte Zeitplan für den Umbau dürfte dafür sorgen, dass zumindest der «Alte Bären» um Jahre früher fertig wird als von der Stadt zuletzt angenommen. Denn noch im Mai letzten Jahres ging der Stadtrat davon aus, dass der Umbau des arg verlotterten Gebäudes und der benachbarten Zehntenscheune nicht vor 2020 abgeschlossen sein werden. Dass zumindest der «Alte Bären» nun bereits ab Sommer saniert werden soll, wird nicht nur Freude auslösen.

Denn ein überparteiliches Komitee hat Ende letzten Jahres versucht, den Stadtrat am Verkauf zu hindern. Mittels einer Volksinitiative wollten sie in der Gemeindeordnung festhalten lassen, der Stadtrat habe sich als Eigentümer um den historischen Ortskern und damit auch den «Alten Bären» zu kümmern. Obwohl der Stadtrat das Gebäude wenige Tage vor der Einreichung der Initiative verkauft hat, soll sie – voraussichtlich im Herbst – noch zur Abstimmung kommen. Die Hoffnung der Initianten, die Stadt müsste den «Alten Bären» allenfalls zurückkaufen, sollte die Initiative angenommen werden, ist nun aber endgültig zerschlagen.

Doch auch anderweitig geht es in den nächsten Monaten auf dem Kronenareal vorwärts. Die Stadt plant, die Liegenschaft an der Unteren Reppischstrasse 14, zwischen der Zehntenscheune und der Reppisch, demnächst abreissen zu lassen. Wie der Stadtrat mitteilt, wurde grundsätzlich grünes Licht erteilt, um die oberirdischen Bauten abzubrechen und die Kellerräume aufzufüllen. Unterirdische Abbrucharbeiten folgen, wenn das neue Haus gebaut wird. Erst einmal muss aber noch geklärt werden, wie viel Abstand das Mehrfamilienhaus, welches dort gebaut wird, zur Reppisch haben muss. Diese Frage ist noch offen, weil der Bund den Gewässerschutz massiv verschärft hat, was sich auch auf Bauzonen entlang von Flüssen auswirkt.

Zu Veränderungen kommt es auch bei den beiden Gebäuden am Kronenplatz 8 und 10, die sich zwischen der Taverne zur Krone und der Reppisch befinden. Eines davon beherbergt heute eine Asylwohnung, im anderen sind ein Antikladen und eine zurzeit unvermietete Wohnung untergebracht. Während Ersteres laut Laura Heid, der stellvertretenden Leiterin der Dietiker Hochbauabteilung, «in passablem» Zustand ist, ist Letzteres dringend renovierungsbedürftig. Die Stadt will nun prüfen, welches der beiden Gebäude historisch wertvoller ist und dieses sanieren, während das andere voraussichtlich abgerissen wird, um mehr Raum für einen öffentlichen Platz zu schaffen. Ursprünglich hätte an der Stelle ebenfalls ein Mehrfamilienhaus erstellt werden sollen. Dies ist aufgrund von Problemen mit Grenzabständen jedoch nicht mehr möglich.

Zehntenscheune: Es dauert noch

Weiterhin gebaut werden sollen die anderen drei Mehrfamilienhäuser. Dieses Bauprojekt wurde im letzten Jahr baurechtlich und gestalterisch überarbeitet. Nun liege das Baugesuch zur baldmöglichsten Eingabe bereit, sagt Heid. Nach wie vor nicht abgeschlossen ist jedoch die Suche nach einem Investor, wobei es – wie früher schon einmal – wieder Interessenten gibt. Realistischerweise wird der Baubeginn der Mehrfamilienhäuser wohl nicht vor 2016 erfolgen. Die Stadt rechnet mit einer Bauzeit von zwei Jahren.

Eher noch länger dürfte es dauern, bis auch die Sanierung der Zehntenscheune abgeschlossen ist. Das an den «Alten Bären» angebaute Gebäude soll zu einem kulturellen Veranstaltungsort werden. Bevor eine Baueingabe gemacht werden kann, will die Stadt noch ein Nutzungskonzept erstellen. Der Umbau wird wohl nicht vor 2017 starten und rund zwei Jahre dauern. Voraussichtlich vorgezogen werden muss aber die Sanierung des Dachs, das die Zehntenscheune mit dem «Alten Bären» teilt.

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