Limmattal

Alarme wegen Finnenkerzen und Gülle: Feuerwehr rückte wegen erdenklichen und unerdenklichen Gründen aus

Zu jeder Tages- und Nachtzeit wird die Feuerwehr alarmiert: Dies nicht nur wegen Bränden, sondern auch wegen Entenfamilien oder Gestank. (Symbolbild)

Zu jeder Tages- und Nachtzeit wird die Feuerwehr alarmiert: Dies nicht nur wegen Bränden, sondern auch wegen Entenfamilien oder Gestank. (Symbolbild)

Die Feuerwehren rücken unzählige Male aus: Einige Einsätze sind gefährlich, viele sind wichtig – und vereinzelte sind zum Schmunzeln.

Die Mitglieder der verschiedenen Feuerwehrorganisationen im Limmattal leisten viel: So verzeichnet die Urdorfer Feuerwehr in diesem Jahr beispielsweise bereits 70 Einsätze, die Schlieremer 140 und die Dietiker über 170. Wegen eigentlichen Bränden in Häusern müssen die meist Freiwilligen dabei nur selten zum Depot ein- und an den Einsatzort ausrücken. Sie werden vielmehr wegen allen erdenklichen (und auch unerdenklichen) Gründen zu jeder Tages- und Nachtzeit alarmiert, wie ein Blick auf die verschiedenen Einsatzstatistiken zeigt.

2019 könnte dabei für die Limmattaler Feuerwehren als Jahr der Küchen und Köche in Erinnerung bleiben. Denn es gab überraschend viele Einsätze, die im weitesten Sinne mit Kulinarik zu tun hatten. So musste etwa die Feuerwehr Geroldswil-Oetwil am 19. März mehrere Personen aus einer Küche evakuieren: Die Teilnehmer eines Kochkurses hatten Frittieröl anbrennen lassen. Der dichte Rauch hatte die Brandmeldeanlage ausgelöst, wodurch die Feuerwehr alarmiert wurde.

Angebranntes Kochgut führte auch zu einem Einsatz der Dietiker Feuerwehr am 15. September: Anwohner meldeten, dass Rauch aus einer Wohnung an der Zürcherstrasse dringe. Die Feuerwehr lüftete in der Folge die betroffene Wohnung. «Kurze Zeit später konnte der Einsatz beendet werden.» Am frühen Abend des 20. Dezembers stand sie dann etwas länger im Einsatz. Sie musste auf der Mutschellenstrasse einen fettigen Fleck mit Ölbinder abdecken. Der Grund für die Verunreinigung der Strasse waren gemäss Einsatzprotokoll «verlorene Pommes frites».

Besonders viele Alarme: Am 1. August brennt es überall

Dass am 1. August bei den Einsatzzentralen viele Alarme eingehen, überrascht auf den ersten Blick nicht – fliegen doch an diesem Tag viele Raketen relativ unkontrolliert durch die Luft und es werden hohe Funken sprühende Vulkane gezündet, die einen Brand auslösen könnten. So gingen auch bei der Urdorfer Feuerwehr an jenem Abend «diverse Brandmeldungen» ein. Diese hatten sich dann, wie eine Erkundung durch ein Pikett-Mitglied ergab, «als Höhenfeuer herausgestellt». Ein Einsatz wurde damit nicht nötig.

In Dietikon wurde derweil am Nationalfeiertag die Bagatellgruppe 2 um 21.36 Uhr an die Bernstrasse aufgeboten. Ein Autolenker hatte ein grosses Feuer auf einer Wiese gemeldet. «Die ausgerückte Feuerwehr konnte schnell Entwarnung geben», heisst es auf der Internetseite der Feuerwehr. «Es handelte sich um ein 1.-August-Feuer.»

Nicht nur am Nationalfeiertag, sondern auch über das ganze Jahr verteilt melden Passanten immer wieder Brände, die sich nach einem fachmännischen Blick eines Feuerwehrmannes in Rauch auflösen: So ist die Bagatellgruppe 1 der Dietiker Feuerwehr am 4. Dezember wegen eines Abfalleimerbrandes an die Urdorferstrasse aufgeboten worden. «Beim Eintreffen der Feuerwehr war schnell klar, dass es sich nicht um einen Abfalleimer handelte, sondern um eine Finnenkerze», heisst es in der Einsatzzusammenfassung. Und lapidar: «Der Einsatz konnte beendet werden.» Ebenfalls zu einem Abfalleimerbrand war am 17. September die Bagatellgruppe 2 gerufen worden. Eine besorgte Pendlerin hatte beim Bahnhof Dietikon Rauch aus einem Abfallkübel aufsteigen sehen. Die Dietiker Feuerwehr schritt – ausgerüstet mit den passenden Löschgeräten – gekonnt ein: «Mit einem Eimer gefüllt mit Wasser wurde der Brand gelöscht.»

Von herzigen Tieren und wilden Gerüchen

Die Feuerwehr wird nicht nur im Notfall gerufen, sondern oft auch zur Hilfeleistung bei kleineren Problemen beigezogen. So half beispielsweise die Feuerwehr Geroldswil-Oetwil am 8. Juli dabei, eine Entenfamilie zu retten.

Eine Mutter mit sechs Küken war auf einem eingezäunten Sitzplatz eingeschlossen. Dank der fachmännisch gestellten Leiter der Feuerwehr konnten sie befreit und auf einem «gut zugänglichen Sitzplatz» platziert werden.

Auch wenn Anwohner einfach nicht weiter wissen, suchen sie bei der Feuerwehr Rat. So meldete sich am 14. Oktober ein Bürger bei der Dietiker Feuerwehr. Er hatte einen «massiven Fäkaliengestank aus einer Baustelle» gemeldet. «Die Feuerwehr konnte den Melder beruhigen», heisst es in der Einsatzzusammenfassung. Der Duft, der in der Luft lag, hatte eine andere Ursache: «Es handelte sich um Gülle von einem Landwirtschaftsbetrieb.»

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