Am späten Mittwochabend war es definitiv: Rolf Steiner (SP), Präsident der Interparteilichen Konferenz (IPK) des Bezirks Dietikon, gab die Nomination von Simon Hofmann als Bezirksratspräsident und Statthalter bekannt. Zehn Wochen zuvor hatte die Bezirks-FDP dem bisherigen, aber wegen Verdachts auf Pflichtverletzungen in der Amtsführung fristlos entlassenen Amtsinhaber Adrian Leimgrübler die parteiinterne Nomination versagt. Vor knapp zwei Wochen gab dann Leimgrübler bekannt, dass er trotzdem kandidiert. Zuvor hatte die «Limmattaler Gewerbezeitung» ihn öffentlich dazu aufgerufen, wieder anzutreten. Zudem veröffentlichte das Gewerbemedium die Namen der Mitarbeiterinnen des Statthalteramts, die die Strafuntersuchung gegen Leimgrübler ins Rollen gebracht hätten.

Gestern gelangten nun via «Weltwoche» und «NZZ» weitere Details an die Öffentlichkeit: Sie zitierten aus den Untersuchungsakten von Staatsanwaltschaft und Justizdirektion. Wie sie an die Akten gelangten, legen beide nicht offen. Naheliegend wäre es, dass sie die Akten von Leimgrübler respektive dessen Anwalt erhalten haben und dass auch der Tag nach der Parteienkonferenz als Publikationsdatum kein Zufall ist. Die «NZZ» hat gemäss ihrem Artikel Leimgrübler direkt nach einer vierstündigen Befragung bei der Staatsanwaltschaft getroffen. Laut «NZZ» wurde Leimgrübler in einem anonymen Brief von anderen Mitarbeiten des Statthalteramts davor gewarnt, dass zwei Frauen eine «Aktion» gegen ihn planen.

Bereits im Dezember sagte Leimgrübler gegenüber der Limmattaler Zeitung, dass im Untersuchungsbericht, auf den sich seine Entlassung stützte, das Datum im Nachhinein von der Justizdirektion geändert worden sein soll, um eine Frist einzuhalten. Nun vermutet Leimgrüblers Anwalt laut «Weltwoche», die Direktion von Jacqueline Fehr (SP) habe mit der Nachdatierung Urkundenfälschung und Prozessbetrug begangen. Die Justizdirektion dementiert den Vorwurf in der «Weltwoche». Auch die Verteidigungslinie in Bezug auf seine Entlassung legt Leimgrübler teilweise offen: Fehr sei nicht berechtigt, ihn zu entlassen. Stattdessen sei dies Sache des Gesamtregierungsrats.

Eine Frau, die Leimgrübler belastet haben soll, hat zudem laut «Weltwoche» zugegeben, dass ihre Schilderung des Fehlverhaltens eine «reine Interpretation» sei, für die es keine Beweise gebe.

Auch Béatrice Miller nominiert

Die IPK hat derweil neben Simon Hofmann und Heinz Nydegger (SVP, bisher) neu die Schlieremerin Béatrice Miller (SP) für den Bezirksrat nominiert. Der bisherige Vizepräsident Hansjörg Frei (SP), der das Ratspräsidium ad interim innehat, tritt nicht mehr zur Wahl an.