Dietikon

Abrechnung nach sieben Jahren: Alterszentrum kostete 8,1 Millionen Franken mehr

Bis das Dietiker Ruggacker umgebaut werden konnte, dauerte es lange. Dies und mehr verteuerte das Projekt. Aber so viel teurer ist es gar nicht, findet der Stadtrat.

Für die 2012 fertiggestellte Sanierung und Erweiterung des Dietiker Alters- und Pflegeheimes Ruggacker hatte das Stimmvolk im April 2007 einen Kredit in der Höhe von 32,5 Millionen Franken bewilligt. Nun liegt die Bauabrechnung vor. Sie zeigt Ausgaben in Höhe von 40,6 Millionen Franken.

Die Mehrkosten, die auf den ersten Blick 8,1 Millionen Franken oder 24,9 Prozent betragen, sind aber gemäss Stadtrat zu relativieren, wie er in verschiedenen Schritten vorrechnet. Denn er hatte bereits im März 2010 – unter anderem wegen neu hinzugekommener gebundener Ausgaben – einen revidierten Kostenvoranschlag von 36 Millionen Franken bewilligt. Zudem fliesst wie üblich die Bauteuerung ein. So kommt es, dass die Bauabrechnung noch «4,1 Millionen Franken oder 11,1 Prozent über dem definitiven Kostenvoranschlag» abschliesse, schreibt der Stadtrat.

Und er geht noch weiter: Würden weitere unumgängliche sowie gebundene Ausgaben ebenfalls einbezogen, sähe es noch besser aus. In diesem Fall lägen die Kostenüberschreitungen beim Neubau der Seniorenresidenz Ruggacker 2 bei lediglich 2,5 Prozent. Und bei der Erweiterung und beim Umbau des Ruggackers 1 als Pflegeheim bei 6,8 Prozent. Die Mehrkosten befänden sich damit unter der Abweichung von maximal 10 Prozent, wie sie bei der Abstimmung einst angegeben worden sei.

Doch wie immer man rechnet; es bleibt dabei, dass die Sanierung und Erweiterung des Ruggackers teurer wurde als gedacht. Der Stadtrat führt dies unter anderem auf die lange Zeit zurück, die seit der Projektierung vergangen ist. «Der genehmigte Baukredit basierte auf einem Vorprojekt und einer Kostenschätzung nach Bauelementen aus dem Jahr 2006.» Danach hätten verschiedene Standards nochmals angepasst werden müssten, hält der Stadtrat fest. Dies einerseits «aufgrund der späteren, vertieften Auseinandersetzung» mit dem Projekt.

Andererseits hätten sich in all den Jahren teilweise auch die Vorgaben geändert. «Es kamen Auflagen von Behörden, Ergänzungen zur Aufrechterhaltung des Heimbetriebs oder Erschwernisse im Bauablauf hinzu.»

Nicht an die Kellerabteile für die Residenz gedacht

Wo es überall zu Mehrausgaben gekommen ist, listet der Stadtrat in seinem Antrag detailliert auf. 190 000 Franken fielen etwa unerwartet an, weil im Südwesten des Ruggackers 1 noch ein zusätzlicher, gut 70 Quadratmeter grosser Kellerraum erstellt wurde. Den hatte man zunächst nicht geplant. Doch: «Nötig wurde dieser, da den Wohneinheiten der Residenz, anders als beim Heimbetrieb, kleine Abstellräume zur Verfügung gestellt werden mussten.»

Ebenfalls 190 000 Franken mehr als erwartet kosteten «unvorhergesehene Ergänzungen der Elektroanlagen». So habe der Elektroanschluss «weitergehend erhöht werden müssen, um die erneuerte Gastroküche im Ruggacker 1 mit Strom anstatt Gas betreiben zu können». Auch ein harter Winter führte zu Mehrkosten von mehreren hunderttausend Franken – es wurden mehr Gerüstverkleidungen, Regendächer, provisorische Abdichtungen sowie Schnee- und Eisräumungen erforderlich. Auch der notwendige Abbruch einer unterirdischen Zivilschutzanlage verursachte unerwartete Kosten – sie war auf den alten Plänen gar nicht verzeichnet gewesen.

Teurer wurde es zudem auch, weil der Bauausschuss Nachbestellungen aufgab. So wurden beispielsweise nachträglich mehr Einbauschränke, Regale, voll ausgebaute Küchen und kleine Réduits auf den Balkonen geordert. Diese weitergehenden Ausbauten in den Wohnstudios in der Seniorenresidenz, die direkt den Bewohnern zugutekommen, schlugen sich in der Schlussabrechnung mit 350 000 Franken Mehrausgaben nieder.

Der Stadtrat legt die Bauabrechnung nun dem Stadtparlament zur Genehmigung vor.

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