Dietikon

24-Stunden-Übung: Die Jugendfeuerwehr löscht und löscht und löscht

An seiner 24-Stunden-Übung beweist der Feuerwehrnachwuchs, dass er bereit für den Übertritt zur Erwachsenen-Feuerwehr ist.

Als die knapp 40 Mitglieder der Jugendfeuerwehr des Bezirks Dietikon am frühen Samstagabend um 19 Uhr entlassen wurden, hatten sie einen Grosseinsatz hinter sich – beziehungsweise mehrere: Im Rahmen einer 24-Stunden-Übung waren die 13- bis 17-Jährigen eine Nacht und einen Tag unterwegs.

Die Nacht hatten die Jugendlichen dabei in der Schlieremer Zivilschutzanlage verbracht, das Essen nahmen sie im Feuerwehrdepot ein. Sechsmal wurden sie im Verlaufe der 24 Stunden aufgeboten; so rückten sie beispielsweise kurz vor Mitternacht nach Urdorf aus, wo die lokale Feuerwehr einen Brand in einem Bauernhaus mit mehreren vermissten Personen gestellt hatte. Um fünf Uhr in der Früh war es heftiger Rauch aus der Tiefgarage beim Schlieremer Stadthaus, dem sich die Mitglieder der Jugendfeuerwehr zu stellen hatten. Und um neun Uhr galt es in Dietikon nach einem gestellten Autounfall Personen zu retten. Dabei wechselte der Fokus von der Übung zur Ausbildung; die jungen Feuerwehrmitglieder wurden an verschiedenen Geräten geschult. «Dies ist der Vorteil der 24-Stunden-Übung», sagt Klassenlehrer Michal Felt. «Wir haben Zeit, ganz verschiedene Szenarien durchzuspielen und zu üben.» Zudem ermögliche der lange Zusammenzug auch, dass sich die Jugendlichen, die sich ansonsten meist nur in ihren kleineren Klassen sehen, besser kennenlernen. Das stärke den Teamzusammenhalt. «Die 24-Stunden-Übung ist ein toller Abschluss des Jahres.»

Damit die Gross- beziehungsweise Lang-Übung auch klappt, sind die Verantwortlichen der Jugendfeuerwehr Bezirk Dietikon auf die Feuerwehren der Region angewiesen. Diese hatten – diesmal unter anderem in Urdorf, Schlieren und Dietikon – die Einsatzübungen für die jungen Kollegen angelegt. Trotz des damit verbundenen Aufwandes seien die Feuerwehren mit grossem Engagement dabei, sagt Felt. «Davon profitieren einerseits unsere Jugendlichen, die so viel lernen können.» Aber andererseits würden auch die Feuerwehren gewinnen – sie erhalten Nachwuchs. Nach der 24-Stunden-Übung wurden mehrere Mitglieder der Jugendfeuerwehr verabschiedet; sie treten mit 18 Jahren in eine der kommunalen Feuerwehren über.

Zuvor zeigten sie an der Schlussübung auf der alten Badenerstrasse in Schlieren vor zahlreichen Zuschauern ihr Können: Rasch waren ein Container und ein Auto, die beide lichterloh brannten, gelöscht.

Die lange Übung der Jugendfeuerwehr ist zum zweiten Mal durchgeführt worden. Vor einem Jahr fand der 24-Stunden-Anlass auf der rechten Seite der Limmat statt. Bei den Jugendlichen sei dieser damals sehr gut angekommen, sagt Felt. Kritisiert wurde einzig, dass die Übung effektiv gar nicht 24, sondern nur 20 Stunden gedauert habe. Diesmal blieb der Feuerwehrnachwuchs von Freitag um 19 Uhr bis Samstag um 19 Uhr im Einsatz. Die Übung sei wiederum gut angekommen, so Felt. Kritik hat er diesmal keine gehört, ergänzt er lachend. (og)

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