Fünf Tage nach der Versetzung der Schlieremer Rotbuche wurde am Samstagmorgen die alte Linde auf dem Weininger Lindenplatz gefällt. Die Motorsäge machte klar, dass es nicht mehr lange hin ist bis zur Neugestaltung des Lindenplatzes: Im März beginnt die Bauzeit. Später wird eine neue Linde gepflanzt. Was mehr beschäftigt als der Baum, ist die Frage, ob man unter der Linde alte, vergrabene Weinflaschen finden wird, wie es Gerüchte besagen.

Nach der Neugestaltung des Lindenplatzes kommt die Sanierung der Zürcher-, Regensdorfer- und der Dietikonerstrasse. Diese Arbeiten dauern bis 2021. Eine Idee davon, wie die neuen Brunnenplätze an den Strassen aussehen sollen, erhält man an der Zürcherstrasse: Dort wurde probeweise bereits ein Trottoirstück neu gepflästert und ein Teil des Strassenbelags erneuert.

Das sahen auch die Teilnehmer des Dorfrundgangs, zu dem die SP der Kreisgemeinde Weiningen geladen hatte. Im Gemeindehaus sprach Gemeindepräsident Hanspeter Haug (SVP) über die Entwicklung der Gemeinde. Erstes Stichwort war der Gubrist: Der neue Halbanschluss und die Überdeckung sollen im März öffentlich aufliegen. Gibt es keine Einsprachen, kann das Projekt bis 2025 wie geplant realisiert werden.

Zudem ist der Gestaltungsplan für das Gubrist-Areal in Vorprüfung beim Kanton. Im Juni stimmt die Gemeindeversammlung über den Gestaltungsplan ab.

Eine Urnenabstimmung wird es geben zur Passerelle, auf der künftig Velofahrer und Fussgänger die A1 überqueren können sollen. Zahlt die Gemeinde diese Verbindung, muss sie im Gegenzug dem Kanton keinen Baurechtszins für die Benutzung des Gubrist-Deckels zahlen, auf dem ein Werkgebäude für Weiningen und Unterengstringen sowie ein Feuerwehrgebäude angedacht sind.

5000 Einwohner – und dann?

Weiter erklärte Haug, dass der Gemeinderat seit dem 1. Januar wieder ein «standesgerechtes» Sitzungszimmer hat. Im sanierten Schlössli. Davor fanden die Sitzungen unter anderem in einem Lehrerzimmer statt. Haug sprach auch über die längerfristige Zukunft. Seine Devise sei immer gewesen, dass man nicht mehr als 5000 Einwohner wolle.

Nun sind es aufgerundet 4800. So eine Limite sei aber immer eine Gratwanderung, sagte Haug: Wird sie erreicht, wird Wohnen in Weiningen richtig exklusiv. Aber Weiningen wolle auch junge Familien. «Mit dieser Gratwanderung werden sich die Gemeinderäte in Zukunft befassen müssen.» Haug selber tritt am Ende der Amtsperiode am 30. Juni ab: «Es hatte immer Bauern im Gemeinderat, jetzt geht dann der letzte.» Umso historischer wird sein Abgang, der am Samstag noch 140 Tage in der Zukunft lag.

Der Rundgang startete im Schulhaus Schlüechti, wo Schulpräsident Mario Okle (parteilos) und die inzwischen in Schlieren wohnhafte Präsidentin der SP Weiningen, Yvonne Apiyo Brändle-Amolo über die integrative Schule sprachen.

Schlussstation war das Seniorenzentrum Im Morgen. Über dessen Ausbau wird voraussichtlich noch nicht 2018 abgestimmt, wie zu erfahren war. Unter den zwei Dutzend Gästen waren auch der als produktiver Leserbriefschreiber bekannte Max Bürgis, alt Kantonsrat Rolf Steiner (beide SP) und Hans-Ulrich Furrer (Quartierverein Fahrweid).

Info-Anlass zu den Strassenbauarbeiten in Weiningen: am 1. März um 20 Uhr im Oberstufenschulhaus-Mehrzwecksaal.