Fahrweid

Quartierverein bemängelt Strassenprojekt - Diese Punkte sollten Kanton und Gemeinden beachten

Zu den Vorprojekten zur Verkehrsberuhigung in der Fahrweid gingen Einwendungen ein. So hegt etwa der Quartierverein Fahrweid-Weiningen-Geroldswil noch einige Änderungswünsche. Kanton und Gemeinde prüfen diese nun.

Seit mehr als drei Dekaden sehnen sich die Bewohnerinnen und Bewohner der Fahrweid nach einer Verkehrsentlastung. Die Pläne für deren Umsetzung auf Geroldswiler und Weininger Gemeindegebiet werden nun immer konkreter. Die beiden Vorprojekte zur Strassenraumgestaltung lagen bis Mitte Februar auf den Gemeindeverwaltungen auf. Zur gleichen Zeit veröffentlichte der Kanton seine Pläne für die Fahrweid. Er wird im Rahmen des Gubrist-Ausbaus eine Umfahrung realisieren und dafür eine neue Niederholzstrasse im Hardwald errichten. Die dann alte Niederholzstrasse wird dadurch vom Hauptverkehr entlastet und zu einer Gemeindestrasse abklassiert.

Der Quartierverein Fahrweid-Weiningen-Geroldswil kann sich nicht für alle Massnahmen erwärmen. Er reichte während der Auflagefrist Einwendungen beim Kanton und der Gemeinde Weiningen ein. «Der Quartierverein steht voll und ganz hinter der Verkehrsberuhigung im Quartier», sagt Präsident Hansueli Furrer. Man bemängle jedoch, dass die Bevölkerung nicht in die Projekte mit einbezogen worden sei. «Wir hätten uns einen gemeinsamen Informationsanlass gewünscht, an der man Ideen und Vorschläge hätte besprechen und in die Projekte einfliessen lassen können», sagt Vizepräsident Erich Schärer. Daher setze man nun auf das Mitwirkungsverfahren.

Der Quartierverein vermisst in den Plänen des Kantons einen Fussgängerstreifen auf der Überlandstrasse im Bereich der Limmatbrücke. Es sei für Fussgänger, die zum Bahnhof Dietikon unterwegs seien, nicht zumutbar, die Zebrastreifen beim Restaurant Limmatbrücke zu benützen, denn dann müssten sie zurück Richtung Zürich und von dort über den Übergang Richtung Bahnhof gehen, sagt Schärer.

Quartierverein vermisst sicheren Übergang in den Hardwald

Ein sicherer Übergang fehlt dem Quartierverein auch von der neu zu bebauenden Niederholzstrasse in den Hardwald. «Dieser wird als Naherholungsgebiet nicht nur von Spaziergängern, sondern auch vom Kindergarten Föhrewäldli genutzt», so Schärer. Keinen Sinn macht für den Quartierverein die Rechtsabbiege-Signalisation bei der Einmündung der alten Niederholzstrasse in die Querstrasse. «Von der alten Niederholzstrasse in die Querstrasse kann nur rechts in die Umfahrung eingebogen werden», sagt Furrer. Dadurch werde den Bewohnern im unteren Teil der Fahrweid die Möglichkeit genommen, behinderungsfrei in die Brunaustrasse zu gelangen. Das führe zu einem langen Umweg. Der Quartierverein befürchtet dadurch Mehrverkehr.

Nicht einverstanden ist er überdies mit der Signalisierung des Einbahnregimes bei der Einmündung der Querstrasse in die alte Niederholzstrasse. «Wir bevorzugen das Signal ‹Einfahrt verboten› weiter unten Richtung Dietikon bei der Einmündung alte Niederholz-/Hardwaldstrasse. So könnten Anwohner der Hardwaldstrasse und der Blumenstrasse nach wie vor problemlos in ihr Wohnquartier fahren», sagt Furrer. Nicht erfreut ist man zudem, dass auf das waldseitige Trottoir entlang der Fahrweidstrasse von der Quer- bis zur Giessackerstrasse verzichtet wird. «Es soll bestehen bleiben, um gefährliche Strassenquerungen zu vermeiden. Dafür kann man sich die Bäume auf der gegenüberliegenden Seite sparen», sagt Furrer.

Kein Fan von den Baumreihen

Generell sei man kein Fan der geplanten einseitigen Baumreihen an der Fahrweid- und alten Niederholzstrasse. «Sind diese nötig? Entlang der Fahrweidstrasse hat es mit dem Wald des Naturschutzgebiets genug Grün. Zudem sind die Rabatten einladende Hundeklos», sagt Schärer. Das Laub der Bäume im Herbst mache bei Regen den Boden rutschig.

Absehen solle Weiningen auch von den geplanten Parkplätzen auf der alten Niederholzstrasse, findet Furrer. «Es gibt genügend Parkplätze in der Umgebung. Neue Parkplätze sind für die Verkehrsberuhigung kontraproduktiv, sie schaffen nur zusätzliche Lärmemissionsquellen.» Der Quartierverein regt zudem an, die Tempo-30-Signalisation bei der Fahrweidstrasse nicht erst bei der Querstrasse, sondern schon an der Gemeindegrenze Geroldswil/Weiningen aufzustellen, damit der Verkehr Richtung Dietikon eher beruhigt werden könne. Weiter wird ein Konzept für die viel befahrene Brunaustrasse vermisst. Furrer und Schärer hoffen nun, dass die Anregungen in den Projekten berücksichtigt werden.

Parkplätze als kostengünstige Massnahme für Tempo-30-Zone

Der Weininger Gemeindepräsident Mario Okle (parteilos) versichert, dass die Gemeinde die Einwendungen prüfen und wo möglich ins Projekt aufnehmen wird. «Ich stimme dem Quartierverein zu, dass bei gewissen Signalisationen Anpassungen erforderlich sein könnten.» Nicht verstehen kann Okle die Äusserungen bezüglich der Bäume und Parkplätze. «Bäume dienen der Beschattung und der Ortsqualität. Soll man darauf verzichten, nur weil die Rabatten als Hundeklos benutzt werden könnten?» Bisher habe sich der Quartierverein über das Wild-Parkieren bei der Victoria Bäckerei aufgrund der wenigen Parkplätze beklagt. Daher könne er diese Kritik nicht nachvollziehen. «Parkplätze sind ein kostengünstiges Instrument, um den Strassenraum in Tempo-30-Zonen zu verschmälern, ohne bauliche Massnahmen zu errichten.»

Okle bestätigt, dass noch ein paar weitere Einwendungen eingereicht wurden. «In den meisten wird uns aufgrund finanzieller Überlegungen von Bäumen und Parkplätzen abgeraten.» Okle stört sich, dass der Quartierverein der Gemeinde vorwirft, die Bevölkerung nicht ins Projekt einzubeziehen. «Ein Informationsanlass wurde für das kantonale Projekt gewünscht. Das hat aber nichts mit unserem kommunalen Vorhaben zu tun.» Man nehme die Anliegen des Vereins ernst und versuche, die Ideen zu berücksichtigen.

Beim kantonalen Tiefbauamt tönt es ähnlich. Insgesamt seien 16 Einwendungen eingegangen, sagt Thomas Maag, Mediensprecher der Baudirektion. «Wir werden die Einwendungen prüfen und – wo sinnvoll – ins Bauprojekt einfliessen lassen.»

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