Mein Ding: Schauspiel

Noé Kuhn aus Dietikon hat am Set von «Zwingli» Filmluft geschnuppert

Noé Kuhn mag improvisierte Teile in Theateraufführungen.

Der Kantonsschüler Noé Kuhn spielt gerne Theater und hat am Set von «Zwingli» sogar Einblicke in die Filmbranche erhalten. Doch es ist noch ungewiss, ob er bei der Schauspielerei bleiben wird.

Als Noé Kuhn eine Zeit lang in Malaysia wohnte, besuchte er eine internationale Schule. «Der Lehrplan war sehr amerikanisch aufgebaut. Kreative Fächer wurden stark gefördert», erklärt der 17-jährige Dietiker. Man legte ihm das Theaterspielen nahe. Und er blieb dabei.

Zurück in der Schweiz stiess der Dietiker zur Arbeitsgemeinschaft Theater Rämibühl, der Theatergruppe der Kantonsschule Rämibühl. Im nächsten Frühling wird er zum dritten Mal bei einer Theaterproduktion mitmachen. Ganz besonders gefällt ihm, wenn er zwischendurch auf der Bühne improvisieren kann. «Wenn alle immer den gleichen Text herunterreden, erlebt man nach der ersten Aufführung kaum noch etwas Neues. Improvisierte Teile – etwa, wenn man das Publikum miteinbezieht – führen jedes Mal zu spannenden Momenten.»

Filmerfahrung dank Statistenvermittlung

Kuhn hofft, dass er im nächsten Theaterstück eine Hauptrolle spielen darf. Grössere Rollen seien jeweils älteren Schülern vorbehalten. Da er im letzten Maturajahr ist, hat er gute Chancen auf eine Hauptrolle. Dass er dabei viel Text lernen muss, schreckt ihn nicht ab. «Viele Leute glauben, dass das Lernen des Texts die grösste Schwierigkeit beim Theaterspielen ist. Doch viel schwieriger ist es, sich komplett auf eine Rolle einzulassen.» Einigen Schauspielern gelinge dies besser, anderen weniger gut.

Durch einen Freund wurde Kuhn auf die Statistenvermittlung Background Action aufmerksam. Aus Neugierde meldete er sich für eine Statistenrolle beim Film «Zwingli». Und wurde prompt genommen. So konnte er einen Blick in die Welt des Films werfen. Diese Erfahrung sei aber nicht nur positiv gewesen: «Wir mussten teilweise den ganzen Tag an einer kurzen Szene drehen», sagt der Kantonsschüler. Er bewundere professionelle Schauspieler für ihre Geduld und Hingabe, wenn sie eine Szene wieder und wieder spielen müssen.

Am Set von «Zwingli» kam er auch in Kontakt mit dem erfolgreichen Schweizer Schauspieler Anatole Taubman. «Ich erkannte ihn zunächst gar nicht. Erst im Gespräch merkte ich, wer er ist», erzählt Kuhn. Von Taubman erfuhr der junge Schauspieler eine Menge über das Schauspielhandwerk.

Nach «Zwingli» spielte Kuhn noch in einigen weiteren Filmproduktionen mit. Doch sein Herz schlägt nach wie vor für das Theater. «Es sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.»

Vielleicht muss er sein Hobby hinter sich lassen

Im Moment stehe das Theater ganz oben in seiner Prioritätenliste, worunter hin und wieder die schulische Leistung leide. «Jeweils in den stressigen Phasen vor den Aufführungen machen meine Noten einen leichten Sinkflug», sagt er.

In seiner weiteren Laufbahn wird er das Theaterspielen aber hinten anstellen oder sogar ganz hinter sich lassen müssen. Denn nach der Matura will Kuhn Biologie studieren. Dann bliebe nicht viel Zeit für das Theater übrig. Doch er sieht das Ganze positiv: «Ich habe beim Theater viel gelernt, das ich auch in meinem späteren Leben noch werde brauchen können.»

Autor

Manuel Reisinger

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