Uitikon
Neue Photovoltaik-Anlage: Werkhof stellt bald mehr Strom her, als er braucht

Der neue Werkhof erhält eine Photovoltaik-Anlage aufs Dach. Die Gemeindeversammlung hat dafür einen Kredit genehmigt.

David Egger
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Mehrere Nachbargebäude des Uitiker Werkhofs verfügen schon heute über Photovoltaik-Anlagen auf ihren Dächern. Nun zieht die Gemeinde mit ihrem Werkhof nach. Die neue Photovoltaik-Anlage soll im Oktober dieses Jahres in Betrieb gehen.

Mehrere Nachbargebäude des Uitiker Werkhofs verfügen schon heute über Photovoltaik-Anlagen auf ihren Dächern. Nun zieht die Gemeinde mit ihrem Werkhof nach. Die neue Photovoltaik-Anlage soll im Oktober dieses Jahres in Betrieb gehen.

Mit dem Üdikerfäscht weihte die Gemeinde Uitikon im September 2018 ihren neuen Werkhof ein, für den das Volk im Februar 2017 mit über 75 Prozent Ja-Stimmen 4,4 Millionen Franken genehmigt hatte. Nun stand er erneut auf der Traktandenliste. Allerdings ging es an der Gemeindeversammlung am Dienstag um einen kleineren Betrag. So klein, dass der Gemeinderat zuerst nicht daran dachte, ihn der Gemeindeversammlung vorzulegen. Der Grund: Es ist absehbar, dass die noch ausstehende Bauabrechnung zum neuen Werkhof mit Minderkosten von ungefähr 180'000 Franken abschliessen wird, wie Tiefbauvorstand Markus Stäheli (SVP) erklärte. Da sich die Nettokosten einer Photovoltaik-Anlage auf dem Werkhof-Dach auf 110'000 Franken belaufen, ging der Gemeinderat davon aus, dass er diese noch aus dem Baukredit für den Werkhof finanzieren könnte. Doch Gemeindeschreiber Sinisa Kostic wies den Gemeinderat darauf hin, dass ein separater Kredit zu beantragen ist. Diesen genehmigte die Gemeindeversammlung mit sehr deutlicher Mehrheit. Es resultierten nur vereinzelte Gegenstimmen.

Den Bau der Photovoltaik-Anlage hat der Gemeinderat schon länger vorgespurt. Zum Beispiel sind entsprechende Kabelkanäle schon vorhanden. Es werden am Gebäude selber also keine grossen Eingriffe mehr nötig sein.

Mit der Sonne E-Bikes laden

In der Nachbarschaft des Werkhofs sind bereits mehrere andere Dächer mit Photovoltaik-Anlagen bestückt. Die Lage sei sehr geeignet, um aus Sonnenlicht Strom herzustellen, führte Tiefbauvorstand Stäheli aus. Es soll die ganze Dachfläche genutzt werden. So sollen jährlich 80'000 Kilowattstunden Energie produziert werden. Der Werkhof braucht, Stand heute, aber nicht so viel Strom und wird den Überschuss an die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) verkaufen. So soll die Anlage nach 15 bis 20 Jahren amortisiert sein. Zudem zieht der Gemeinderat in Betracht, bei der nächsten Fahrzeugbeschaffung für den Werkhof auf teurere Elektrofahrzeuge umzusteigen, die dann mit der Sonnenenergie geladen werden könnten. Womit dann Geld für klassische Treibstoffe gespart werden könnte. Zudem würden E-Fahrzeuge weniger Lärm machen, merkte ein Votant in der kurzen Diskussion an. Heute verfügt der Werkhof bereits über zwei E-Bikes. Angestellte benutzen diese vor allem, um schnell zum Gemeindehaus zu fahren.

Die Lebensdauer der Anlage wird auf 25 bis 30 Jahre beziffert. Voraussichtlich bis Ende Oktober soll die Photovoltaik-Anlage montiert sein und in Betrieb gehen. Zurzeit läuft die Detailplanung der Ausschreibung des Auftrags.

Die Gemeinde will mit der Anlage auch ihrer Vorbildfunktion in Umweltthemen gerecht werden. Und eben: Der Werkhof wird trotz des zusätzlichen Kredits insgesamt günstiger sein als einst budgetiert.

Beide Jahresrechnungen sowie die neue Gebührenverordnung wurden genehmigt

An der Gemeindeversammlung der Politischen Gemeinde Uitikon wurde auch die Jahresrechnung 2018 einstimmig genehmigt. Diese hatte mit einem Plus von rund 5,7 Millionen Franken abgeschlossen, also 5,4 Millionen Franken besser als budgetiert. Es gab grosse Mehreinnahmen bei den Steuern. Besonders gewichtig waren die Grundstückgewinnsteuern: 2,4 Millionen Franken mehr als budgetiert resultierten hier. Auch 2019 werde man bei den Grundstückgewinnsteuern «enorm hohe Einnahmen» ausweisen können, stellte Finanzvorstand Markus Hoppler (CVP) in Aussicht. «In unserer Gemeinde ist nach wie vor viel Landhandel im Gang.» Hoppler freute sich auch darüber, dass die Steuerkraft pro Einwohner erstmals seit Jahren wieder etwas angestiegen ist.

Auch Arthur Blaser (FDP), Finanzvorstand der Schulgemeinde, präsentierte eine positive Jahresrechnung, die durch höhere Steuereinnahmen als erwartet geprägt ist. Bei der Schule resultierte ein Ertragsüberschuss von 1,8 Millionen Franken, was 2,1 Millionen Franken besser als budgetiert ist. Diese Rechnung wurde bei einer Gegenstimme angenommen. Blaser erläuterte unter anderem, dass die Tagesstrukturen der Schulen sehr gut ausgelastet sind. Eine Expansion der Tagesstrukturen könnte bei der Budget-Gemeindeversammlung am 27. November zum Thema werden. Einen Anstieg der Kosten gab es bei der Schulverwaltung. Hauptursachen dafür sind Gutachten und Ausgaben für Dritte. Darunter fallen auch Anliegen, «die wir mit der Elternschaft oftmals über Anwälte lösen müssen – leider», sagte Blaser. Diese Ausgaben seien sehr schwierig zu budgetieren. Die Schülerzahlen waren im abgelaufenen Jahr höher als budgetiert, was mit dem Wachstum der Gemeinde zu tun hat und zu entsprechenden Mehrkosten führte. Blaser hob hervor, dass aber die jährlichen Kosten pro Schüler seit Jahren nicht mehr gestiegen sind. So seien es nach wie vor rund 20'000 Franken pro Schüler.

Als zweites Traktandum genehmigte die Schulgemeindeversammlung einstimmig die neue Gebührenverordnung, die mit dem neuen Gemeindegesetz nötig wurde. Die Tarife setzte die Schulpflege bereits im März fest, die neue Verordnung tritt per 1. August in Kraft. Das Ja zur Verordnung erfolgte diskussionslos.

Vor den beiden Versammlungen wurden vor dem Üdiker-Huus Würste vom Grill angeboten und es spielte der Handharmonika-Club Albisrieden auf. Etwas mehr als 80 Stimmberechtigte waren gekommen. (DEG)

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