Die Reitgesellschaft an der Limmat organisiert seit vielen Jahren ihre Dressurtage; über das vergangene Wochenende fanden sie erstmals in der neuen offenen Halle statt. Mit einer Vereinsmeisterschaft, den Einzelturnieren in verschiedenen Schwierigkeitsstufen sowie einem Mannschaftsturnier hatte das Wochenende für Pferdeliebhaber einiges zu bieten. Diese konnten das Geschehen von der Bande der neuen Reithalle aus mitverfolgen, die in hellem, warmem Holz erstrahlt. Rund 300 Reitsportbegeisterte, die nach dem obligaten Kopfnicken in der Mitte der Halle mit ihrem jeweiligen Programm starteten, wurden von der Jury bewertet.

Exakt und geschmeidig

Es werde auf die Exaktheit, die Geschmeidigkeit der Schrittabfolge sowie die Sitzhaltung der Reiter und Reiterinnen geschaut, sagte Céline Fischer aus Geroldswil, die der Reitgesellschaft Limmattal angehört. Insgesamt drei Mal startete sie an diesem Wochenende zusammen mit ihrem 14-jährigen Pferd Starano, mit dem sie seit acht Jahren ein Herz und eine Seele ist.

«Das Reiten gehört zu meinem Leben und bietet neben dem Studium in Erdwissenschaften einen Ausgleich», meinte die 22-Jährige. Fischer ist eigentlich als Springreiterin anzutreffen und nimmt an rund drei Dressurtagen im Jahr teil. Im Vereinsturnier am Freitagabend wurde sie Siebte. «Die Erwartungen wachsen, je besser die Abfolge im Training gelingt», erzählte sie. Enttäuscht sei sie aber nie und das wäre auch das falsche Wort: «Das Resultat ist ein Prozess über viele Jahre und ich bin sehr stolz über jede kleine Entwicklung. Ich kenne mein Pferd so gut und weiss genau, was los ist, selbst wenn es nur die Ohren bewegt.» Zur neuen Halle in der sie seit März trainieren konnte, meinte sie: «Das neue Holzdach ist für uns alle eine riesige Freude und gibt uns sicher auch einen Heimvorteil».

Die letztjährige Vereinsmeisterin in der Dressur, Caroline Keller aus Spreitenbach, platzierte sich mit etwas über 68 Prozent erneut auf dem ersten Rang. «Mein Pferd Jmola ist momentan enorm gut drauf. Dass wir den Titel verteidigen konnten und wieder mit einem Sieg belohnt wurden, ist sehr schön», sagte die ambitionierte Reiterin. Am Freitagnachmittag war sie zudem in der Kategorie GA09, die im Rahmen dieser Dressurtage der höchst gezeigten Schwierigkeitskategorie entsprach, auf dem dritten Platz klassiert. «Es ist eine Leidenschaft und ich habe auch einen gewissen Ehrgeiz vorwärtszukommen.».

Timon Furrer aus Dietikon holte sich in der Vereinsmeisterschaft den Sieg im Juniorencup Dressur, obwohl seine grosse Passion im Springreiten liegt: «Der Sieg freut mich, aber das Springen bietet sehr viel mehr Action und passt mir mehr. Ich nehme genau einmal an einem Dressurturnier teil und das ist jeweils am Vereinsanlass», meinte er.

Dressur bildet die Basis

Das Dressurreiten bilde die Basis für das Springreiten, erzählte OK-Präsidentin Barbara Ehrat, die sich mit dem Anlass zufrieden zeigte und am Freitagabend ebenfalls hoch zu Ross am Vereinsturnier teilnahm. Etwas mehr Betrieb und auch mehr Zuschauer zog das Mannschaftsturnier am Samstagabend an. Mit dem Heimteam als siebte gestartet war auch Caroline Keller.

Nur gut, dass sich dank der neuen Halle das gesamte Turnier unter dem Dach befand: Denn während das Einreiten zeitweise im Regenmantel bei windigen Verhältnissen absolviert werden musste, blieben die Zuschauer sowie die Reiter und Pferde während ihrer Kür jeweils im Trockenen. Wer ein Foto in der Sonne knipsen wollte, dem boten sich genau zwei Minuten kurz vor Sonnenuntergang am Freitagabend während des Vereinsturniers an.