Drogenszene

«Needle Park»: Zeitzeugen berichten bei einem digitalen Rundgang im Zürcher Platzspitzpark

Drogenparcours: Auf der Suche nach dem "Stoff"

Drogenparcours: Auf der Suche nach dem "Stoff"

Ein digitaler Rundgang im Platzspitzpark Zürich führt Besucher durch die offene Drogenszene der 80er und 90er Jahre. Zeitzeugen berichten an verschiedenen Stationen über den damaligen Drogenalltag.

Initiantin Vera Baumann, Studentin Geschichtsvermittlung und Geschichtsdidaktik, will damit einer breiten Öffentlichkeit die Ereignisse von damals erlebbar machen.

Platzspitz heute

Im Jahr 1992, nach der Schliessung des Parks, wurde das Gartebauamt vom Zürcher Stadtrat beauftragt, den Platzspitz wider für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen – innerhalb eines Jahres und mit geringem Kostenaufwand. Mittels Kontrollen und einer Abriegelung ab 21 Uhr sollte ein Comeback der Drogenszene verhindert werden. Die Sanierung des Lettenareals, sowie das immer stärkere aufkommenden Leben unterhalb des Platzes am Limmatufer bewirkte, dass der gesamte Platzspitz lebendiger wurde. Im Juni 1993 wurde der Park wieder geöffnet.

Die Drogenszene auf dem Platzspitz vor der Schliessung 1992

Buch und Film «Platzspitzbaby»

Damals in den 90er-Jahre rutschte die Mutter von Michelle Halbheer in die Drogen ab. Sie verkehrte in der offenen Drogenszene am Zürcher Platzspitz. Die Behörden liessen das Mädchen bei ihrer Mutter, holten sie nicht aus ihrer Not. Im Buch »Platzspitzbaby« verarbeitet sie ihre Vergangenheit. Die gebundene Originalausgabe ist 2013 erschienen und diente als Inspiration für den Film »Platzspitzbaby«.

Der Schweizer Spielfilm ist aus dem Jahr 2020, welcher von der gleichnamigen Autobiographie von Michelle Halbheer inspiriert wurde. Die Geschichte handelt von der der elfjährigen Protagonistin Mia, die nach Beendigung der offenen Drogenszenen am Platzspitz im Frühling 1995 zusammen mit ihrer Mutter ins Zürcher Oberland zieht.

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