Geroldswil
Nach WC-Brand, Graffiti und Motorradrennen: Dank Gittertor soll wieder Ordnung in der Huebegg einkehren

Der Geroldswiler Gemeinderat investiert 40'000 Franken, um die neue Zentrumsüberbauung vor Zerstörung und Littering zu schützen.

Sibylle Egloff
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Schon kurz nach der Eröffnung im Oktober 2020 kam es zu Vandalismus in der Tiefgarage der Geroldswiler Überbauung Huebegg.

Schon kurz nach der Eröffnung im Oktober 2020 kam es zu Vandalismus in der Tiefgarage der Geroldswiler Überbauung Huebegg.

zvg

Ein WC-Brand, ein verschmierter Parkautomat, ein abgerissener Wasserhahn, ein Motorradrennen, Graffiti, Alkohol- und Drogen-Konsum: Die Liste der Verstösse und Beschädigungen in der öffentlichen Toilette, bei den Hauszugängen und im Parkhaus der neuen Überbauung Huebegg in Geroldswil ist lang. Seit der Eröffnung im letzten Oktober treiben Vandalen im Zentrum ihr Unwesen (die «Limmattaler Zeitung» berichtete). Der Gemeinderat hat nun Massnahmen beschlossen, um der Zerstörung und dem Littering einen Riegel zu schieben.

Im Bereich der Tiefgarageneinfahrt wird ein Rollgittertor installiert, das in den Abendstunden unbefugte Eintritte verhindern soll. «Damit verbunden ist auch die Steuerung der Eingangstüren, sodass der Zugang zum Parkhaus nur noch mit einem entsprechenden Parkticket möglich ist», sagt Gemeindeschreiber Gregor Jurt. Zudem prüfe man derzeit, wie diese neue Zufahrtsregelung für die Mieterinnen und Mieter der Huebegg und ihre Besucher gelöst werden könne. «Wir denken zum Beispiel an ein Sendersystem. Das Tor könnte dann mittels eines Sendegeräts oder einer Karte geöffnet werden.»

In etwa drei Monaten soll das Rollgittertor bereit sein

Eingebaut wird die Anlage vom Architekturbüro Baumberger und Stegmeier, das bereits die ganze Huebegg geplant und realisiert hatte. In zwei bis drei Monaten soll das Rollgittertor einsatzbereit sein. Die Schutzmassnahme kostet die Gemeinde 40’000 Franken. «Angesichts der vielen Sachbeschädigungen, Reparaturen und Reinigungen, die bisher rund 10’000 Franken betrugen, erachtet der Gemeinderat diese kostenintensive Vorkehrung als sinnvoll», sagt Jurt.

Angesichts der vielen Sachbeschädigungen, Reparaturen und Reinigungen, die bisher rund 10000 Franken betrugen, erachtet der Gemeinderat diese kostenintensive Vorkehrung als sinnvoll.

(Quelle: Gregor Jurt, Gemeindeschreiber Geroldswil)

Das Rollgittertor ist nicht das einzige Mittel gegen die unerwünschten Vorkommnisse in der Huebegg. Der Gemeinderat ergreift zusätzlich rechtliche Massnahmen. Er will beim Bezirksgericht Dietikon ein audienzrichterliches Verbot beantragen, das den Aufenthalt für Unberechtigte im Parkhaus, den Hauszugängen und den Treppenhäusern der Zentrumsüberbauung untersagt. Nur noch Fahrzeughalterinnen und -haltern soll es für das Ein- und Ausparken ihres Autos gestattet sein, das Parkhaus zu benutzen. Überdies soll in der gesamten Garage sowie in allen Hauszugängen und Treppenhäusern das Rauchen sowie der Konsum von alkoholischen Getränken verboten werden. «Die Polizei wird dadurch befugt sein, Personen, die dieses Verbot missachten, wegzuweisen. Zudem können die besagten Personen dann mit hohen Bussen bestraft werden», erklärt Jurt. Eine mögliche Videoüberwachung und die dazu nötigen Schritte würden ebenso geprüft.

Zentrumsplatz soll nicht zu Parkplatz verkommen

Darüber hinaus will der Gemeinderat auch den Zentrumsplatz vor der Huebegg mit einem öffentlich-rechtlichen Parkverbot belegen. Künftig soll das Parkieren von Fahrzeugen auf dem Zentrumsplatz nur noch mit einer Bewilligung der Gemeinde möglich sein. Das Verbot muss die Gemeinde noch bei der Kantonspolizei Zürich absegnen lassen.

Damit reagiert der Gemeinderat auf ein weiteres Phänomen, das seit einiger Zeit im Zentrum beobachtet wird. «Es wurde festgestellt, dass unberechtigte Fahrzeuglenker den Zentrumsplatz zu privaten oder gewerblichen Parkierungszwecken und für das Ein- und Ausladen von Personen und Gütern nutzen», sagt Jurt. Die abgestellten Fahrzeuge würden zum Teil den Sichtwinkel vom Platz aus, hin zum angrenzenden, fliessenden Verkehr, verdecken und so die Verkehrssicherheit reduzieren. Um eine gewollte Platzwirkung und Sicherheit zu erzielen, liege es im öffentlichen Interesse, dass der Vorplatz nicht von Fahrzeugen belegt ist.

Mit all diesen Massnahmen hofft der Gemeinderat nun, dass im Zentrum wieder Ordnung einkehrt. «Für die Gemeinde Geroldswil als Eigentümerin der Wohn- und Geschäftsräume ist es wichtig, dass sich die
Huebegg attraktiv und sicher präsentiert. Dies auch, um eine hohe Mietauslastung sicherzustellen», sagt Jurt. Zudem wolle man die Steuerzahler vor weiteren Kosten, die durch Vandalismus entstehen, bewahren.