Tierschutz

Kunst- oder Echtpelz? Limmattaler Tierschützerin begrüsst Deklarationspflicht

Es gibt Händler, die Echtpelze schon seit Jahren genau deklarieren. Künftig müssen das alle Händler tun.

Es gibt Händler, die Echtpelze schon seit Jahren genau deklarieren. Künftig müssen das alle Händler tun.

Echte Tierpelze müssen neu als «Echtpelz» gekennzeichnet werden. Diese Deklarationspflicht hat der Bundesrat in einer Verordnung beschlossen, die am 1. April in Kraft tritt. Das freut die Limmattaler Tierschützerin Heidi Illi.

Auf dem Etikett sollen die Käufer künftig auf einen Blick erkennen, ob es sich um einen Kunst- oder einen Echtpelz handelt. «Sicher ist es gut, dass den Leuten bewusst wird, was Pelz ist und was nicht», sagt Heidi Illi, Vorstandsmitglied vom Tierschutz Limmattal-Säuliamt. Man könne heute den Pelz so gut imitieren, dass viele Konsumenten verwirrt seien, was denn nun echt und was fake sei.

Künftig soll auf dem Etikett auch die Art der Pelzproduktion zu lesen sein. Wenn ein Pelz etwa aus der Fallenjagd oder der Käfighaltung mit Gitterböden stammt, einer Jagd- beziehungsweise Haltungsform, die dem Schweizer Tierschutz- oder Jagdgesetz widerspricht, müssen die Hersteller dies entsprechend auf dem Kleidungsstück vermerken. Ist es nicht möglich, zuverlässige Informationen über die Gewinnungsart der Pelze und Pelzprodukte zu erhalten, könne auch die Deklaration «Gewinnungsart unbekannt – kann aus einer in der Schweiz nicht zugelassenen Haltungs- oder Jagdform stammen» verwendet werden, schreibt der Bundesrat. Illi begrüsst diese Präzisierung.

Doch werde die Mode wohl noch länger die Oberhand über den Tierschutz behalten. Das habe ihr beispielsweise die Rückkehr der Pelze an den Kapuzen gezeigt. «Das finde ich schade», sagt Illi.

Auch wenn Illi selbst nie einen Pelz tragen würde, so ist sie trotzdem gegen ein gänzliches Pelzverbot. «Felle von Füchsen, die sowieso geschossen ­werden müssen, sollte man nicht ­wegwerfen müssen. Das wäre schade», sagt sie. Im Gebrauch von Fuchsfellen sieht sie eine Möglichkeit, die toten ­Tiere zu ­verwenden und das Bedürfnis nach echtem Pelz zu stillen. «Ein Fuchsfell wäre eine gute Alternative für Leute, die Echtpelz brauchen», sagt Illi.

«Pro Fell erhält man nur noch einen Fünfliber»

Dass man künftig Pelzkleider aus Fuchsfellen kaufen kann, bezweifelt der Schlieremer Jäger Franz Bugmann jedoch. Laut seiner Erfahrung fehlen den Jägern bereits heute die Abnehmer für ihre Fuchspelze, da viele dem ­Echtpelz skeptisch gegenüberstehen. «Man darf ja kaum mehr sagen, dass es ein echter Pelz ist», sagt Bugmann. Tue man dies trotzdem, gebe es einen Aufschrei vom Tierschutz.

Der Fuchs wird vor allem aus ­jagdtechnischen Gründen bejagt. ­Beispielsweise zum Schutz von Bodenbrütern, Jungwild und Hausgeflügel. «Zudem erschiessen wir nur bei ­Schäden ganz selten gesunde Füchse», sagt er. Das Fell eines kranken Tieres dagegen sei gänzlich unbrauchbar. Nebst dem zahle es sich finanziell nicht aus, das Fuchsfell zu verarbeiten. «Pro Fell erhält man nur noch einen Fünfliber», sagt Bugmann. Das decke die Kosten der Produktion keineswegs, deshalb bringe man die gesunden ­sowie die kranken erlegten Füchse direkt zur Tierkadaverstelle.

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