Footeco

Jetzt schnappen sich die Spitzenklubs schon elfjährige Fussballtalente

Footeco-Spiel FC Zürich gegen FC Winterthur: Den Sprung in die Topteams schafften erst wenige.

Das Förderprogramm «Footeco» für Fussballtalente wird ab diesem Sommer umgebaut. Neu spielen schon Elfährige Teilnehmer nicht mehr bei ihren Stammvereinen, sondern nur noch bei den Spitzenklubs.

Der Traum von der Fussballerkarriere ist weit verbreitet. Damit den Spitzenklubs keine Talente durch die Lappen gehen, wurde in den letzten Jahren das Junioren-Förderprogramm Footeco aufgebaut. Den Kanton Zürich teilen sich dabei seit 2013 regionenweise der FCZ, GC und der FC Winterthur auf.

Bislang sah das jeweils drei Jahre dauernde Footeco-Programm einen sanften Übergang von den Breitenfussballklubs zu den Spitzenklubs vor: Die Dorf- und Quartiervereine schlugen den Spitzenklubs die zwei, drei besten Elfjährigen ihres Jahrgangs vor. Diese konnten aber, wenn sie nach den Probetrainings ins Footeco-Programm aufgenommen wurden, weiterhin in ihren Stammvereinen trainieren und spielen.

Zusätzlich gingen sie einmal pro Woche ins Footeco-Training des für sie zuständigen Spitzenklubs. Erst als Zwölf- und Dreizehnjährige trainierten und spielten sie nur noch in den Footeco-Teams der Spitzenklubs. Dabei bleiben sie Mitglieder ihres Stammvereins.

Neu trainieren und spielen ab diesem Sommer schon die Elfjährigen, die den Sprung ins Footeco-Programm schaffen, nur noch in den Footeco-Teams der Spitzenklubs, wie Heinz Russheim, Leiter der FCZ-Academy, gestern am Rande einer Medienkonferenz sagte.

Theo Widmer, Footeco-Verantwortlicher des Fussballverbands der Region Zürich, bestätigte dies. Es handle sich um ein Pilotprojekt des Zürcher und des Walliser Fussballverbands. Falls es sich bewährt, wolle der Schweizerische Fussball Verband es nächstes Jahr auf die ganze Schweiz ausweiten.

Das «goldene Lernalter» nutzen

Die Idee dahinter: «Wir wollen das goldene Lernalter von elf bis dreizehn Jahren besser nutzen», so Widmer. Der FCZ habe bereits Footeco-Teams mit Elfjährigen geführt. Eine Befragung der betroffenen Eltern und Kinder habe ergeben, dass es für die Kinder kein Problem sei, schon mit elf Jahren ganz ins Footeco-Team zu wechseln, statt wie bisher im ersten Jahr noch mit den Kollegen im Stammverein zu spielen und trainieren.

Seitens der Stammvereine habe es an Informationsveranstaltungen zwar kritische Bemerkungen gegeben. Mehrheitlich stiess der geplante Systemwechsel laut Widmer aber auf Verständnis bei den Breitenfussballklubs.

Dass diese dem Footeco-Programm mit gemischten Gefühlen gegenüberstehen, zeigt auch die gestern vor den Medien präsentierte Studie des Kantons Zürich über Footeco. Dabei wurden Footeco-Spieler, Trainer und Klubverantwortliche sowohl der Spitzen- als auch der Breitenfussballklubs befragt.

Drei Viertel der Footeco-Spieler bewerteten das Förderprogramm als gut oder sehr gut, acht Prozent zeigten sich enttäuscht. Die Studie ergab zudem, dass Footeco-Spieler weniger häufig aus dem Klubfussball aussteigen als ihre gleichaltrigen Kollegen ohne Footeco-Teilnahme. Und: 80 Prozent der befragten Footeco-Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten Schule und Sport gut unter einen Hut bringen. Gut die Hälfte besuchte die Sekundarschule, 17 Prozent das Gymnasium und 29 Prozent absolvierten eine Berufslehre.

Es zeigte sich aber auch, dass die Spitzenklubs Footeco deutlich positiver sahen als die Dorf- und Quartierklubs. Hauptbeschwerdepunkt der Breitensportvereine: Die Spitzenklubs nähmen ihnen die besten Spieler weg. Allerdings kehrt nach dem dreijährigen Programm die Mehrheit der Footeco-Spieler wieder in ihrem Stammverein zurück. 22 Prozent der Footeco-Spieler blieben hingegen bis zum 18. Lebensjahr bei ihrem Spitzenklub.

Der Sprung in die jeweilige erste Mannschaft des FCZ gelang von den heute rund 18-jährigen ersten Footeco-Absolventen laut Russheim drei Spielern und zwei Spielerinnen. Beim FC Winterthur und GC warten die Topteams laut den Klubverantwortlichen noch auf die ersten ehemaligen Footeco-Spieler.

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