Detailhandel

Im Limmattal lohnt sich das Öffnen am Sonntag nicht

Der schwächere Franken lässt den Detailhandel aufatmen.

Der schwächere Franken lässt den Detailhandel aufatmen.

Anders als die Stadt Zürich wollen die beiden Limmattaler Städte derzeit das Gesetz zu Sonntagsöffnungszeiten für Detailisten nicht lockern

Von der gelockerten Gesetzgebung für sonntägliche Ladenöffnungszeiten werden Limmattaler Konsumenten so schnell nicht profitieren wie jene in der Stadt Zürich. Vergangene Woche wurde bekannt, dass es dortigen Detailhändlern neu erlaubt ist, an rund 20 öV-Knotenpunkten auf Stadtgebiet sonntags ihre Türen zu öffnen. Jedoch nur, wenn das Ladenlokal an einem «Terminal des öffentlichen Verkehrs» gelegen ist, der von einer gewissen Anzahl Pendler genutzt wird, und weniger als 200 Quadratmeter Fläche aufweist. Damit dürften zu den Shops in Bahnhofs- oder Tankstellennähe, die bereits heute an Sonntagen geöffnet haben, noch weitere hinzukommen.


«Ein solcher Terminal ist in Dietikon vor allem der Bahnhof, wo Coop Pronto und Spar bereits heute geöffnet haben», sagt Michael Weber, Leiter der Dietiker Sicherheits- und Gesundheitsabteilung auf Anfrage. Vonseiten des Industrie- und Gewerbevereins Dietikon sei kein Interesse an erweiterten Sonntagsöffnungszeiten geäussert worden. Und: «Andere Bushaltestellen auf Dietiker Stadtgebiet als Terminal des öffentlichen Verkehrs zu definieren, kommt zum heutigen Zeitpunkt nicht infrage.» Auch in Schlieren befriedige der sonntags geöffnete Migrolino beim Bahnhof die Bedürfnisse der Bevölkerung, sagt Toni Brühlmann-Jecklin (SP) auf Anfrage. «Das Thema hat uns auf politischer Ebene noch nicht beschäftigt.» Doch bereits heute schätzt er das Personenaufkommen an Schlieremer Umsteigeplätzen als zu gering ein, als dass sie als solche Terminals definiert werden könnten.


Café soll sonntags öffnen
Künftig werde sich jedoch in der Schlieremer Innenstadt etwas tun, sagt Standortförderer Albert Schweizer auf Anfrage. Doch mit ausgebauten Ladenöffnungszeiten habe dies nichts zu tun. «Wir erarbeiten mit dem lokalen Gewerbe ein Detailhandels-Konzept für das Parkside- und das Lilienzentrum.» So sollen an diesen beiden Orten mehr Kundschaft angezogen werden. Was die Stadt hier unter der Mitarbeit des Gewerbes genau vorhabe, sei zwar noch nicht spruchreif, da man noch daran arbeite, so Schweizer. «Doch wurde beispielsweise vermehrt der Wunsch geäussert, dass man an der Bahnhofstrasse gerne ein Café haben würde, das auch sonntags geöffnet hat», sagt er.


Zwar keine Goldgräberstimmung jedoch grosse Zufriedenheit erweckt die neue Gesetzgebung auf Seite der Detailisten. So schätze etwa Coop generell liberale Öffnungszeiten, sagt Sprecher Patrick Häfliger. «Wir überprüfen die Öffnungszeiten unserer Verkaufsstellen regelmässig. Wo möglich und sinnvoll, werden sie auch angepasst», sagt er weiter.


Entscheid obliegt Gememeinden
Auch die Migros Genossenschaft Zürich prüfe die Umsetzung erweiterter Öffnungszeiten an stark frequentierten Standorten, wenn sie direkt an Bus- oder Tramhaltestellen liegen, sagt Sprecher Christoph Frei auf Anfrage. «Da die an Sonntagen betriebenen Verkaufsflächen jedoch nicht grösser als 200 Quadratmeter sein dürfen, müssen wir bei der Prüfung auch die organisatorische und logistische Dimension einer solchen Umstellung berücksichtigen», sagt er weiter.


Gespräche mit Limmattaler Städten und Gemeinden suchte die Migros noch nicht. «Der Entscheid einer Erweiterung der Öffnungszeiten obliegt den Gemeinden», so Frei. Folgen nach Zürich auch in anderen Gemeinden Lockerungen, würde Migros eine Umsetzung sicherlich prüfen.

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