Limmattal

Getunte Fahrzeuge und unnötige Fahrmanöver – Motorenlärm beschäftigt auch Schlieren

Die Klagen über getunte und lärmende Autos häufen sich.

Die Klagen über getunte und lärmende Autos häufen sich.

Der parteilose Gemeinderat Roger Seger will vom Stadtrat wissen, ob die Stadt Massnahmen gegen Lärmverursacher geplant hat.

«Die Lärmbelastung in Dietikon durch Autos und Motorräder wird von Teilen der Bevölkerung als zu hoch empfunden. Die Situation hat sich seit den letzten Vorstössen zu dieser Thematik gefühlt nicht oder nur wenig verbessert», schreibt der Dietiker FDP-Gemeinderat Mike Tau in seiner kürzlich eingereichten Interpellation (die «Limmattaler Zeitung» berichtete). Kaum besser scheint es den Einwohnerinnen und Einwohnern von Schlieren zu gehen.

«Auch mir ist seit längerer Zeit aufgefallen, dass in Schlieren eine erhebliche Anzahl von Fahrzeuglenkern mit teilweise getunten Fahrzeugen und unnötigen Fahrmanövern massive Lärmemissionen verursachen», hält Gemeinderat Roger Seger (parteilos) Bezug nehmend auf Taus Vorstoss in seiner Kleinen Anfrage fest. Vom Schlieremer Stadtrat will er deshalb unter anderem wissen, ob die Stadt spezifische Massnahmen gegen die Verursacher von Lärmemissionen und Raser geplant habe. Denn ein solches Verhalten ist aus der Sicht Segers nicht nur störend, sondern auch gefährlich. «Ferner fallen Fahrzeuglenker auf, die durch starkes Beschleunigen auf kurzen Strecken auf Tempi weit über der zulässigen Höchstgrenze kommen. Und folglich abrupten Abbremsens auf Haupt- wie auch Neben- sowie Quartierstrassen andere Verkehrsteilnehmer und Fussgänger, namentlich Kinder und Senioren, unnötig gefährden», schreibt er weiter.

Als einen «sicherlich auch der Polizei bekannten» Hotspot hat Seger die Brandstrasse ausgemacht. Einige wenige Verkehrssünder würden eine Mehrzahl sich korrekt verhaltender Bewohnerinnen und Bewohner Schlierens gefährden und belästigen. Dieser Zustand sei nicht mehr weiter tragbar.

Vorstösse gibt es auch in Bern

Doch nicht nur auf regionaler Ebene, sondern auch in Bern ­haben die sogenannten Autoposer – zumeist junge Männer, die mit ihren PS-starken Fahrzeugen angeben und unnötigen Lärm verursachen – die Politik auf den Plan gerufen. So fordert die Aargauer SP-Nationalrätin Gabriela Suter in einem Vorstoss eine PS-Limite für Junglenker. Als Vorbild dient ihr Kroatien. Dort dürfen Lenker unter 25 Jahren nur Autos mit höchstens 102 PS fahren.

Wie Seger sieht auch Suter in Junglenkern, die mit PS-starken Autos unterwegs sind, ein ­Sicherheitsrisiko. Sowohl für sich selber als auch für ihre ­Mitfahrer und die anderen ­Verkehrsteilnehmer. Auch FDP-­Ständerat und TCS-Aargau-Präsident Thierry Burkart ist der Meinung, dass etwas unternommen werden müsse. Auch er reicht einen Vorstoss zum ­Thema ein – allerdings ohne konkrete Verbotsforderungen. Burkart will Massnahmen, «die verhältnismässig und zielführend sind».

Das Argument der Verkehrssicherheit, das Suter anführe, treffe gemäss dem Bundesamt für Strassen und der Beratungsstelle für Unfallverhütung nicht zu. «Das Thema ist komplexer, als man denkt. Es braucht eine umfassende Analyse der Problematik», sagt Burkart. Das gelte auch für ­Suters zweite Forderung – ein Verbot von Motorrädern, die im Stand über 95 Dezibel laut sind. Eine solche Limite gilt ab 10. Juni im österreichischen Bundesland Tirol. Grundsätzlich positiv steht der Verkehrspolitiker dem dritten Anliegen der SP-Nationalrätin gegenüber: der Einführung von Lärmblitzern, die zu laute Autos und Motorrädermessen und Bussen für die Lenker ermöglichen. (zim/fh)

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1