In Dietikon soll mehr für Velofahrer und Fussgänger getan werden. Das fordern die Grünen. Deshalb haben sie im September zusammen mit den Verbänden VCS und Pro Velo eine kommunale Initiative mit den Titel «Sicher und entspannt zu Fuss und per Velo durch Dietikon» lanciert. Sie will, dass bis 2030 insgesamt zwei Millionen Franken für den Langsamverkehr, also vor allem Velos und Fussgänger, ausgegeben werden.

Eigentlich hätte man bis zum 8. März Zeit, um die erforderlichen 500 Unterschriften zu sammeln. Dieses Ziel wurde aber bereits erreicht. Etwa 570 Unterschriften hat das Initiativkomitee laut Gemeinderat Beat Hess (Grüne) bisher gesammelt. Einreichen werde man das Begehren aber erst nach den Wahlen vom 4. März. «Wir wollen bis dahin noch möglichst viele weitere Unterschriften sammeln, um zu zeigen, wie viele Menschen das Anliegen unterstützen», sagt Hess. Am Samstag sammeln die Grünen deshalb nochmals auf dem Kirchplatz.

Betrag mit Verwaltung abgestimmt

Mit der Initiative wollen die Grünen den Stadtrat dazu bringen, seine eigenen Massnahmen umzusetzen. Die Exekutive hat nämlich im Gesamtverkehrskonzept bereits Schritte festgehalten, mit denen er den Langsamverkehr fördern will. Die Grünen wollen jetzt mit der Initiative die konkrete Finanzierung sichern. Die zwei Millionen Franken sind denn auch nicht willkürlich gewählt, sondern mit der Verwaltung abgestimmt. Von städtischer Seite habe es geheissen, dass mit diesem Betrag der Spielraum, einige Massnahmen umzusetzen, deutlich erhöht sei.

«Das Gesamtverkehrskonzept ist zunächst einmal nur ein Papier. Damit sind noch keine Gelder gesprochen», sagt Hess. Die konkreten Massnahmen, die mit den zwei Millionen finanziert werden sollen, überlassen die Initianten bewusst dem Stadtrat, damit dieser flexibel handeln kann. Als konkretes Beispiel für eine Strasse, bei der eine Umgestaltung nötig wäre, nennt Hess die Steinmürlistrasse im Bereich Oberdorf, deren Querung für Velofahrer gefährlich sei. Massnahmen dort sind im Gesamtverkehrskonzept des Stadtrates bereits vorgesehen.

Durch Topografie für Velofahrer prädestiniert

«Wenn generell die Massnahmen aus dem Gesamtverkehrskonzept umgesetzt würden, wären wir eigentlich ziemlich zufrieden», sagt Hess. «Bisher hatte der Langsamverkehr beim Stadtrat nicht wirklich Priorität, er ist wohl eher autoaffin.» Dabei sei das Limmattal für Velofahrer durch seine Topografie geradezu prädestiniert. Sprich: Weil das Limmattal relativ flach ist, muss man selten bergauf radeln. Dieses Potenzial wollen die Grünen abschöpfen. In der Begründung der Initiative heisst es: «Es ist erwiesen, dass ein sicheres und einladend gestaltetes Routennetz am meisten dazu beiträgt, dass das Velo oder die eigenen Füsse als Verkehrsmittel gewählt werden.»

Eine bestimmte Unterschriftenzahl habe man nicht als Ziel, sagt Hess. Aber es könnte sein, dass Sie am Abstimmungssonntag vor dem Stadthaus auf Grüne treffen. Laut Hess will man dort eventuell nochmals Unterschriften sammeln.