Schlieren

Gemeinderatspräsident Walter Jucker (SP) zum 1. August: «Es braucht die Mithilfe aller»

Der Gemeinderatspräsident Walter Jucker (SP) hielt die Rede.

SP-Gemeinderat Walter Jucker kritisierte anlässlich seiner 1.-August-Rede in Schlieren den Patriotismus mancher und fragte in die Runde: «Wie lange muss die Einbürgerung zurückliegen, damit man sich Eidgenosse nennen darf?»

Im Internet brüsten sich wahre Schweizer damit, Eidgenosse zu sein – denn Schweizer könne dank Einbürgerung ja jeder werden. Dies nahm SP-Gemeinderat Walter Jucker, der in diesem Jahr das Schlieremer Stadtparlament präsidiert, gestern Abend als Ausgangspunkt seiner Rede: «Bei solchen Diskussionen frage ich mich, bei wem von uns echtes Schweizerblut fliesst und wie lange die Einbürgerung zurückliegen muss, damit man sich Eidgenosse nennen darf.» Als gebürtiger Stadtzürcher, der vor 37 Jahren nach Schlieren kam, sei er kaum ein Eidgenosse – der Kanton Zürich sei ja beim Rütlischwur noch nicht dabei gewesen. «Aber ist das überhaupt wichtig? Ist es nicht wichtiger, wie ein Mensch ist, als woher er kommt?», fragte Jucker bei seiner Ansprache auf dem Festplatz Fluegarten. Die Antwort zeigt sich für ihn exemplarisch in Schlieren, das trotz seiner 19'000 Einwohner doch auch ein «grosses Dorf» geblieben sei. «Wir leben hier alle sehr gut zusammen.»

Allerdings würden die Vereine und Parteien immer mehr Mühe bekunden, Mitglieder zu finden. «Wir werden immer mehr zu Individualisten.» Er rief deshalb alle Festbesucher dazu auf, möglichst viele Leute zu motivieren, dass sie sich engagieren – egal ob sie nun Schweizer oder Ausländer seien. «Dafür, dass wir uns auch in 20 Jahren in Schlieren noch wohl fühlen, braucht es die Mithilfe aller. Herzlichen Dank an alle, die sich für unsere Stadt einsetzen.»

Nach der Ansprache folgte der traditionelle Fackellauf zum gemeinsamen Anzünden des Feuers. (og)

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