Bergdietikon

Gemeinderat im Recht: Beschwerden gegen Alterszentrum Hintermatt abgelehnt

Auf dieser Parzelle soll das Alterszentrum Hintermatt im Weiler Kindhausen in Bergdietikon gebaut werden.

Auf dieser Parzelle soll das Alterszentrum Hintermatt im Weiler Kindhausen in Bergdietikon gebaut werden.

Der Kanton Aargau beurteilt den Gestaltungsplan für das geplante Alterszentrum in Bergdietikon als zonenkonform. Trotz des für den Gemeinderat positiven Entscheids ist die Projektblockade noch nicht gelöst.

Der Gestaltungsplan für das Pflegezentrum Hintermatt in Bergdietikon sei zweckmässig und sachgerecht. Bei der Planung seien die Zonenkonformität und der öffentliche Zweck sichergestellt. Zu diesem Schluss kommt das Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau in seiner gut 40 Seiten umfassenden Entscheidungsbegründung. Deshalb hat das Departement als erste Beschwerdeinstanz zwei Beschwerden gegen den vom Bergdietiker Gemeinderat erlassenen Gestaltungsplan Hintermatt abgelehnt, wie der Gemeinderat am Mittwoch mitteilte.

Das Pflegezentrum mit Alterswohnungen, das am oberen Dorfrand im Ortsteil Kindhausen entstehen soll, erweise sich laut dem Entscheid als mit dem Zonenzweck der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen vereinbar, heisst es weiter. Den wegleitenden Grundsätzen und Zielen der Raumplanung werde hinreichend Rechnung getragen. Insbesondere die Tatsache, dass der öffentliche Zweck mit dem Gestaltungsplan grundeigentümerverbindlich normiert wird, habe zur Ablehnung der Beschwerden geführt.

Beim Gemeinderat sorgt der Entscheid laut Mitteilung für Freude. Er sieht sich darin bestätigt, «am klaren Auftrag der Bevölkerung korrekt und engagiert weiterzuarbeiten». Beim vorliegenden Gestaltungsplan fürs «Hintermatt» handelt es sich bereits um den zweiten in der langen und kontroversen Planungsgeschichte des Alterszentrums, das über Jahre immer wieder für viel Andrang an der Gemeindeversammlung sorgte. Vor allem die Grösse des Projekts löste im Dorf starken Widerstand aus. 2012 präsentierte der Gemeinderat einen ersten Projektvorschlag für das Alterszentrum. 2015 wurde der erste Gestaltungsplan nach einem Rechtsverfahren von den kantonalen Behörden abgelehnt.

2019 hatte die Investorin – die Oase Holding AG – das Projekt in Absprache mit der Gemeinde redimensioniert. Die Anzahl Pflegeplätze wurde von 95 auf 45 reduziert. Die Fläche der Alterswohnungen wurde um einen Drittel verkleinert, dafür wurde ihre Anzahl von 48 auf 64 erhöht. Für die Gegner war das Projekt aber immer noch viel zu gross. Nachdem der Gemeinderat den neuen Gestaltungsplan im Dezember 2019 genehmigt hatte, gingen erneut zwei Beschwerden dagegen ein. Auf rund 40 beziehungsweise 80 Seiten argumentierten die Beschwerdeführer, das Projekt sei nicht zonenkonform und deshalb nicht zulässig.

Weiterzug bis ans Bundesgericht möglich

Trotz des für den Gemeinderat positiven Entscheids ist der Gestaltungsplan noch nicht definitiv festgesetzt. Die Beschwerdeführer können den kantonalen Entscheid an das Aargauer Verwaltungsgericht und danach an das Bundesgericht weiterziehen. Dies ist nicht ausgeschlossen: Bereits 2018 zog einer der nun wieder involvierten Beschwerdeführer wegen des «Hintermatts» bis vor Bundesgericht, nachdem er Beschwerde gegen einen Planungsbeschluss der Gemeindeversammlung eingereicht hatte.

Damals gaben die Richter in Lausanne dem Bergdietiker Gemeinderat Recht. In der Folge startete der Gemeinderat die neue Planung, die in das nun vorliegende Projekt mündete.

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