Coronavirus

Gemeinden am Pfäffikersee sperren fast alle Parkplätze – ausweichen an den Greifensee ist nicht möglich

Das Frühlingswetter lockt zu viel Volk an die Seen im Kanton Zürich. Die Gemeinden um den Pfäffikersee sperren deshalb ihre Parkplätze. (Archivbild)

Das Frühlingswetter lockt zu viel Volk an die Seen im Kanton Zürich. Die Gemeinden um den Pfäffikersee sperren deshalb ihre Parkplätze. (Archivbild)

Ansammlungen von mehr als fünf Personen hat der Bundesrat im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus längst verboten. Rund um den Greifensee haben die Gemeinden dennoch damit zu kämpfen.

Das warme Frühlingswetter zog am vergangenen Wochenende die Ausflügler in Scharen an den Greifensee. Deshalb ­ziehen die anstossenden See­gemeinden nun Konsequenzen: Sie sperren ab Samstag alle öffentlichen Parkplätze beim Greifensee. «Alle öffentlichen Parkplätze waren besetzt, und auf den Geh- und Radwegen waren so viele Personen unterwegs, dass die empfohlene Distanz von zwei Metern nicht mehr gewährleistet war», schreibt die Stadt Uster in einer Medien­mitteilung.

Usters Stadtpräsidentin Barbara Thalmann (SP) zeigt sich vom Aufmarsch nicht sonderlich überrascht. «Es gibt dafür viele nachvollziehbare Gründe. Es war schönes Wetter, die Leute mussten die ganze Woche drinnen bleiben und wollten am Wochenende in die Natur», sagt sie. Auch Monika Keller (FDP), Gemeindepräsidentin von Greifensee, zeigt ein gewisses Verständnis für den Aufmarsch. «Grundsätzlich ist es gut, wenn die Leute nach draussen gehen. Menschenansammlungen sollten jedoch vermieden werden.»

«Bleiben Sie zu Hause»

In Maur hat Gemeindepräsident Roland Humm (SVP) am vergangenen Wochenende ebenfalls einen erhöhten Andrang am See festgestellt. «Es ist effektiv so, dass sehr viele Leute unterwegs waren.» Humm geht davon aus, dass zusätzlich viele Stadtzürcher aufgrund der Sperrung der Zürcher Seepromenade an den Greifensee kamen.

Um solche Ansammlungen zu verhindern, haben alle Seegemeinden des Greifensees zusammengespannt und das Parkverbot bestimmt. Es betrifft neben Uster, Maur und Greifensee die Gemeinden Egg, Mönchaltorf, Fällanden und Schwerzenbach. «Dieses Wochenende ist noch schöneres Wetter angesagt. Wir befürchteten deshalb, dass noch mehr Leute an den See gelockt werden», so Keller.

Der Parkplatz der Schiff­lände in Maur sei bereits am Mittwochmorgen durch die Kantonspolizei gesperrt worden. Dies habe zu einzelnen Reklamationen von Spaziergängern geführt, sagt Humm. «Wir haben ihnen gesagt, dass die Botschaft des Bundesrats klar sei: ‹Bleiben Sie zu Hause.›»

Ausflügler stoppen

Doch trotz der Sperrung der Parkplätze soll der Aufenthalt am See immer noch möglich sein – grosse Menschenansammlungen, unter anderem mit Ausflüglern aus der breiteren Umgebung, sollen dadurch aber verhindert werden. «Wir hoffen, dass diese Massnahmen wirken», so Thalmann. Zudem habe die Stadt Uster eine Plakatkampagne lanciert, die auf die Abstandsregeln hinweise.

Von der Sperrung betroffen sind in der Gemeinde Maur zudem auch die Grillstellen am See und am Süessblätz sowie die Spielplätze Maur und Ebmatingen. «Die Kantonspolizei hat uns empfohlen, sogenannte Hotspots für Menschenansammlungen zu sperren», sagt Humm.

Die Lokal- und die Stadtpolizei werden am Wochenende rund um den See patrouillieren und schauen, dass die Sperrungen eingehalten werden. «Die Leute sollen rausgehen und sich bewegen. Aber es ist nicht im Sinne der Bundesmassnahmen, wenn Ausflügler von weither anreisen», sagt Keller. In Greifensee werde zudem noch ein Sicherheitsdienst im Einsatz sein. «Uster hat eine weitläufige Seeanlage. Bei uns im Städtli ist das etwas spezieller. Dort können sich die Menschen nicht so einfach verteilen.»

Wie lange die Sperrung dauern wird, können die Behörden zurzeit noch nicht sagen. «Sie gilt bis auf weiteres. Wir orientieren uns am Kanton und am Bund für das weitere Vorgehen», sagt Thalmann. Keller dagegen kann sich gut vorstellen, dass die Parkplätze bei schönem Wetter auch noch länger gesperrt bleiben, wenn die Bundesvorgaben nicht gelockert werden. Sollte es trotz Parkverbot weiterhin zu Menschenansammlungen kommen, bliebe als allerletzte Massnahme nur noch die Sperrung der kompletten Seeanlage. «Das wollen wir aber nur im absoluten Notfall umsetzen.»

Die Massnahme könnte aber schneller real werden, als den Behörden lieb ist. In Maur zieht man bereits am ersten Tag nach der Sperrung des Parkplatzes bei der Schifflände durch die Kantonspolizei eine negative Bilanz. Es würde trotz Absperrung weiterhin parkiert, wie wenn nichts wäre, sagt Gemeindepräsident Humm. «Die Absperrbänder werden weggerissen und Parkverbotstafeln umgedreht oder entfernt. Die getroffenen Massnahmen werden ignoriert.» Ob die Besucher bei den grösseren See-Parkplätzen in Uster und in Greifensee auch so wenig Verständnis für die Sperrung zeigen, wird sich am Wochenende weisen.

Laut einer Mitteilung der Stadt Wetzikon gilt auch am Pfäffikersee ein Parkverbot. Um rund um den See Ansammlungen von vielen Menschen zu verhindern, sperrte die Stadt in Koordination mit den Gemeinden Pfäffikon und Seegräben den Parkplatz Süd beim Strandbad Auslikon ab Freitag. Für Motorfahrzeuge und Motorräder ist der Verkehr gesperrt. Velos und Mofas dürfen aber weiterhin zum Strandbad fahren.

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