Der Hochwasserstollen zwischen der Sihl bei Langnau am Albis und dem Zürichsee bei Thalwil sollte ursprünglich 130 Millionen Franken kosten. Mittlerweile werden die Kosten auf 135 Millionen geschätzt, wie aus einer Mitteilung der Baudirektion vom Dienstag hervorgeht.

Diese Investitionen stehen laut Kanton aber in einem sehr günstigen Verhältnis zum Schaden, den ein Jahrhunderthochwasser anrichten könnte. Alleine in der Stadt Zürich dürfte ein solches Ereignis Infrastruktur im Wert von 6,7 Milliarden Franken zerstören. Schäden entlang des Seeufers oder im Limmattal sind dabei noch nicht berücksichtigt.

Der Kanton rechnet damit, dass das Bauwerk Mitte 2024 fertiggestellt ist - sofern es zu keinen Verzögerungen kommt. Als nächstes werden die Pläne nun öffentlich aufgelegt, damit die vom Projekt betroffenen Gemeinden sich äussern können.

Im Herbst 2019 will der Regierungsrat das Projekt dann festsetzen und 2020 muss der Kantonsrat dann noch das Geld bewilligen. Bis die Gefahr durch ein Extremhochwasser der Sihl ganz gebannt ist, vergehen somit noch einige Jahre.

Zwei Kilometer langer Stollen

Der geplante Stollen, der mit einer Tunnelbohrmaschine gebaut werden soll, ist rund zwei Kilometer lang. Das Hochwasser soll bei Langnau am Albis in den Stollen laufen und nördlich der Kläranlage Thalwil in den See fliessen. Der Zürichsee wird davon allerdings nicht über die Ufer treten: Die Baudirektion rechnet damit, dass der Seespiegel auch bei extremem Hochwasser nur wenige Zentimeter ansteigen dürfte.

Dieser Anstieg könnte dann ausgeglichen werden, indem die Abflussmenge der Limmat erhöht würde. Dafür wird in den kommenden Jahren - als weitere Hochwasserschutzmassnahme - das Platzspitz-Wehr erneuert. Dort werden Investitionen von 20 Millionen Franken nötig. Das neue Wehr soll im gleichen Jahr fertig werden wie der Stollen.