Abfall

Freiwillige paddeln nach der Street Parade den Zürichsee sauber

Ein Mitarbeiter von Entsorgung und Recycling Zürich  instruiert die Teilnehmer und bedankt sich für ihre Hilfe

Ein Mitarbeiter von Entsorgung und Recycling Zürich instruiert die Teilnehmer und bedankt sich für ihre Hilfe

Der Verein Supkultur veranstaltet nach der Street Parade eine Seeuferreinigung mit Stand-up-Paddlern.

Neben Dosen, Pet- und Glasflaschen werden bei der Uferreinigung auch skurrile Sachen aus dem Wasser gefischt.

Montagmorgen, 7.20 Uhr. Eine Menschengruppe hat sich vor dem Eingang zum Strandbad Mythenquai versammelt. Die Badi ist eigentlich noch geschlossen – nicht aber für diese Menschen. Sie alle sind freiwillig hier, um das Zürcher Seebecken von den Abfällen und Überresten der Street Parade zu reinigen. Das tun sie stehend oder kniend auf Stand-up-Paddle-Boards (kurz Sup-Boards).

Um 7.20 Uhr machen sich die Paddler und Entsorgung und Recycling für die Seeuferreinigung bereit

Um 7.20 Uhr machen sich die Paddler und Entsorgung und Recycling für die Seeuferreinigung bereit

Der Verein Supkultur veranstaltet nach der Street Parade eine Seeuferreinigung mit Stand-up-Paddlern.

Der Paddle Club Zürisee führt diesen Anlass zum ersten Mal durch. Der Verein Supkultur stellt den freiwilligen Putzern Boards und Paddel kostenlos zur Verfügung. Entsorgung und Recycling Zürich (ERZ) wie auch die Wasserschutzpolizei unterstützen den Anlass mit Plastikhandschuhen, Greifzangen, Plastikkörben sowie einer anschliessenden Verpflegung im Badirestaurant.

Vor Ort ist das ERZ mit fünf Mitarbeitenden, zwei Weidlingen und insgesamt fünf Mulden, die rund um das Zürcher Seebecken positioniert sind. Sie dienen als Abfalldeponien. Die Paddler werden aber auch entlang des Schanzengrabens nach Abfall suchen.

Entsorgung und Recycling Zürich unterstützt die Aktion mit Hilfsmaterial und zwei Weidlingen auf dem See.

Entsorgung und Recycling Zürich unterstützt die Aktion mit Hilfsmaterial und zwei Weidlingen auf dem See.

Der Verein Supkultur veranstaltet nach der Street Parade eine Seeuferreinigung mit Stand-up-Paddlern.

Insgesamt 30 Teilnehmer haben sich angemeldet, gemeinsam den See sauber zu paddeln. Die erste Gruppe trifft sich um 7.30 Uhr in der Badi, die zweite wird am Nachmittag um 13.30 Uhr zur Seeuferreinigung aufbrechen. «Es sind schon alle da, die sich angemeldet haben», sagt Florian Gander, Präsident des Paddel Club Zürisee und Inhaber von Supkultur. Dass er sich über das grosse Interesse am Anlass freut, verbirgt er nicht.

Mit dabei sind Vereins-Mitglieder des im April gegründeten Paddle Club Zürisee sowie junge Erwachsene, die gerne paddeln. Es wird nicht viel geschwatzt an diesem Morgen, aber alle, die da sind, haben ein Lächeln im Gesicht. Den Teilnehmern ist ihr See und seine Sauberkeit eine Herzensangelegenheit.

«Wir paddeln regelmässig und finden es toll, wenn wir etwas zur Sauberkeit im See beitragen können», sagt ein Vater, der mit seinen beiden Söhnen an diesem Morgen im Strandbad Mythenquai auf der Wiese steht.

Die Teilnehmer fassen ihre Ausrüstung und dann geht es los auf den Zürichsee.

Die Teilnehmer fassen ihre Ausrüstung und dann geht es los auf den Zürichsee.

Der Verein Supkultur veranstaltet nach der Street Parade eine Seeuferreinigung mit Stand-up-Paddlern.

Es sei nicht so, dass der Club zum ersten Mal den See reinige, sagt Gander. «Jedes Mal, wenn wir draussen sind, fischen wir Abfall aus dem See und entsorgen ihn später an Land», so der Stand-up-Paddler. Das Bewusstsein für einen sauberen See gehöre zum Credo des Vereins.

«Mit den Sup-Boards kommt man gut an Stellen, die für die grösseren Boote vom ERZ oder auch von Land aus schwierig erreichbar sind», erklärt Gander den Beweggrund für die Seeuferreinigung. Die Aktion lohne sich besonders in den ersten Stunden nach dem Anlass: «Danach beginnt der Abfall auf den Grund abzusinken», so Gander. 

Nach den einführenden Worten durch die ERZ-Mitarbeitenden und der Begrüssung von Gander werden um 8 Uhr die Hilfsmittel zur Reinigung des Sees gepackt und die Boards geschnappt. Die freiwillige Putzequipe watet in den Zürichsee. Entlang des Ufers wird unter Stege gepaddelt, zwischen Steinen gegrübelt und so manch Skurriles in die Plastikkörbe auf den Boards befördert.

Neben Bierdosen, PET-Flaschen und einem Meer an Zigaretten finden die Paddler ein IPhone sowie Kopfhörer, Unterwäsche, Sonnenbrillen und Plastiksäckchen mit Drogen. Am Mittag sind zwei Weidlinge mit Abfall gefüllt. Wie viel Abfall insgesamt aus dem Wasser gefischt werden, kann bis Redaktionsschluss nicht beziffert werden. «Der Abfall besteht hauptsächlich aus Plastikbechern und -tellern», sagt ERZ-Sprecher Daniel Eberhard auf Anfrage.

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