American Football

Football-Spieler Nicolas Ebner: «Jedes Spiel ist einfach einzigartig»

Der Oetwiler Nicolas Ebner spielt leidenschaftlich American Football.

Der 18-jährige Nicolas Ebner erzählt von seiner Leidenschaft, dem American Football.

Nicolas Ebner wirkt auf den ersten Blick eher zurückhaltend und ruhig. Doch auf dem Spielfeld ist davon nichts mehr zu spüren. Denn neben seinen schulischen Verpflichtungen in der Kantonsschule Limmattal spielt der Oetwiler leidenschaftlich American Football. Der 18-Jährige ist Teil des Juniors Teams der Zürich Renegades. Der 197 Zentimeter grosse Schüler spielt auf der Position des Wide Receivers. «Das ist derjenige, der an der Seite entlang rennt und den Ball fangen sollte», erklärt Ebner.

Früher spielte er Fussball; seit einem Jahr mischt er bei den Zürich Renegades mit. «Es herrscht eine ganz andere Atmosphäre im American Football», sagt er. Im Fussball sei er manchmal nicht ins Training, weil er andere Prioritäten setzte oder verletzt war. «Wenn ich heute verletzt bin, gehe ich trotzdem ins Training, einfach, um den Faden nicht zu verlieren.» Seine Motivation ist aber nicht nur sportlicher Natur. «Wir sind wie eine Familie, ich wurde sehr schnell ins Team aufgenommen.»

Zu Beginn sei es für ihn eine Umstellung gewesen, hauptsächlich wegen des Körperkontakts. «Aber es tut nicht sonderlich weh», sagt er. Falls doch während eines Spiels etwas passieren sollte, seien ja Ärzte in der Nähe. «Es hat Ähnlichkeiten zu Schach. Nur, dass wir Spieler die Figuren sind.» Es sei ein komplexer und taktischer Sport. Denn bei American Football wird nach jedem Spielzug unterbrochen und die Taktik analysiert und angepasst.

Als Hauptberuf unrealistisch

Was sind seine Ambitionen im American Football? «Zurzeit der Spass am Sport und besser zu werden», sagt der Oetwiler. Interesse an einer Karriere hat er nicht. «Klar wäre es toll», sagt Ebner. Aber es sprächen verschiedene Gründe dagegen. Zum einen wolle er sich auf die Schule konzentrieren, vielleicht Journalist werden. Zum anderen sei es ein schwieriger Weg, da man dafür nach Amerika müsste. «Dort spielen schon so viele American Football. Die Chancen, sich durchzusetzen, sind minimal», sagt Ebner.

Dank seinem Bruder ist er mit seiner späteren Leidenschaft in Berührung gekommen. «Er hat immer den Super Bowl geschaut, ich habe mich ihm angeschlossen», sagt er. Ausserdem hat sein Bruder auch bei den Zürich Renegades gespielt, so kam Ebner häufig mit American Football in Berührung. «Als er dann wegen dem Studium aufhörte, dachte ich mir: ‹Die Ausrüstung haben wir ja schon.› Sonst hätten wir die einfach wegschmeissen müssen.» Die Ausrüstung ist im American Football teuer. Die Spielerinnen und Spieler brauchen zum Beispiel Schulterpolster und spezielle Helme. «Die Polster gibt es ab 200 und die Helme ab 300 Franken aufwärts», sagt er. Also schlüpfte er sprichwörtlich in die Schuhe seines Bruders.

Seine Mannschaft trainiert zwei Mal pro Woche. «Im Sommer trainieren wir während der Spielpause zusätzlich am Wochenende», sagt Ebner. Von Oetwil aus dauert es eine Stunde pro Weg, bis er im Training ist. «Aber die Mühe lohnt sich. Zum Glück holen mich meine Eltern ab», sagt er und lacht. Einen Touchdown hat Ebner noch nicht erzielt, aber er befindet sich auf gutem Wege dazu. Obwohl in seiner Mannschaft viele auf der gleichen Position spielen, darf er sich beweisen. «Ich werde oft eingesetzt», sagt er.

«Es ist so ein Unterschied zu Fussball», sagt der Oetwiler. «Früher war es mir egal, ob wir mal ein Spiel verlieren.» Bei den Zürich Renegades sei das keine Option, sein Siegesdurst wurde durch den Sport geweckt. Ein spezielles Highlight hat Ebner bis jetzt noch nicht erlebt. «Jedes Spiel ist einfach einzigartig», sagt er.

Verwandtes Thema:

Autorin

Michelle Panza

Michelle Panza

Meistgesehen

Artboard 1