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Fertig Rechtsweg - nun gibt auch der Verein Pro Üetliberg auf

Der Rekurs gegen den Gestaltungsplan Uto Kulm wird nicht weitergezogen – nun könnte Ruhe einkehren auf dem Üetliberg.

Alex Rudolf
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Der Verein Pro Üetliberg findet, dass die Anzahl erlaubter Autofahrten von jährlich 4000 zu hoch ist. Foto: Cynthia Mira

Der Verein Pro Üetliberg findet, dass die Anzahl erlaubter Autofahrten von jährlich 4000 zu hoch ist. Foto: Cynthia Mira

Cynthia Mira

Noch in diesem Jahr tritt der Gestaltungsplan Uto Kulm in Kraft und wird somit für Rechtssicherheit auf der Spitze des Zürcher Hausbergs sorgen. Denn: Nachdem vor einer Woche bereits der Zürcher Heimatschutz entschied, seinen vom Baurekursgericht abgewiesenen Rekurs nicht an die nächste Instanz weiterzuziehen, tut es ihm der Verein Pro Üetliberg nun gleich. Nachdem der Kanton Anfang Jahr den Gestaltungsplan festsetzte und veröffentlichte, reichten der Zürcher Heimatschutz und Pro Üetliberg Rekurs ein. Letzterer ist alleine nicht rekursberechtigt, da er die Auflagen dazu nicht erfüllt.

Im Regen stehengelassen
Und genau darin liegt auch der Grund, weshalb Pro Üetliberg den Rekurs nicht weiterzieht. So habe man abklären lassen, ob ein Weiterzug mit einem anderen, rekursberechtigten Partner machbar sei. Bereits in der Vergangenheit spannten die Naturschützer in solchen Belangen etwa mit Birdlife oder dem WWF zusammen. «Aus rechtlicher Sicht ist es leider nicht möglich, den Rekurs mit einem neuen, rekursberechtigten Verein an der Seite weiterzuziehen. Entweder wäre der Weiterzug mit dem Heimatschutz vollzogen worden oder gar nicht», sagt Margrith Gysel, Präsidentin von Pro Üetliberg, auf Anfrage. Dies gehe aus einer Vorstandssitzung von gestern Nachmittag hervor.

«Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass der Gestaltungsplan nicht den Schutzanforderungen, die nun mal für dieses Gebiet bestehen, entspricht», sagt sie weiter. «Zudem sind wir schwer enttäuscht vom Heimatschutz, der uns im Regen stehen lässt.» Gegen den Gestaltungsplan rekurrierten die beiden Vereine, weil er ihrer Ansicht nach die Durchführung von zu vielen und zu lauten Anlässen ermöglicht. Zudem sei die Anzahl von 4000 erlaubten Autofahrten willkürlich und zu hoch. Heimatschutz-Präsident Martin Killias sagte gegenüber dieser Zeitung, dass man sich nicht sicher gewesen sei, dass die nächste Instanz, das Verwaltungsgericht, zu Gunsten der Vereine entschieden hätte.

Es begann mit einem Open-Air-Kino
Damit endet ein wichtiges Kapital im jahrelangen Streit um die Spitze des Üetlibergs. Weil der Uto-Kulm-Gastronom Giusep Fry Anfang der Nullerjahre ein Open-Air-Kino durchführte, formierte sich der Verein Pro Üetliberg. Durch den regen Betrieb im und um das Hotel Uto Kulm sah er die Tier- und Pflanzenwelt im umliegenden Naturschutzgebiet gefährdet und die Funktion als Erholungsgebiet beschnitten. Ein illegal erstellter Wintergarten wäre durch den 2008 vorgelegten Gestaltungsplan im Nachhinein legalisiert worden. Doch stellte sich grosser Protest vonseiten Pro Üetlibergs ein, woraufhin der Gestaltungsplan vom Regierungsrat ausgehebelt wurde und eine neue Version ausgearbeitet werden musste. Diesen legte die Baudirektion schliesslich Ende 2015 vor, woraufhin über 100 Einwendungen eingingen. Auch gegen die durch den Regierungsrat festgesetzte Version rekurrierte der Heimatschutz und Pro Üetliberg. Erst Anfang Oktober wurde bekannt, dass das Baurekursgericht diesen Rekurs ablehnte.

«Zwar ist es schade, dass unser Kampf gegen diesen Gestaltungsplan nun zu Ende ist», sagt Gysel, doch «wir sind keineswegs am Ende.» So werde der Verein aktiv bleiben und die Mittel, die er ergreifen könne, weiterhin ergreifen. Auch werde man sich auf andere Bereiche konzentrieren. So lancierte er jüngst eine Petition, worin verlangt wird, dass der Gasthof Baldern, unweit des Uto Kulm, wieder in Betrieb genommen wird.

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