Mein Ding: Schrebergarten

Ernesto Camini: «Wir müssen uns um die Natur kümmern»

Eine überraschende Vielfalt an Pflanzen ist in Ernesto Caminis Schrebergarten zu finden.

Eine überraschende Vielfalt an Pflanzen ist in Ernesto Caminis Schrebergarten zu finden.

Ernesto Camini liebt die Arbeit in seinem Schrebergarten. Der Unterengstringer besitzt seit 20 Jahren eine 160 Quadratmeter grosse Fläche im Schlieremer Betschenrohr, um die er sich sorgfältig kümmert.

Ein süsslicher Duft hängt in der Frühlingsluft. Sonnenstrahlen stechen durch die Wolkendecke. Ein leichter Wind lässt die Blütenblätter von den Kirsch-, Apfel- und Birnenbäumen in Ernesto Caminis Schrebergarten auf den Boden fallen. Seit 20 Jahren gehört dem Unterengstringer Hobbygärtner eine 160 Quadratmeter grosse Fläche im Schlieremer Betschenrohr.

«Ich bin fast jeden Tag für zwei bis vier Stunden hier», sagt der bald 75-jährige gebürtige Brasilianer, der genau heute vor 49 Jahren von Rio Grande do Sul nach Zürich gezogen ist. «Ich war als Kind schon immer gerne draussen. Ich liebe es, meinen Garten zu pflegen und die Erde an meinen Händen zu spüren. Ich möchte mich um meinen Garten kümmern, so lange es geht», sagt Camini.

Eine überraschende Vielfalt an Pflanzen ist in seinem Schrebergarten zu finden. Denn Camini veredelt seine Obstbäume und Rosen. So pflanzt er nicht einfach nur eine Rosensorte an einem Rosenstamm, sondern gleich mehrere. Dies nennt sich Okulation. Veredelt hat Camini Kirsch-, Apfel-, Birnenbäume und Weinreben. «Ich habe sechs verschiedene Traubensorten», sagt Camini. Neben diesen Kuriositäten schmücken auch etwa 130 Enziane, ein Heidelbeer-, ein Brombeerstrauch, Primeln und Gemüse seinen Garten.

Jede Pflanze hat einen Wert

Für Camini bedeutet der Garten ein kleines Paradies. Er geniesst den Austausch mit den anderen Hobbygärtnern. Er liebt seine Blumen, das Zwitschern der Vögel. Die Stunden, die er im Garten verbringt, seien eine Zeit des Vergnügens. «Das ist für mich wie Ferien», sagt Camini.

Er habe schon immer Freude an Pflanzen gehabt. Jede Pflanze habe für ihn einen Wert. «Je mehr Menschen auf der Welt sind, desto weniger Platz für die Pflanzen. Wir müssen uns um die Natur kümmern», sagt Camini. Er besucht seinen Garten nicht nur wegen der Pflanzen: Denn zwischen den Beeten und Bäumen befinden sich ein Grillkamin und eine Veranda. Bei warmem Wetter feiert er mit seiner Familie oder mit Freunden ein Grillfest. «Ich komme auch zum Entspannen hier her», sagt Camini.

Man merkt, dass er sich mit Liebe und Leidenschaft um sein Reich kümmert. Die Arbeit häufe sich natürlich an, wenn man den Garten für längere Zeit nicht besucht. «Das mache ich aber nicht», sagt Camini.

Seine Lieblingspflanzen sind Bäume und Rosen. Als der Flora-Begeisterte in Niedersachsen Ferien machte, fand er eine Rosensorte, die ihm so gefiel, dass er die Besitzer fragte, ob er eine davon mitnehmen dürfe. Daraufhin hat er den eigenen Rosenstamm damit veredelt. «Die schönen Rosen nehme ich für meine Frau nach Hause. Den Rest verschenke ich», sagt Camini. Er wolle die Pflanzen nicht verkaufen, weil es für ihn ein Hobby ist und kein Markt.

«Sonst stirbt meine Araucaria»

Auch eine brasilianische Araucaria schmückt Caminis Garten. Diese wurde ihm von einem Freund als Geschenk in die Schweiz gebracht. «Das Klima ist hier natürlich ganz anders als in Brasilien. Sobald es unter null Grad ist, muss ich wirklich aufpassen, sonst stirbt meine Araucaria», sagt Camini.

In seinem Garten steht auch ein kleines Haus. Darin befinden sich Stühle, Tische und ein Schrank mit Geschirr. Auch den Keller im Häuschen nutzt er, um beispielsweise Weinflaschen und Zwiebeln aufzubewahren. Diese Dinge werden nun in der sommerlichen Zeit häufiger fürs Grillieren gebraucht: «Alle haben Freude am Garten. Auch die Enkelkinder spielen gerne. Wir sitzen dann alle zusammen und geniessen.»

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