Frau Rickli, Sie haben die Wahl in die Regierung geschafft, aber nur auf dem siebten Platz. Eine Enttäuschung?

Natalie Rickli: Nein. Ich dachte immer, dass ich ein nicht so gutes Resultat erzielen würde. Die Medien taten ja alle so, als ob ich schon gewählt wäre. Teilweise war das vielleicht Strategie: Man redete wenig von mir. Im Fokus standen eher Martin Neukom und Thomas Vogel. Und ich hatte eine klare Meinung zum Rahmenabkommen mit der EU. Vielleicht hat mich das Stimmen gekostet. Aber ich bin zu meinem Wort gestanden und konnte meine Wähler überzeugen. Das freut mich. Und jetzt freue ich mich, meine Meinung auch in der Zürcher Regierung einbringen zu können.

Wie bewerten Sie das Wahlergebnis insgesamt?

Ich bin natürlich etwas wehmütig wegen des SVP-Resultats – und weil Thomas Vogel nicht in den Regierungsrat gewählt wurde. Ich bedaure das. Wir haben viel zusammen gekämpft und ich hätte mir gewünscht, mit ihm zusammen in der Regierung zu sein. Enttäuschend ist auch, dass so wenig Leute gewählt haben. Aber es ist klar: Die links-grüne Seite konnte mit ihren Themen überzeugen.

Der Zürcher Regierungsrat bestand zuletzt aus fünf Bürgerlichen und zwei Linken. Jetzt ist das Verhältnis vier zu drei. Was ändert das?

Wenn die Bürgerlichen ihre Arbeit gut machen, geht es Zürich gut.

Ist der Einfluss der Linken nicht grösser geworden?

Das werden wir in Zukunft sehen.

Stichwort Departementsverteilung: Welches Departement wollen Sie übernehmen?

Das kann ich Ihnen nicht sagen. Die Regierung wird diskutieren, was im Gesamtinteresse liegt. (mts)