Oetwil

Durch Pipeline über den Hüttikerberg: Limmattaler Wasser fliesst ins Furttal

Schon bald wird hier, zwischen Tennisplatz und Mutschellenstrasse, ein Pumpwerk für das Furttal gebaut: das Feld Looächer in Oetwil.

Schon bald wird hier, zwischen Tennisplatz und Mutschellenstrasse, ein Pumpwerk für das Furttal gebaut: das Feld Looächer in Oetwil.

Im Furttal steht zu wenig Wasser für die Landwirtschaft zur Verfügung. Deshalb soll im kommenden Jahr in Oetwil neben dem Tennisplatz mit dem Bau eines Pumpwerks begonnen werden. Pro Minute sollen damit über 6000 Liter Wasser aus der Limmat ins Furttal gelangen.

Im Furttal fehlt das Wasser für die Landwirtschaft – Gemüseproduzenten und Landwirte können ihre Felder nicht mehr ausreichend versorgen und bewässern. Bald soll dieses Problem jedoch gelöst sein. Mittels eines Pumpwerks wird in Oetwil vom Looächer, einem Feld zwischen Tennisplatz und Mutschellenstrasse, Limmatwasser durch eine Pipeline über den Hüttikerberg in das Furttal gepumpt und in den verschiedenen Furttaler Gemeinden für die Landwirtschaft verteilt.

Für Fritz Meier Junior, Mitgründer der Bewässerungsgenossenschaft Furttal, ist die möglichst baldige Wasserversorgung des Furttals zentral. «Im Furttal gibt es schon seit je her zu wenig Wasser. Wir sind daher darauf angewiesen, möglichst schnell eine Lösung zu finden.» Das im Furttal verwendete Wasser stamme hauptsächlich aus dem Zürichsee und werde dann für den Trinkwassergebrauch aufbereitet. «Für die Landwirtschaft reicht dann einfach das Wasser nicht mehr», sagt Meier. Bis anhin habe man die fehlenden Wassermengen noch aus dem taleigenen Furtbach ausgleichen können, jedoch entzog das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) den Landwirten die Konzession für die Wasserentnahme und verlängerte diese nur noch provisorisch.

Dieser Schritt sei zwingend notwendig gewesen, sagt Isabelle Rüegg, Mediensprecherin der Baudirektion des Kantons Zürich. «Der Furtbach führt zu wenig Wasser, um die Bedürfnisse der Landwirtschaft nach Bewässerungswasser zu befriedigen, ohne dass die mit dem Gewässerschutzgesetz vorgegebenen Ziele gefährdet werden.» Daher habe man 2010 mit der Planung einer Alternativmöglichkeit begonnen und sich schliesslich für das Pumpwerk in Oetwil und die Transitleitung von der Limmat über den Hüttikerberg entschieden.

Die Hauptleitung wird einst über drei Kilometer lang sein, weitere Verteilleitungen werden nochmals neun Kilometer ausmachen. Pro Minute sollen so gut 6533 Liter Wasser transportiert werden. Die Baudirektion rechnet mit Kosten von gut 8 Millionen Franken. Der Kanton Zürich beteiligt sich mit 2,4 Millionen Franken, weitere 2,2 Millionen sollen aus den Berner Bundeskassen kommen. Der Restbetrag müsse von den beteiligten Landwirten gestemmt werden.

Keine Einsprachen erwartet

Dass für die Furttaler Landwirtschaft eine zügige Lösung gefunden werden musste, steht auch für Walter Bühler, Oetwiler Bau- und Tiefbauvorsteher, ausser Frage. «Mit dem Pumpwerk in Oetwil und dem Reservoir auf dem Hüttikerberg konnte die wohl beste und einfachste Variante gewählt werden.» Das Feld Looächer, auf dem das Pumpwerk einst gebaut werden soll, bleibt weiterhin im Besitz der Gemeinde, erteilte der Bewässerungsgenossenschaft aber die Baurechte für die Nutzung des Grundstücks. «Die Gemeinde selber beteiligt sich jedoch nicht an den anfallenden Kosten.»

Dem Bau stehe aus Oetwiler Sicht nichts mehr im Wege, sagt Bühler. «Alle Grundeigentümer haben die Berechtigung erteilt, dass die Wasserleitung durch ihre Grundstücke in das Furttal verlegt werden darf.» Seitens der Bevölkerung erwarte er daher keine Einsprachen und somit einen Baubeginn im Verlauf des kommenden Jahres. Eine Bedingung bestehe für den Bau jedoch, sagt Bühler. «Das Pumphaus wird zentral und gut sichtbar auf dem Feld stehen, dem wollen wir etwas entgegenwirken.» Die Gemeinde verlange daher, dass beim Bau des Gebäudes rundherum Bepflanzungen angelegt würden, damit das Pumpwerk etwas versteckt in der Natur liege.

Meier und 25 andere Landwirte haben sich 2014 zur Bewässerungsgenossenschaft Furttal zusammengeschlossen. Diese fungiert sowohl als Bauherrin als auch als Betreiberin der einst fertigen Wasserzufuhr. «Jeder Landwirt, der das Wasser für seinen Betrieb benützt, zahlt der Genossenschaft einen Preis pro Kubikliter», sagt Meier. Dieser betrage voraussichtlich etwas weniger als einen Franken. Die Genossenschaft selber wiederum werde dem Kanton für die Nutzung des Limmatwassers eine Konzession bezahlen.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1