Wahlen 2019

Diese 52 Limmattaler wollen im Herbst in den Nationalrat – 50 Prozent davon sind Frauen

Wer schafft den Einzug in die grosse Kammer?

Wer schafft den Einzug in die grosse Kammer?

Im Bezirk Dietikon kandidieren 52 Personen für die Nationalratswahlen vom Herbst, doch die Sitze sind begehrt, der Erfolg wird für viele ausbleiben. Wer Chancen hat – und wer nicht.

Das Limmattal ist im Nationalrat untervertreten: Anhand der Einwohnerzahl stünden dem Bezirk Dietikon rein rechnerisch zwei der 35 Zürcher Sitze zu. In der noch laufenden, aber bald zu Ende gehenden Amtsperiode wird jedoch nur ein einziger Sitz von einem offiziell im Limmattal wohnenden Politiker gehalten – Hans Egloff (Aesch) sitzt für die SVP in Bern in der grossen Kammer.

Anders als bei den Wahlen in den Kantonsrat im Frühling, bei denen die Bezirke eigene Wahlkreise bilden und dem Bezirk Dietikon deshalb aufgrund seiner Grösse 11 der 180 Sitze garantiert zustanden, stellt bei den Nationalratswahlen das gesamte Kantonsgebiet nur einen einzigen Wahlkreis dar. Damit sind nicht alle Zürcher Regionen sicher in Bern vertreten.

Für das Limmattal wird es nun eng, zumal sein einziger Vertreter im Herbst nicht mehr antreten wird. Von den insgesamt 966 Bewerberinnen und Bewerbern, die im Kanton Zürich antreten, stammen zwar gleich 52 aus dem Bezirk Dietikon. Doch echte Wahlchancen haben nur wenige; eigentlich hat nur eine Limmattaler Kandidatur reelle Chancen, wie ein Blick in die Listen der Parteien und Gruppierungen zeigt.

Zwei Spitzenkandidaten

Wer in den Nationalrat gewählt werden will, der muss von einer guten Startposition ins Rennen starten. Vor vier Jahren schaffte es der Medienunternehmer Roger Köppel zwar von einem hinteren Listenplatz aus an die Spitze; der zuvor politisch Unerfahrene war von den SVP-Delegierten auf Platz 17 gesetzt worden – am Ende überflügelte er alle seine Parteikollegen. Ein solches Ergebnis ist aber die Ausnahme.

Deshalb stechen aus Limmattaler Sicht zwei der 32 eingereichten Listen heraus, an deren Spitze hiesige Kandidaten stehen. Bei der Jungen CVP ist die Schlieremer Juristin Olivia Boccali auf Platz 1 gesetzt worden, bei den Schweizer Demokraten ist es der Urdorfer Bahnangestellte Roland Wahl.

Trotz Spitzenplatz – einen Sitz in Bern werden sie nicht holen. Boccali wird aber einige Stimmen für die Mutterpartei CVP erkämpfen, und Roland Wahl solche für einen allfälligen Listenverbindungspartner.

Echter Spitzenkandidat

Wichtig für eine Wahl ist also nicht nur der Platz, sondern auch die Liste selber. Vor vier Jahren schafften es im Kanton Zürich nur Kandidaten von acht Listen – SVP (12 Sitze), SP (9), FDP (5), GLP (3), Grüne (2), CVP (2), BDP (1) und EVP (1). Alle Unterlisten – egal ob jung oder alt – und weitere Gruppierungen gingen leer aus.

Nur ein Limmattaler steht gleichzeitig auf der Liste einer etablierten Partei und auch auf einer aussichtsreichen Position: Bei der CVP steigt Kantonsrat Josef Wiederkehr (Dietikon) von Platz 2 ins Rennen. Sollte die CVP ihren zweiten Sitz halten und Wiederkehr die hinter ihm drängelnden Josef Widler (Zürich), Nicole Barandun (Zürich), Yvonne Bürgin (Rüti) und Jean-Philippe Pinto (Volketswil) hinter sich lassen, wäre das Limmattal auch in der Legislatur 2019 bis 2023 wieder in Bern vertreten.

Die weiteren Limmattalerinnen und Limmattaler, die auf den Listen der etablierten Parteien stehen, müssten am 20. Oktober schon einen Köppel machen, um den Einzug in die grosse Kammer zu schaffen. Bei der SVP steht Dietikons Stadtpräsident Roger Bachmann beispielsweise als erster Limmattaler auf Platz 23, bei der SP ist die Dietiker Gemeinderätin Kerstin Camenisch auf Platz 29.

Listen ohne Limmattal

Auf den meisten der 32 eingereichte Listen befinden sich auch Vertreter aus dem Bezirk Dietikon. Von den etablierten Parteien, die heute in Bern vertreten sind, findet sich einzig bei der BDP kein einziger Limmattaler. Im Weiteren verzichten die jungen Grünen, die Integrale Politik, die Öko-Partei, Sarantidis Chrisoula, die Guten, die Unabhängigkeitspartei, die Grünen Migrantinnen und Secondas sowie die EDU auf Bewerber aus dem Bezirk Dietikon. Die Junge SVP zeigt hier hingegen eine starke regionale Verwurzelung: Gleich sieben der 35 Kandidaten wohnen im Limmattal – so viele finden sich auf keiner anderen Liste.

Herkunft und Jahrgang

Die Gemeinden Oetwil und Unterengstringen stellen gemäss den veröffentlichten Listen keinen einzigen Nationalratskandidaten. Am häufigsten vertreten sind die drei grossen Gemeinden Dietikon (20 Bewerber), Schlieren (8) und Urdorf (8). Im Durchschnitt ist das Limmattaler Bewerberfeld mit 42 Jahren etwas jünger, als dies kantonsweit der Fall ist (43 Jahre), der Frauenanteil liegt bei genau 50 Prozent (kantonsweit 43 Prozent).

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